Das Café liegt im Innenhof des Klosters Sießen, an sonnigen Tagen sind die Plätze im Außenbereich unter den hellen Sonnenschirmen und zwischen Blumenarrangements häufig voll besetzt. Dann lädt der Innenbereich mit weit geöffneten Glastüren und modernen Holzstühlen zum Verweilen ein.
Schwester Doris ist seit rund vierzig Jahren bei den Franziskanerinnen. Es gibt Überlegungen, wie lang sich die Ordensgemeinschaft die Bäckerei, zu der das Café gehört, noch leisten könne: „Das wäre ein schmerzlicher Einschnitt für die Schwestern“, gesteht sie. Denn die Bäckerei habe es schon seit Entstehung des Klosters gegeben – sie habe die Schwestern, die Internatsschülerinnen und während des Zweiten Weltkriegs sogar Lagerinsassen mit Essen versorgt. Heute zieht das Café Besucherinnen und Besucher an, so Schwester Doris: „Es ist ein Anlaufpunkt, wo Menschen zur Ruhe kommen. Man merkt, wie es ihnen wohltut.“ Die Franziskanerinnen hätten mit der schönen Klosteranlage viel geerbt – sie sähen es als ihre Pflicht an, sie mit der Bevölkerung zu teilen. Außerdem könnten die Besuchenden so Anteil an ihrem Leben haben, mit ihnen ins Gespräch kommen, an Gottesdiensten und Klosterführungen teilnehmen oder einen meditativen Spaziergang in den nahegelegenen Franziskusgarten machen. „Das zeigt, dass ein Leben im Kloster nicht so schlimm ist, wie manche meinen“, schmunzelt Schwester Doris.