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Kirchendach wird Energiequelle

Auf dem Dach der Kirche zur Heiligsten Dreifaltigkeit in Sindelfingen wird eine Photovoltaikanlage installiert.

Sindelfingen
Kirchendach wird Energiequelle

Sie freuen sich über die Kooperation: v.li. Philipp Koch, Leiter des katholischen Verwaltungszentrums Böblingen, Martin Offner, Kirchengemeinderat, Dr. Karl Peter Hoffmann, Geschäftsführer der Stadtwerke Sindelfingen GmbH, sowie Dionisis Papoutsogiannopoulos, Technisches Management bei den Stadtwerken Sindelfingen. Bild: Stadtwerke Sindelfingen

Philipp Koch, Leiter des Katholischen Verwaltungszentrums Böblingen und dort auch für die kirchlichen Gebäude in Sindelfingen verantwortlich, ist stolz, dass damit aus seiner Idee Realität wird. „Die PV-Anlage auf dem Kirchendach entsteht in Kooperation mit den Stadtwerken Sindelfingen“, berichtet er. „Die Kirche zur Heiligsten Dreifaltigkeit ist unser erstes gemeinsames Projekt. Weitere Kirchen und Gemeindehäuser in Sindelfingen möchten wir in Zukunft mit Photovoltaik ausstatten und so die Dächer zur Energiegewinnung nutzen.“ Auch die Gesamtkirchengemeinde Böblingen verhandle für ihre Kirchen und Gemeindehäuser mit verschiedenen Netzbetreibern, um die dortigen Dächer ebenfalls mit Photovoltaik auszustatten.

Kirchen verfügen oft über ein ideales Dach für Photovoltaikanlagen, da eine der Dachflächen meistens exakt nach Süden weist. Jedoch müssen die Anlagen dem besonderen Stellenwert dieser Gebäude gerecht werden. Sie müssen denkmalrechtlich abgestimmt werden und sollen sich hinsichtlich der Farbigkeit und Geometrie gestalterisch überzeugend an das Gebäude anzufügen, so die Stadtwerke. Um dies zu gewährleisten, hat sich das Unternehmen in der Planungsphase eng mit dem Katholischen Verwaltungszentrum Böblingen abgestimmt.

Stadtwerke spenden an gemeinnützige Organisation

Die Bauarbeiten werden zeitnah beginnen. Die Photovoltaikanlage hat eine Leistung von 99,96 kWp und einen Ertrag von circa 110.000 kWh/a. Die jährliche CO2-Einsparung beträgt rund 60 Tonnen pro Jahr. Der nachhaltig erzeugte Strom wird vollständig in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Als Gegenleistung spenden die Stadtwerke in Abstimmung mit der Katholischen Gesamtkirchengemeinde Sindelfingen jährlich an eine gemeinnützige Organisation.

„Als ehemaliger Ministrant freue ich mich, gemeinsam mit der katholischen Gesamtkirchengemeinde Sindelfingen dieses Projekt umsetzen zu können, denn mit dem Bau dieser Anlage setzen wir einen weiteren, wichtigen Beitrag zur Energiewende sowie zum Umwelt- und Klimaschutz in Sindelfingen,“ betont der Geschäftsführer der Stadtwerke Sindelfingen, Dr. Karl Peter Hoffmann.

Rundweg positiv seien daher auch die Rückmeldungen aus der Kirchengemeinde ausgefallen, berichtet Verwaltungszentrumsleiter Koch und hofft, dass er noch auf vielen weiteren Dächern kirchlicher Gebäude PV-Anlagen installieren kann. Er ist bereits mit weiteren Kirchengemeinden aus dem Dekanat Böblingen im Gespräch, die ebenfalls großes Interesse haben.

Photovoltaikanlagen auf denkmalgeschützten Kirchen und Pfarrhäusern

Im Juni 2022 und am 21. April 2023 haben die vier großen Kirchen in Baden-Württemberg gemeinsame Listen mit fast 400 denkmalgeschützten Gebäuden, die für die Installation einer PV-Anlage in Betracht kommen, an das Landesamt für Denkmalpflege übergeben. Auf den Listen stehen 106 denkmalgeschützte Kirchen und Pfarrhäuser aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart. In Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege können auf 54 davon umgehend PV-Anlagen installiert werden – wie auf der Kirche zur Heiligsten Dreifaltigkeit in Sindelfingen oder auf der Kirche St. Clemens in Stuttgart-Botnang. Bei 36 Objekten gab das Landesamt vor, dass gestalterisch angepasste Anlagen eingesetzt werden müssen – beispielsweise indem rote Kollektoren auf rotfarbenen Ziegeldächern installiert oder nur Teilflächen des Daches belegt werden sollen. Ein Beispiel dafür ist die Morizkirche in Rottenburg. Bei einer dritten Objekt-Kategorie wurde noch keine Genehmigung seitens des Landesamts erteilt und mit Blick auf mögliche technische und gestalterische Weiterentwicklungen eine erneute Prüfung in fünf Jahren angekündigt. Bei nur zwei der 106 Anträge wurden PV-Anlagen grundsätzlich ausgeschlossen.

Diözesanbaumeister Dr. Thomas Schwieren freut sich über die neue Offenheit des Landesdenkmalamts für PV-Anlagen auf denkmalgeschützten Gebäuden. Dies sei ein wichtiger Baustein, um das Ziel der Diözese Rottenburg-Stuttgart bis zum Jahr 2038 insgesamt 1.700 PV-Anlagen auf denkmalgeschützten und nichtdenkmalgeschützen Liegenschaften wie Kindergärten und Kirchen zu errichten. Aktuell habe das Bischöfliche Bauamt Kenntnis von 231 PV-Anlagen in den Kirchengemeinden der Diözese mit einer Gesamtleistung von rund 4500 kWp oder von im Mittel rund 20 kWp pro Anlage.

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