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Klimafreundlicher Neubau für Kita und Gemeinde

Kirchengemeinde Zum Guten Hirten in Stuttgart-Stammheim setzt auf innovativen Holzbau. Fertigstellung mit 60 Kita-Plätzen bis Jahresende.

Stammheim

Visualisierung: Cheret Bozic Architekten

In Stuttgart-Stammheim entsteht ein neues Gemeindezentrum mit integrierter Kita. Der Rohbau ist abgeschlossen, nun beginnt der Holzbau mit Esche – deutschlandweit eine Premiere. Ende des Jahres soll das Gebäude mit Gemeinderäumen und zweistöckiger Kita für insgesamt 60 Kinder fertiggestellt sein.

Die Kirchengemeinde Zum Guten Hirten im Stuttgarter Norden investiert in ihre Zukunft. Zu klein, in die Jahre gekommen und nicht mehr zeitgemäß war die alte Kita, die nun durch einen Neubau ersetzt wird. „Kinder sind unsere Zukunft. Deshalb hat dieses Projekt für uns eine große Bedeutung“, sagt Manfred Griesbeck, leitender Pfarrer der Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-Nordstern. „Wir möchten die Kinder hier bestmöglich betreuen können und ihnen christliche Werte mit auf den Weg geben.“

Der Neubau wird zwei Funktionen verbinden. Im Sockelgeschoss befinden sich zukünftig Jugendräume, darüber eine zweigeschossige Kita und der neue Gemeindesaal. Von der alten Bebauung bleibt lediglich der Bandprobenraum erhalten, der unter der neuen Tiefgarage liegt. Die Rockband Krach im Keller, die normalerweise dort probt, ist für die Bauzeit nach Stuttgart-Rot ausgewichen.

Die Gesamtkosten für das Bauprojekt liegen bei 10,1 Millionen Euro. Davon entfallen 6,9 Millionen Euro auf die Kita, 3,2 Millionen Euro auf das Gemeindezentrum.

Mehr Raum für alle Generationen

Die alte Kita mit verlängerten Öffnungszeiten beherbergte zwei Gruppen mit insgesamt 50 Kindern. Nun entsteht eine Ganztageseinrichtung mit insgesamt 60 Betreuungsplätzen verteilt auf vier Gruppen, darunter zwei für Kinder unter drei Jahren. Das Gebäude ist vollständig barrierefrei geplant.

Während der Bauzeit ist der Kindergarten Zum Guten Hirten bei der ebenfalls katholischen Kita Franz von Assisi im Marco-Polo-Weg untergebracht. Auch das Gemeindeleben geht weiter – teils in der Kirche, teils in evangelischen Räumen im Stadtteil „Wir sind stolz auf unsere lebendige Gemeinde“, sagt die Kirchengemeinderätin Ede Scherrenbacher. „Das Gemeindezentrum ist für uns ein wichtiger Ort der Begegnung.“ Der Seniorenkreis mit bis zu 60 Teilnehmenden, der Chor, das Hirtenbistro, Jugendgruppen: Sie alle sollen nach der Fertigstellung des Gebäudes wieder einziehen.

Holzbau mit bundesweiter Premiere

Gebaut wird nach den Plänen von Cheret Bozic Architekten aus Stuttgart, die 2021 den Wettbewerb für sich entscheiden konnten. Als „fast klosterartig“ beschreibt Martin Boßmann aus der Bauabteilung der Katholischen Kirche Stuttgart den Entwurf, der einen neuen, allseitig umschlossenen Kirchhof beinhaltet. Das Sockelgeschoss wird in Massivbauweise aus Beton errichtet. Darüber entstehen zwei Geschosse in Holzbauweise. Erschlossen werden Kita und Gemeindezentrum über ein gemeinsames Foyer.

Eine Besonderheit des Projekts ist der Holzbau aus Esche. Ihr Einsatz als tragendes Bauteil ist deutschlandweit eine Premiere. „Wir hatten verschiedene Hölzer zur Auswahl und haben uns bewusst für Esche entschieden. Sie wird sichtbar verbaut und später in Decken, Unterzügen und tragenden Stützen zu sehen sein“, so Boßmann. Die notwendigen Materialprüfungen wurden an der Universität Stuttgart durchgeführt. In der Schweiz wurde diese Bauweise bereits erprobt, in Deutschland kommt sie erstmals zum Einsatz. Gefördert wird das Projekt vom Land Baden-Württemberg, kofinanziert von der Europäischen Union. Hintergrund des Programms ist die Suche nach geeigneten Alternativen zu Nadelhölzern, die durch den Klimawandel zunehmend knapp werden.

Im Dezember soll der Neubau fertiggestellt sein

Bis April soll der Holzbau abgeschlossen sein, danach erfolgt der Innenausbau. „Wir sind im Zeitplan“, betont Boßmann. „Die Gebäudeübergabe ist für Ende des Jahres geplant.“ Für ihn persönlich sei das Projekt fachlich besonders reizvoll: „Es ist neu für uns und deutlich komplexer als andere Bauvorhaben. Aber wir werden gut betreut und der Aufwand wird sich lohnen.“

Auch Stefan Kulle, gewählter Vorsitzender der Kirchengemeinde, blickt zuversichtlich auf das entstehende Zentrum. „Wir sind eine sehr aktive Gemeinde mit vielen Gruppen, die sich regelmäßig treffen. Der Neubau ist eine tolle Geschichte“, so Kulle. „Ich bin mir sicher, dass die neuen Räume intensiv genutzt werden.“ 

Spenden für einen Ort der Begegnung

Insgesamt 100.000 Euro an Spenden muss die Gemeinde für den Neubau aufbringen. Der aktuelle Spendenstand liegt bei rund 30.000 Euro. Gemeinsam mit einem kleinen Team plant Kulle Fundraising-Aktionen für das Jahr 2026 und wirbt aktiv um Unterstützung für das Projekt, das den Ehrenamtlichen viel bedeutet. „Das neue Gemeindezentrum wird mehr sein als ein Gebäude. Es wird ein Ort werden, an dem sich verschiedene Menschen und Generationen begegnen.“ Wer das Projekt unterstützen möchte, kann auf folgendes Konto spenden:

GKG Stuttgart-Nordstern
IBAN: DE57 6005 0101 0001 3229 83
BW-Bank Stuttgart
Verwendungszweck: Zum Guten Hirten

 

Katholische Kirche in Stuttgart

Dies ist ein Text der Katholischen Kirche in Stuttgart.
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