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„Investitionen, die für alle von Vorteil sind“

Bischof Martin Mtumbuka aus Malawi ist einer von 110 Bischöfen, die die Erklärung "Sorgfaltspflichten für globale Lieferketten" unterzeichnet haben.

Rottenburg/Karonga

Bischof Martin Mtumbuka. Bild: Weltkirche

In einer gemeinsamen Erklärung fordern mehr als 110 Bischöfe aus aller Welt ihre Regierungen auf, Unternehmen zur Einhaltung von Menschenrechten und Umweltstandards zu verpflichten. Zu ihnen gehört auch Bischof Martin Mtumbuka, Bischof der Diözese Karonga in Malawi und enger Partner der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Ein Gespräch über faire transnationale Lieferketten.

Bischof Martin, weshalb haben Sie die Erklärung unterzeichnet?

Investments müssen gesetzlich geregelt werden. Malawi ist eine kleine Volkswirtschaft, die durch die Aktivitäten transnationaler Unternehmen immer stärker von der Weltwirtschaft beeinflusst wird. Diese engagieren sich im Bergbau, im Tourismus, im Handel und in der Landwirtschaft. In meiner Diözese, Karonga, befindet sich zum Beispiel ein großer Tagebau, der von einem australischen Unternehmen betrieben wird. Der Staat in Malawi ist schwach. Es kommt immer wieder zu Menschenrechtsverletzungen durch transnationale Unternehmen. So wurden in der Diözese Karonga Menschen im Zuge solcher Investments von ihrem Land vertrieben und nicht entschädigt. Auch die Umwelt leidet zu oft.

Inwiefern kann Sie die Diözese Rottenburg-Stuttgart darin unterstützen?

Seit Gründung der Diözese Karonga 2010 ist der Kampf für entwicklungsförderliche Investments ein Schwerpunkt. Die Caritas unterhält ein Kampagnenbüro für Frieden und Gerechtigkeit. Dort wird besonders der Uran- und Kohlebergbau kritisch begleitet. Wir organisieren Dialogforen zwischen der Regierung, den Bergbauunternehmen und der Zivilgesellschaft. Das benötigt aber Mittel, die die Diözese Karonga allein nicht aufbringen kann. Auch die internationale Aufmerksamkeit für unser anwaltschaftliches Handeln ist eine große Unterstützung.

Was erhoffen Sie sich von einem Lieferkettengesetz in Deutschland?

Sowohl Deutschland als auch die Europäische Union sind wichtige strategische Partner von Malawi. Wenn es dort ein solches Gesetz gibt, dann wird das auch die – international gesehen – schwache Regierung von Malawi darin bestärken, geltende Arbeits- und Umweltgesetze gegenüber transnationalen Unternehmen durchzusetzen. Langfristig wollen wir in Malawi verantwortliche Unternehmen sehen, die transparent wirtschaften und die Rechte der Menschen vor Ort und die Umwelt respektieren.

Gemeinsame Erklärung

Die Erklärung „Sorgfaltspflichten für globale Lieferketten“ wurde von der internationalen Allianz katholischer Entwicklungsorganisationen CIDSEunterstützt.

Die Hauptabteilung Weltkirche und die Betriebsseelsorge der Diözese Rottenburg-Stuttgart sind Förderer der Initiative Lieferkettengesetz.

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