Preisträgerinnen und Preisträger
Der erste Preis ging an Felicitas Schwarzhaupt vom Johannes-Kepler-Gymnasium Leonberg. Die Schülerin stellte in ihrer Arbeit mit dem Titel „Christliche Seelsorge im Krankenhausalltag – Mehr als klinische Pflege?“ einen oft wenig beachteten Bereich von Kirche in den Mittelpunkt und beschäftigte sich mit der Rolle der Krankenhausseelsorge als Ergänzung zu den hochtechnisierten medizinischen Prozessen im Krankenhaus. Die Preisträgerin entwickelte ein weltoffenes und christliches Profil von Seelsorge im Krankenhaus und lotete die konkreten Herausforderungen aus, die zwischen fehlenden klaren Aufgaben und funktionierender Kooperation liegen. Die Jury hob besonders die große Sensibilität der Schülerin für die aktuelle Krankenhaussituation sowie den hohen Praxisbezug in ihrer Arbeit hervor, mit dem sie das Anliegen des Wettbewerbs beispielhaft verwirklicht habe.
Den zweiten Preis des Wettbewerbs erhielt Clara Reichert vom Hölderlin-Gymnasium Nürtingen für ihre Arbeit „Liegt die Zukunft der Kirche im Internet?“. Die Schülerin ging der Frage nach der Möglichkeit einer Verlagerung der Kirche ins Internet nach. Passend zum Thema erstellte die Schülerin einen sorgfältig recherchierten und beeindruckend produzierten Dokumentarfilm, in dem sie ihre Zuschauer: innen durch statistisches Material, Interviews, theologische Literatur, aber auch biblische Passagen führt, um am Ende ein differenziertes Urteil zu fällen: Kirche kann und sollte sich im Internet verwirklichen. Das Internet könne jedoch Kirche nicht vollständig abbilden, gerade die intensive Gemeinschaft und die Zuwendung zum Nächsten zeigten, wie wichtig die persönliche Begegnung auch in Zukunft sei. Reichert: „Wie ein hybrides Fahrzeug mit zwei Motoren, sollte auch Kirche sich zu einer „hybriden Kirche“ wandeln“.
Den dritten Preis erhielten gleich zwei Preisträger: innen: Leon Fabian Frey vom Gymnasium am Deutenberg Villingen-Schwenningen und Hanna Leibfarth vom Dietrich Bonhoeffer Gymnasium Metzingen. Leon Fabian Frey befasste sich in seiner lokalgeschichtlichen Arbeit „Kirche im Nationalsozialismus – Inwieweit handelte Schwenningen christlich?“ mit der Vergangenheit der Kirche in seiner Heimatstadt. Die durch umfangreiche Archivarbeit und Auswertung von historischen Quellen beeindruckende Arbeit untersucht am Beispiel bedeutender Personen und Gruppen Schwenningens, inwiefern diese dezidiert, christlich handelten. Der Preisträger kommt zu dem Schluss, die Bevölkerung Villingen-Schwenningens habe in der Mehrheit weggeschaut, sei Teil des Systems gewesen, auch wenn einzelne mutige Menschen, aufgrund ihres christlichen Glaubens, die Möglichkeit der Enthaltung und des Protests nutzten.
Der Frage nach der Attraktivität der Kirchen für junge Menschen näherte sich Hanna Leibfarth aus einer ungewöhnlichen Perspektive. Sie befragte in ihrer Arbeit junge Menschen, welche Bedeutung sie dem Gottesdienstort zumessen. Der Titel „Traditionelles Kirchengebäude oder „Celebration Hall“ – Inwiefern kann der Ort des Gottesdienstes die Attraktivität des christlichen Glaubens bei Jugendlichen beeinflussen?“ klingt dabei nach einem Entweder – Oder. Tatsächlich, aber erarbeitete Hannah Leibfarth als Antwort ein wesentliches Kriterium: Junge Erwachsene wünschten sich im Gottesdienst das Erleben von Gemeinschaft und die Möglichkeit zur Interaktion.
Buchpreise 2023 dreimal vergeben
Sophie Ganter vom Hans Furler Gymnasium Oberkirch erhielt einen Buchpreis für ihre Arbeit zum Thema „Religion als infantile Illusion?“ Sie ging darin der Frage nach, ob und gegebenenfalls was Christ: innen heute von Sigmund Freud lernen können. Ebenso einen Buchpreis erhielt Theresa Moira Löhr vom Evangelischen Seminar Maulbronn. In ihrer Arbeit zum Thema „Aufnahme der ersten Mädchen am Evangelischen Seminar Maulbronn vor 50 Jahren“ untersucht die Schülerin Diskussionen um das Jahr 1969, die diesem weitreichenden Entschluss vorausgingen. Anna-Marie Robitzsch (Staufer-Gymnasium Waiblingen) erhielt einen Buchpreis für ihre Arbeit zum Thema „Die Bedeutung der Ikone für private Spiritualität in griechisch-orthodoxen Familien“. In einer fiktiven Geschichte mit dem Titel „Die unglaubliche Zeitreise in die mysteriöse Ikonenwelt“ spürt sie dieser Bedeutung auf sehr persönliche Weise nach.