Kämpfe!
Diözese Rottenburg-Stuttgart / Lea-Theresa Berg Domenik Schleicher, Mitglied des 11. Diözesanrats, mit der Haltung "Kämpfe" | Foto: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Lea-Theresa Berg
Kann Kämpfen eine synodale Haltung sein? NEIN, „kämpfen“ im Sinn von Gewalt, Aggression oder Hass sicherlich nicht. In unserem Sprachgebrauch benutzen wir „kämpfen“ aber oft im übertragenen Sinn. Wir kämpfen für Gerechtigkeit, Liebe oder für das Gute. Auch unser innerer Kampf gegen Egoismus, Krankheit oder Versuchung ist ein positiv geprägter Kampf für Standhaftigkeit, Geduld und Wahrheit.
Gerade in der aktuellen Situation gesellschaftlicher Veränderungen und zunehmender Säkularisierung stellt sich die Frage, welche Werte uns als Gesellschaft verbinden und als Gemeinschaft tragen. Früher hätte ich relativ selbstverständlich gesagt, diese Werte sind Nächstenliebe, Mitgefühl und Solidarität mit den Schwachen und Armen. Aber so eindeutig scheint die Antwort nicht mehr zu sein. In einer Welt, in der der christliche Glaube längst nur eine Option unter anderen Weltanschauungen, Religionen und Lebensweisen geworden ist, befindet sich unsere Gesellschaft in einem offenen Aushandlungsprozess. Auf welche gemeinsamen Werte und Normen können wir uns für die Zukunft verständigen? Aktuell scheinen das Recht des Stärkeren, Ausgrenzung und Egoismus wieder zunehmend mehrheitsfähig zu werden.
Aber das ist nicht der erforderliche Kitt oder das Sozialkapital, das uns als Gesellschaft verbinden kann. Ich bin überzeugt, es lohnt sich zu kämpfen
- für gemeinsame Werte,
- für Solidarität und Gemeinwohl,
- für ein grundsätzliches Vertrauen in Regeln und demokratische Strukturen,
- für Dialog und Kompromisse und
- die Bereitschaft unterschiedliche Meinungen auszuhalten.
Kämpfen wird dann zu einer christlichen Haltung, in deren Mittelpunkt die Botschaft von Nächstenliebe, Demut, Barmherzigkeit und Friede steht. Kämpfe!
Domenik Schleicher, Mitglied des 11. Diözesanrats
Zitat und Symbol
Kämpfe – für Positionen, die es wert sind – mit offenem Visier – mit fairen Mitteln – mit Respekt vor dem Gegner – um klare Lösungen – aber auch für den Konsens und die Einheit in der Synode – sei ein guter Gewinner und ein guter Verlierer.
(P. Franz Meures SJ)
Die zehn synodalen Haltungen können Orientierung geben und Impulse setzen, wie in Gremien eine offene und ehrliche Auseinandersetzung stattfinden kann – besonders in den Zeiten der Veränderungen, die vor uns liegen. Daher stellen wir Ihnen in den nächsten Wochen die zehn synodalen Haltungen vor – begleitet von Stimmen aus der gesamten Diözese.
Lassen Sie sich inspirieren, wie „Haltung zeigen“ unseren gemeinsamen Weg zur Kirche der Zukunft prägen kann.
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Alle bereits veröffentlichten Synodalen Haltungen und weitere Informationen finden Sie in unserem Dossier „Fastenzeit” sowie auf der Website „Kirche der Zukunft”.