Zum Inhalt springen

Keine Entschädigung aus Kirchensteuer

In der Diözese Rottenburg-Stuttgart werden keine Kirchensteuermittel für Entschädigungszahlungen an Opfer sexuellen Missbrauchs verwendet.

Kloster Reute

Bischof Dr. Gebhard Fürst und Diözesanratssprecher Dr. Johannes Warmbrunn. Bild: Tina Campinge

Der Diözesanrat Rottenburg-Stuttgart beschließt in seiner heutigen Sitzung im Kloster Reute – zusammen mit dem Vorsitzenden Bischof Dr. Gebhard Fürst – keine Kirchensteuermittel für Entschädigungszahlungen an Opfer sexuellen Missbrauchs durch Geistliche zu verwenden. Für das kollektive Versagen der Bischöfe und ihrer leitenden Mitarbeiter dürften nicht die Gläubigen als Solidargemeinschaft in Haftung genommen werden.

„In unserer Diözese wird es keine Anerkennungszahlungen für Opfer von sexuellem Missbrauch aus Kirchensteuermitteln geben. Das Geld hierfür wird aus Vermögenswerten der Diözese, die nicht durch Kirchensteuergelder zustande gekommen sind, bereitgestellt“, betont Bischof Dr. Fürst.

Erklärung: Mit großer Mehrheit angenommen

In einer beschlossenen Erklärung fordert das oberste gewählte Priester- und Laiengremium der Diözese noch lebende Täter sowie verantwortliche Bischöfe und deren leitende Mitarbeiter zur Verantwortung zu ziehen. Als Kirchensteuervertretung sieht das Gremium einheitliche, nachvollziehbare und rechtlich verbindliche Regelungen bei den Entschädigungszahlen als unabdingbar an.

Zudem verlangt es von den deutschen Bischöfen bei allen Fragen der Verwendung der Kirchensteuer eine unmittelbare Beteiligung der hierfür Verantwortlichen. „Es ist essentiell, dass alle Kirchensteuervertretungen der Diözesen eingebunden werden“, erklärt Diözesanratssprecher Dr. Johannes Warmbrunn. „Selbstverständlich unterstützen wir grundsätzlich den berechtigten Anspruch der Missbrauchsopfer und selbstverständlich muss für die Folgen des Missbrauchs Verantwortung übernommen werden – nicht jedoch zu Lasten der Kirchensteuer.“

Zum Hintergrund

Einzelne deutsche Bischöfe haben unlängst, ohne Beteiligung und Mitwirkung der für die Kirchensteuer Verantwortlichen, öffentlich über hohe Summen für Entschädigungen der Opfer sexuellen Missbrauchs durch Geistliche diskutiert. Dabei wurde und wird zuletzt immer deutlicher, dass diese Zahlungen nur mit Mitteln aus der Kirchensteuer geleistet werden könnten.

Umfangreiche Broschüre zum Thema

Um den Umgang der Diözese Rottenburg-Stuttgart mit der Aufarbeitung des Themas sexueller Missbrauch zu dokumentieren, hat das Bischofshaus eine umfangreiche Publikation erstellt, die in der ersten Dezemberwoche als "KS Spezial" dem Katholischen Sonntagsblatt beigelegt und in hoher Auflage an die Kirchengemeinden in der Diözese, die Dekanatsgeschäftsstellen, Bildungshäuser, Akademien, Caritas-Regionalstellen, Verwaltungszentren, BDKJ-Dekanatsstellen, Kitas und Religionslehrer/innen versandt wird. Außerdem wird die Publikation im Bischöflichen Ordinariat in Rottenburg und im Bischof-Leiprecht-Zentrum in Stuttgart aufliegen.

Das Eröffnungsprogramm

In den kommenden Wochen bis Weihnachten lädt das Diözesanmuseum Rottenburg bei Führungen, Gesprächen, Workshops, Kreativangeboten und Musik zu einem Eröffnungsprogramm ein. Auch dabei werden den Besucher:innen vielfältige Zugänge und Perspektiven geboten. Das Programm umfasst folgende Veranstaltungen:

  • Am Sonntag, 16. November, heißt es ab 11 Uhr „Bunt! Family Opening mit Kunst und Musik“ – einer Veranstaltung in Kooperation mit der Domsingschule und der Musikschule Rottenburg. Angeboten werden musikalische Bilderklärungen, Kinderführungen, Laternenbasteln und Martinsliedern.
  • Am Samstag, 22. November, heißt es um 11 Uhr „Ich sehe dich in tausend Bildern“ bei einem öffentlichen Workshop des Instituts für Fort- und Weiterbildung der Diözese unter der Leitung von Christoph Schmitt.
  • Am Sonntag, 23. November, geht es wiederum ab 11 Uhr unter dem Titel „Schau hin!“ darum, was Religionen erzählen. Eingeladen wird in Kooperation mit der KEB Tübingen, der Bürgerstiftung Rottenburg und der Abteilung „Glaubensfragen und Ökumene“ im Bischöflichen Ordinariat der Diözese. Es gibt eine interreligiöse Führung mit Prof. Dr. Reinhold Boschki, Rabbiner Dr. Asher Mattern sowie Prof.in Dr. Fahimah Ulfat, das Gesprächsformat „Sprechen und Zuhören“ (Moderation: Dr. Petra Preunkert-Skálová) sowie das Konzert „Levante“ des Pera-Ensembles mit anschließendem Gespräch (Moderation: Prof. Dr. Ottmar Schneck).
  • Am Sonntag, 30. November, ab 14 Uhr heißt es „Frischer Wind. Der spannende Weg zum neuen Museum“ bei einer Führung zum Thema „Neukonzeption“, einer Frage-und-Antwort-Runde und einem Adventskonzert mit Musiker:innen der Hochschule für Kirchenmusik der Diözese.
  • „Auf Weihnachten zu ... Advent im Museum“ heißt es zum einem am Sonntag, 7. Dezember, ab 11 Uhr bei Führungen und dem Adventskonzert „Il pastor fido“ mit Thorsten Bleich (Musette de cour, Theorbe), Georg Noeldeke (Viola da Gamba) und Jens Wollenschläger (Cembalo) sowie am Samstag, 13. Dezember, ab 11 Uhr wiederum bei Führungen und dem Adventskonzert „Rorate caeli“ der Schola Cantorum der Universität Tübingen unter Leitung von Prof. Dr. Stefan Morent.

 

Mehr zur Autorin

Aktuelles

zum Thema

Jochen Wiedemann

Das neu gewählte Präsidium

Stuttgart

Willy Braun, Marita Walz & Ulrich Kloos sprechen über den Prozess „Kirche der Zukunft“, Herausforderungen, Verantwortung und das, was sie dabei trägt.

12. Diözesanrat hat sich konstituiert

Untermarchtal

Willy Braun aus Balingen wird von der Versammlung zum neuen Sprecher gewählt und Marita Walz aus Freudenstadt zur neuen Beisitzerin im Präsidium.

Aktuelles

aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Jochen Wiedemann

Beauftragung neuer Gemeindereferent:innen

Rottenburg am Neckar

Weihbischof Dr. Gerhard Schneider beauftragt sieben Frauen und Männer für ihren Dienst als Gemeindereferent:innen in der Diözese.

Markus Waggershauser

Der Einheit im Glauben dienen

Ravensburg

Bischof Dr. Klaus Krämer weiht in Ravensburg vier Diakone zu Priestern und ermutigt sie zu einer Kultur des Miteinanders und der gemeinsamen Suche.

Ulrich Gresser

Nicht wegschauen angesichts des Leidens

Bei der zweitgrößten Reiterprozession Mitteleuropas erinnert der Niederaltaicher Abt Marianus Bieber an Krieg und Terror damals und heute.

Arkadius Guzy

Glockenfreundschaft findet Anklang

Rottenburg

Eine Delegation aus der polnischen Diözese Świdnica/Schweidnitz ist zu Gast in der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Gute Gedanken im Wimmelbild des Lebens

Ellwangen (Jagst)

Pater Philipp für Profis und für Anfänger - In einer kleinen, feinen Ausstellung im Programm der Landesgartenschau kann man den Seligen neu entdecken.