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Klima und Kirche

Viel Arbeit und Abschied vom Bischof: Die 25 Dekane der Diözese treffen sich drei Tage lang zur Klausur, um über die Zukunft der Kirche zu beraten.

Rottenburg am Neckar

Bilder: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Thomas Brandl

Mittelfristige Finanzplanung in Anbetracht sinkender Mitgliederzahlen, Klima-Neutralität bis 2040, das Projekt "Räume für eine schöpfungsfreundliche und missionarische Kirche", Regionalisierung des Bischöflichen Jugendämter, indirekte Katechese über Wallfahrten und das Pilgern, Austausch zum "Rottenburger Modell", Segensfeiern für Paare, die sich lieben, queersensible Pastoral, Umsetzung Synodaler Weg, Kirchengemeinderatswahlen 2025 - mit einem dicken Themenpaket beschäftigen sich die 25 Dekane unserer Diözese seit gestern gemeinsam mit der BO-Verwaltung bei ihrer Herbstklausur in Rottenburg.  

Klimaschutz, Aufarbeitung und Kirchenentwicklung

50 Millionen Euro müssen im Wege der mittelfristigen Finanzplanung wegen erwartet geringerer Kirchensteuer-Einnahmen zwischen 2025 und 2030  aus dem Haushalt der Diözese gestrichen werden. Betriebsbedingte Kündigungen soll es dabei nicht geben, da der notwendige Abbau von 30 bis 35 Stellen im Bischöflichen Ordinariat über altersbedingte Fluktuation abgefangen werden kann.

Ausdrücklich ausgenommen von den Reduzierungen ist das pastorale Personal samt Ausbildung. Die Diözese will trotz des Reduktionsprozesses ihre Anstrengungen zur Verhinderung der Klimakatastrophe ebenso fortsetzen wie die Aufarbeitung und Prävention von sexuellem Missbrauch und die vom Diözesanrat beschlossenen Schwerpunkte der Kirchenentwicklung weiter vorantreiben. 

Innovatives Gebäudemanagement

In der Diskussion wurde deutlich, dass die geplanten Mittelkürzungen auch die Kirchengemeinden an der Basis treffen werden, ebenso wie zum Beispiel die Caritas und andere Zuschussempfänger. Die Gemeinden haben aber die Möglichkeit, über ein innovatives Gebäudemanagement zu zusätzlichen Einnahmen zu kommen beziehungsweise ihre Baulasten zu reduzieren.

Da die Diözese die Klimaneutralität bis 2040 anstrebt und die energetische Sanierung von mehr als 3.000 nichtsakralen Gebäuden bis dahin nicht finanzierbar ist, wird es zu Verkäufen oder kreativen Umnutzungen kommen müssen. “Mit dieser hohen Zahl an Gebäuden ist die Klimaneutralität nicht zu schaffen”, erläuterte Diözesanbaumeister Dr. Thomas Schwieren in der Dekanekonferenz das Ziel, den nichtsakralen Gebäudebestand um etwa 30 Prozent zu reduzieren. 

Neun Regionalkonferenzen

Unter “maximaler Beteiligung” aller Betroffenen vor Ort sollen Konzepte entwickelt werden, wie zum Beispiel vorhandene Gemeinde- und Pfarrhäuser neu und anders genutzt werden können – durchaus auch in ökumenischer Weise. Ab Sommer 2024 sollen zur Strukturierung dieses Prozesses insgesamt neun Regionalkonferenzen für die gesamte Diözese eingerichtet werden. 

Als positive Beispiele dafür, wie sich Kirche vor Ort neu erfunden hat, wurden das umgebaute Gemeindehaus in Erbach-Ringingen (Dekanat Ehingen-Ulm) genannt, wo Sparkasse, Bäcker, Metzger und ein von Kirchen- und bürgerlicher Gemeinde gemeinsam genutzter Saal unter einem Dach untergebracht sind, sowie das neue Quartier St. Johannes Maria Vianney in Stuttgart-Mönchfeld. Dort wich eine zu groß gewordene Nachkriegskirche einer verkleinerten Nachfolgerin, 60 Wohnungen und einer Kita.

Typisches aus den Dekanaten

Zum traditionellen Abendessen am ersten Tag im Bischofshaus überraschten die Dekane den scheidenden Bischof Dr. Gebhard Fürst mit 25 typischen Spezialitäten vom "Schoko-Meter" aus dem Dekanat Böblingen über eine silberne Elefanten-Statuette aus der Schmuckstadt Schwäbisch Gmünd, einem Plüsch-Mammut von der Ostalb und Wein aus dem Unterland bis hin zum Pilgerstab vom Palmbühl oder mit Schwarzwälder Quellwasser gebrautem Bier. 

Bischof Gebhard zeigte sich tief berührt von den sehr persönlichen Geschenken zu seinem Abschied. 

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