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Katholischer Medienpreis 2026: Die Preisträgerinnen und Preisträger

Die Jury unter Vorsitz von Weihbischof Matthäus Karrer hat 195 Beiträge gesichtet. Die Preisverleihung findet am 15. September in München statt.

Kachel des Katholischen Medienpreises 2026 mit den Fotos und Namen der Gewinner. Deutsche Bischungskonferenz

Kachel des Katholischen Medienpreises mit den Preisträgerinnen und Preisträgern 2026. Bild: Deutsche Bischofskonferenz

Fünf Preisträger:innen erhalten den Katholischen Medienpreis 2026

Alfred Breuer, Maik Großekathöfer, Gabriele Jenk, Simone Gaul und Bastian Berbner erhalten den Katholischen Medienpreis 2026. Den mit 5.000 Euro dotierten Hauptpreis bekommt Alfred Breuer in der Kategorie Audio für das Radiofeature „Ausbeutung mit System – Indische Fahrradkuriere in Deutschland“, erstgesendet am 2. Januar 2026 im ARD-Hörfunk. In der Kategorie Print erhält Maik Großekathöfer den mit 2.500 Euro dotierten Preis für den Artikel„Ich bin immer bei Dir“, veröffentlicht am 1. August 2025 im Magazin DER SPIEGEL. Der Preis in der Kategorie Video, ebenfalls mit 2.500 Euro dotiert, geht an Gabriele Jenk für den Beitrag „Der sinnlose Tod meines Sohnes – Eine Mutter sucht Antworten“, erstausgestrahlt am 18. September 2025 im WDR-Fernsehen. Den mit 2.500 Euro dotierten Sonderpreis der Jury erhalten Simone Gaul und Bastian Berbner für den Podcast „Irma. Das Kind aus Srebrenica“, erstveröffentlicht am 8. Juli 2025 auf ZEIT online.

Jury des Katholischen Medienpreises sichtet 195 Beiträge

Insgesamt hat die Jury unter Vorsitz vonWeihbischof Matthäus Karrer195 Beiträge gesichtet (91 Print, 54 Video und 50 Audio). Die Preisverleihung findet am 15. September 2026 im Münchner Künstlerhaus statt.

Kardinal Marx: Den Menschen nicht aus dem Blick verlieren

Der Vorsitzende der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx (München und Freising), würdigt die Beiträge der Preisträgerinnen und Preisträger: „Die in diesem Jahr ausgezeichneten Beiträge machen etwas sichtbar, worauf es in einer Zeit tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen besonders ankommt: den Menschen nicht aus dem Blick zu verlieren. Sie erzählen von Ausbeutung und Verantwortung, Trauer und Versöhnung, von Krieg und Menschlichkeit. Und sie stellen die drängende Frage nach der Würde des Menschen in existenziellen Krisen, in Situationen der Verletzlichkeit und Endlichkeit und unter dem Eindruck der technologischen Entwicklungen, die durch Künstliche Intelligenz ermöglicht werden. Auch Papst Leo XIV. erinnert in seiner aktuellen Enzyklika Magnifica humanitas daran, dass jede Technologie zuerst der menschlichen Würde und dem Gemeinwohl verpflichtet sein muss. Segen und Fluch dieser Technologien sind breit gestreut und betreffen sowohl die einzelne Person als auch unser gesellschaftliches Miteinander – auch in globaler Hinsicht.

Preisträger:innen zeigen, dass Pressefreiheit ein Grundpfeiler der Demokratie ist

Zu dieser notwendigen Debatte leisten die ausgezeichneten journalistischen Arbeiten einen wichtigen Beitrag: Sie schauen genau hin und fragen kritisch nach, stärken unsere Fähigkeit zum Wahrnehmen und zur Empathie, fördern Orientierung und Perspektivenübernahme. Sie sind Ausdruck hoher journalistischer Expertise und einer Haltung, die das Wohl des Einzelnen und das Gemeinwohl im Blick hat. Die Preisträgerinnen und Preisträger geben mit ihren Beiträgen ein Beispiel für die unersetzliche Bedeutung der Pressefreiheit, die ein Grundpfeiler der Demokratie ist.“

Preisträger Kategorie Audio

Das mit dem diesjährigen Hauptpreis ausgezeichnete Radiofeature „Ausbeutung mit System – Indische Fahrradkuriere in Deutschland“ von Alfred Breuer macht die oft übersehene Lebensrealität von Fahrradkurieren eindrucksvoll wahrnehmbar. Mit sorgfältiger Recherche deckt der Autor auf, wie junge Menschen aus Indien mit falschen Versprechen von privaten Hochschulen nach Deutschland gelockt werden und in ein System aus finanzieller Abhängigkeit, prekären Arbeitsbedingungen und Ausbeutung geraten. Dabei verbindet er persönliche Schicksale mit einer fundierten Analyse gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Strukturen. Durch die eindringliche akustische Gestaltung werden die Hörerinnen und Hörer unmittelbar in den Alltag der Betroffenen hineingenommen. So entsteht ein bewegendes Radiofeature, das Empathie weckt und den Blick auf Menschen richtet, deren Leid im Alltag meist verborgen bleibt.

Preisträger Kategorie Print

In seinem Text „Ich bin immer bei dir“ lässt Maik Großekathöfer drei Menschen ihre Gründe dafür schildern, warum sie KI zum eigenen Lebenspartner gemacht haben. Anhand dieser Porträts beleuchtet der Autor mit großer journalistischer Tiefe und Empathie ein hochaktuelles Phänomen. Seine sorgfältige Recherche verbindet persönliche Geschichten mit wissenschaftlichen und philosophischen Perspektiven. Großekathöfer wirft dabei grundlegende Fragen nach Liebe, Beziehung und Menschlichkeit im Zeitalter der KI auf. So gelingt ihm ein eindringliches Bild einer Entwicklung, die unsere Gesellschaft nachhaltig prägen wird und die Frage aufwirft, was menschliche Nähe und Hingabe künftig bedeuten.

Preisträgerin Kategorie Video

Gabriele Jenks Dokumentation „Der sinnlose Tod meines Sohnes – Eine Mutter sucht Antworten“ begleitet über einen langen Zeitraum eine Mutter und ihre Familie nach dem gewaltsamen Tod des Sohnes. Trauer, Sprachlosigkeit und der mühsame Weg zurück ins Leben werden eindrucksvoll erfahrbar. Ohne zu urteilen oder zu vereinfachen, erzählt die Dokumentation von existenziellen Fragen nach Glauben, Schuld und Vergebung. Mit großer Menschlichkeit zeigt sie die tiefgreifenden Folgen eines Verbrechens und macht sichtbar, dass hinter öffentlichen Debatten individuelle Schicksale stehen. Die Jury würdigt den Beitrag für seine außergewöhnliche Sensibilität, Nähe und journalistische Haltung.

Preisträger:in Sonderpreis der Jury

In ihrem fünfteiligen Podcast „Irma – das Kind aus Srebrenica“ rekonstruieren Simone Gaul und Bastian Berbner anhand von fünf Schicksalen den Völkermord von Srebrenica im Jahr 1995. Sie verbinden historische Zusammenhänge mit persönlichen Erfahrungen von Schuld, Ohnmacht, Verantwortung und Menschlichkeit. Ausgangspunkt ist die Geschichte der Krankenschwester Christine, der das einjährige Mädchen Irma von ihrem Vater anvertraut wird, während Soldaten ihn abführen. Die aufwändige Recherche macht die Folgen des Krieges auch 30 Jahre später eindrucksvoll sichtbar und lässt Opfer, Zeugen und Täter gleichermaßen zu Wort kommen. So entsteht ein bewegendes Dokument über die Unmenschlichkeit des Krieges und die bleibende Verantwortung jedes Einzelnen.

Hintergrund

Seit 2003 wird der Katholische Medienpreis jährlich von der Deutschen Bischofskonferenzzusammen mit der Gesellschaft Katholischer Publizistinnen und Publizisten e. V. (GKP) und dem Katholischen Medienverband e. V. (KM.) ausgeschrieben. Ausgezeichnet werden Beiträge, die die Orientierung an christlichen Werten sowie das Verständnis für Menschen und gesellschaftliche Zusammenhänge fördern, das humanitäre und soziale Verantwortungsbewusstsein stärken und zum Zusammenleben unterschiedlicher Gemeinschaften, Religionen, Kulturen und Einzelpersonen beitragen.

Zur Juryunter dem Vorsitz von Weihbischof Matthäus Karrer (Rottenburg-Stuttgart) gehören: Katja Auer (Teamleiterin der Bayernredaktion der Süddeutschen Zeitung, München), Barbara Brustlein (Pressesprecherin missio München), Laura Díaz (Head of Social Media beim ZDF, Mainz), Andrea Groß-Schulte (Chefredakteurin der Liborius Verlagsgruppe, Hamm), Andreas Kuschbert (Chefredakteur Heinrichsblatt, Bamberg), Michaela Pilters (ehemalige Leiterin der ZDF-Redaktion „Kirche und Leben“, Mainz), David Rönker (Geschäftsführer Dialog Medien, Münster) und Christian Wölfel (Redakteur Bayerischer Rundfunk, Religion und Orientierung, München).

Hinweise:

Weitere Informationen über den Preis sowie die Jurybegründungen und Informationen zu den Preisträgern sind auf www.dbk.de in der Rubrik Auszeichnungen der Deutschen Bischofskonferenz/Katholischer Medienpreis verfügbar. Fotos der Preisträger stehen in der
DBK-Mediendatenbank für die Berichterstattung und unter Nennung der Copyrightangaben kostenfrei bereit.

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