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Kirche als Vermittlerin gefragt

Nach einem Brief des Saulgauer Dekanatsrats sprechen die Mitglieder mit Landrätin Stefanie Bürkle über die Zukunft des Krankenhauses.

Bad Saulgau
Ein Schild mit dem Krankenhaussymbol steht vor der Silhouette von Bad Saulgau mit der Kirche St. Johannes in der Mitte.

Fotos: Wikimedia/Pixabay - Kollage: DRS/Waggershauser

Die Gemüter in und um Bad Saulgau sind erhitzt. Der Landkreis will die stationäre Gesundheitsversorgung am Klinikstandort im hohenzollerischen Sigmaringen konzentrieren. Das würde das Aus für die Krankenhäuser im badischen Pfullendorf und im württembergischen Bad Saulgau bedeuten. Die Entscheidung im Sigmaringer Kreistag steht am 14. März an. Die Vertreterinnen und Vertreter der Kirchengemeinden im Dekanatsrat hielten es für wichtig, dass sich auch die Kirche dazu positioniert.

In ihrem Brief an Landrätin Stefanie Bürkle stand nicht der Protest gegen jegliche Veränderung des Bestehenden im Vordergrund, sondern die Sorgen und Nöte der Menschen auf dem Land. Die kirchlichen Räte zeigten Verständnis für die Zwänge, die nicht nur hierzulande eine Konzentration der medizinischen Einrichtungen notwendig machen. "Maßstab hierfür darf aber nicht die Betrachtung der Wirtschaftlichkeit sein, sondern die Bedürfnisse der in der Region lebenden Menschen", fordern sie. Daraufhin stellte sich die Landrätin in einer nichtöffentlichen Gesprächsrunde der Diskussion mit den Kirchenvertretern.

Kirche setzt sich für Benachteiligte ein

Dass die Kirche bei der Entscheidung über die Schließung des Krankenhauses das Ruder nicht mehr herumreißen könne, das war für den Saulgauer Dekan Peter Müller von vornherein klar. Er begrüßte es aber, dass die Dekanatsratsmitglieder offen ansprechen konnten, welche Auswirkungen sie befürchteten - auch für die Angestellten dort. Bürkle habe ihrerseits klarmachen können, dass es auch ohne Klinik eine medizinische Versorgung mit Arztpraxen, Pflegebetten und eventuell einem Seniorenheim in dem Gebäude geben werde. "Mir liegt ein gutes Miteinander am Herzen, wir wollen nicht gegeneinander arbeiten", betont der Dekan nach dem Gespräch.

Müller war zunächst etwas verwundert, dass beim durch die Skandale immer mehr schwindenden Interesse an seiner Institution die Position der Kirche überhaupt eingefordert wurde. Und dass sie dann auf der Seite des Landkreises postwenden Gehör fand. "Wir haben den Auftrag uns für Benachteiligte einzusetzen", benennt Müller die christliche Botschaft. Wenn es dann gelingt gegensätzliche oder gar verfeindete Positionen in der Gesellschaft zumindest miteinander ins Gespräch zu bringen und ein Zuhören zu ermöglichen, dann könnte die Kirche auch in Zukunft eine Rolle spielen. Konfliktfelder gäbe es genug.

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