Zum Inhalt springen

Mehr berufliche Perspektiven

Zum Tag der Jugend am 12. August, fordern Caritas und Diakonie in Baden-Württemberg eine Ausbildungsgarantie für Jugendliche.

Stuttgart/Freiburg/Karlsruhe

Bei der 72h-Aktion im vergangenen Jahr haben Tausende Jugendliche gezeigt, was in ihnen steckt. Die Ministranten in Laupheim haben zum Beispiel ein Demokratiemobil gestaltet. Bild: Ralf Schöffmann

Caritas und Diakonie in Baden-Württemberg befürchten, dass sich die ohnehin wachsende Zahl von Jugendlichen ohne abgeschlossene Berufsausbildung Corona-bedingt deutlich erhöhen wird. Die Bundesregierung hat im Pakt für Ausbildung bereits Unterstützungsangebote für Ausbildungsbetriebe bereitgestellt. Zum Internationalen Tag der Jugend am 12. August fordern die kirchlichen Wohlfahrtsverbände, neben der Förderung der Ausbildungsbetriebe die öffentlich geförderte Ausbildung deutlich auszuweiten, um Ausweichmöglichkeiten zu schaffen. Eine außerbetriebliche Ausbildung in Einrichtungen der Jugendberufshilfe leiste einen wichtigen Beitrag dazu, gerade benachteiligten jungen Menschen eine Lehre zu ermöglichen und ihnen damit eine berufliche Perspektive zu eröffnen. Darüber hinaus sei es erforderlich, (zukünftige) Auszubildende mit Unterstützungsbedarf durch die assistierte Ausbildung und ausbildungsbegleitende Hilfen während der Ausbildung zuverlässig zu begleiten. „Die im Koalitionsvertrag der Bundesregierung versprochene Ausbildungsgarantie für alle Jugendlichen muss endlich eingelöst werden“, so die Verbände. Baden-Württemberg könne hier eine Vorreiterrolle einnehmen.

Ausbildungsplätze werden immer weniger

Aufgrund der wirtschaftlichen Folgen zeichnet sich ab, dass die Zahl der Ausbildungsbetriebe zurückgehen wird. Arbeitsagenturen, Handwerks-, Industrie- und Handelskammern signalisieren bereits: Es wird für viele Jugendliche deutlich schwieriger, eine Lehrstelle zu finden. Man rechnet mit einem Rückgang bei den neuen Ausbildungsverträgen zwischen fünf und zehn Prozent. Vor allem Jugendliche, die einen schlechteren Schulabschluss haben, die beeinträchtigt oder sozial benachteiligt sind, dürften es besonders schwer haben. Daher appellieren die Verbände auch an die Betriebe, die vielfältigen Unterstützungsangebote von Bund und Land in Anspruch zu nehmen. Damit handelten sie auch in ihrem eigenen Interesse, Fachpersonal für die Zukunft zu sichern.

65 Prozent der unter 25-jährigen Arbeitslosen ohne abgeschlossene Berufsausbildung

Die Jugendphase ist von großer Bedeutung, ob und wie junge Menschen den sozialen und gesellschaftlichen Anschluss finden. Vor allem die berufliche Ausbildung ist eine wichtige Voraussetzung für eine nachhaltige und gleichberechtigte soziale Teilhabe. „Dafür brauchen alle Jugendlichen allerdings auch die Chance auf eine Berufsausbildung“, so Caritas und Diakonie. In Baden-Württemberg verfügten im Juni 2020 beinahe 17.900 und somit 65 Prozent der unter 25-jährigen Arbeitslosen über keine abgeschlossene Berufsausbildung, eine Entwicklung, der nach Auffassung der Wohlfahrtsverbände entschieden entgegengesteuert werden muss.

Der Internationale Tag der Jugend am 12. August wurde 1985 von den Vereinten Nationen ausgerufen und soll an die Bedeutung der Jugend als weichenstellende Lebensphase erinnern. In diesen Zeitraum fallen die Pubertät und die Identitätsfindung sowie meistens auch der Abschluss der Schulzeit, der Beginn des weiteren Ausbildungsweges sowie die Trennung vom Elternhaus.

Mehr zu den Autor:innen

Aktuelles

zum Thema

Arkadius Guzy

Zeitreise mit Ziege

Cleebronn

Ein Hörspiel erzählt Kindern und Jugendlichen die jahrhundertealte Geschichte des Michaelsbergs und seiner Kirche.

Jonas Fehrenbach

Kyra Brand erhält den Ulli Thiel Friedenspreis 2026

Stuttgart

Der „Ulli-Thiel-Friedenspreis“ für Schüler:innen in Baden-Württemberg wurde zum siebten Mal verliehen, in diesem Jahr im Haus der Katholischen Kirche.

Aktuelles

aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Michael Habres

Skapulierbruderschaft und Kirchenrenovierung

Tannheim

Wie das „Tannheimer Fest“ mit langer Tradition seinen heutigen Ablauf bekam und was es mit der Martinskirche und der Prozession zu tun hat.

Redaktion Kirche im Privatfunk

Seit 100 Jahren für die Gemeinde da

Stuttgart

In der neuen Ausgabe von Alpha & Omega geht es um das Jubiläum der Gemeindereferent:innen. Seit 100 Jahren sind sie für die Menschen vor Ort da.

Götz Kanzleiter

Kirche im Quartier

Mannheim, Universitätsstadt

Die dritte Quartiersafari der Diözese Rottenburg-Stuttgart führte 52 Teilnehmende nach Mannheim. Dabei ging es auch um die Kirche der Zukunft.

Über 250 Besucher sind zu Gast bei „Menschen von hier“

Balingen

Veranstaltungsreihe ermöglicht das Gespräch und den Austausch zu Ängsten, Hoffnungen, Werten und darüber, wo der Glaube Halt im eigenen Leben gibt.

Im Miteinander als Kirche Zukunft gestalten

Schwäbisch Gmünd

Wie bleiben wir lebendige Kirche? Engagierte aus den Dekanaten Göppingen-Geislingen, Heidenheim, Ostalb und Schwäbisch Hall sprachen mit dem Bischof.