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Kinderarmut ist kein individuelles Versagen

80 Organisationen, Unternehmen, Stiftungen und Vereine im Land wenden sich von 20. - 26. November gegen Ausgrenzung von benachteiligten Kindern.

Stuttgart

Es ist schon viel passiert, damit Kinder aus einkommensarmen Familien im Südwesten gesund und entwicklungsförderlich aufwachsen können. Doch die Bemühungen reichen nicht aus: Immer noch sind armutsbelastete Kinder auch in Baden-Württemberg im deutlichen Nachteil. Bundesweite Studien zeigen: Von ihnen entwickelt sich mehr als jedes fünfte Kind in den ersten drei Lebensjahren nicht altersgerecht. Nur 64 Prozent der Kinder haben einen sehr guten Gesundheitszustand*. Daher setzt das Netzwerk MACH DICH STARK seinen Kampf gegen Kinderarmut fort und startet am 20. November die MACH DICH STARK-Tage, um eine Woche lang auf die gravierend negativen Folgen eines Aufwachsens in Armut aufmerksam zu machen. An den baden-württembergweiten Aktionstagen beteiligen sich rund 80 Organisationen, Unternehmen, Stiftungen und Vereine. Ihr Ziel ist es, das Problem der Kinderarmut in Baden-Württemberg auf die Agenda von Politik und Zivilgesellschaft zu setzen und Kinder in ihrem Aufwachsen zu fördern. Denn jedes 5. Kind ist im Südwesten von Armut bedroht.

Kinder dürfen nicht verloren gehen

„Starten Kinder armutsbedingt schlecht ins Leben, zieht sich das häufig durch ihre gesamte Biografie“, erklärt Kim Hartmann, Koordinatorin von MACH DICH STARK. Neben finanzieller Unterstützung seien es viele Facetten im Leben, die ein gesundes Aufwachsen fördern und dazu beitragen, dass sich das Blatt wendet. So etwa soziale Kontakte. „Wenn Kinder und ihre Eltern sich in ihrer Freizeit mit anderen Familien treffen, ihnen Angebote und Orte zum Austausch, zur Beratung und Unterstützung offenstehen, stärkt dies die gesamte Familie.“ Für eine gesunde Entwicklung brauche es aber auch faire Bildungschancen, gesundes Essen, Bewegung und ein Hobby, bei dem sich die jungen Menschen ausprobieren können. „Letztlich gilt es, alles zu unternehmen, damit diese Kinder unserer Gesellschaft nicht verloren gehen. Denn jedes Kind ist uns wichtig, diese Botschaft müssen wir leben. Dafür setzt sich MACH DICH STARK ein.“

 

"Wir können uns Chancenarmut schlicht nicht leisten.“
Stefan Steinhauser

 

„In jedem Kind stecken wertvolle Potenziale. Unsere Aufgabe ist es, diese Fähigkeiten zu fördern. Wir müssen den Rahmen schaffen, damit die Kinder ihre Chancen erhalten. Denn Kinderarmut ist kein individuelles Versagen. Wir können uns Chancenarmut schlicht nicht leisten“, sagt Bäckermeister Stefan Steinhauser aus Leutkirch im Allgäu. In der gesamten Woche kommen daher in seinen Bäckerei-Filialen Tüten zum Einsatz, die den Aufdruck „Alle Kinder brauchen Chancen“ tragen und Informationen rund um das Thema Kinderarmut mitliefern. Neben der Bäckerei Steinhauser beteiligen sich noch rund 40 weitere Partner im Land mit insgesamt 30.000 Tüten.

Weitere Aktionen starten landesweit. So wirbt unter anderem die element-i Bildungsstiftung gemeinsam mit 43 Kitas und drei Schulen vielerorts mit der Plakat-Aktion „Du auch? Mit Kinderrechten Zukunft gestalten!“ dazu ein, sich kreativ damit auseinanderzusetzen, warum alle Kinder die gleichen Chancen verdienen. Eine Starkmacher-Postserie greift in den MACH DICH STARK-Tagen sieben Tage lang jeweils einen wichtigen Aspekt zur Kinderarmut auf, die unkompliziert auf allen Social-Media-Kanälen geteilt werden kann.

Gemeinsam gegen Kinderarmut

Das landesweite Netzwerk „MACH DICH STARK gegen Kinderarmut im Südwesten“ verfolgt das Ziel, Menschen, Organisationen und Institutionen im Kampf gegen Kinderarmut zu vereinen. Die Initiative will dafür sorgen, dass allen Kindern Entwicklung und Teilhabe ermöglicht wird. Derzeit beteiligen sich über 52 Partner aus Baden-Württemberg, die das Anliegen von MACH DICH STARK unterstützen. Mit verschiedenen Aktionen wird das Bündnis in der Woche vom 20. bis 26. November mit den MACH SICH STARK-Tagen laut. Ziel ist es ins Gespräch zu kommen und ein Bewusstsein zu schaffen. Die Förderung der Kinder sieht MACH DICH STARK als eine übergeordnete, gesamtgesellschaftliche Aufgabe an.

* Quelle: Studie des Nationalen Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) »Kinder in Deutschland 0-3« (KiD 0-3 2022). Die Untersuchung liefert repräsentative Daten zur Situation, Belastungen und Ressourcen von Familien mit kleinen Kindern. Mehr dazu unter KiD 0-3: 2022 – Ausgewählte Ergebnisse | Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) (fruehehilfen.de)

Weitere Informationen zu MACH DICH STARK unter Mach dich stark - Mach Dich Stark-Tage AKTIONEN.

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