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Kloster Reute als Modell für andere Orte?

Bischof Klaus Krämer hat die Baustelle auf dem Klosterberg der Franziskanerinnen besucht, mit vielen Schwestern gesprochen und Gottesdienst gefeiert.

Reute
Generaloberin und Bischof stoßen mit ihren Gläsern an.

Generaloberin Schwester Maria Hanna Löhlein (l.) und Generalvikarin Schwester Rebecca Langer begrüßen Bischof Dr. Klaus Krämer mit einem fruchtigen Kräuter-Blüten-Getränk - Foto: DRS/Waggershauser

Bischof Dr. Klaus Krämer war bereits in seiner Zeit als Domkapitular mehrfach im Kloster Reute - unter anderem zu Sitzungen des Diözesanrats. "Aber nicht, seit hier die große Baustelle ist", erklärt er bei seinem ersten offiziellen Besuch im Bischofsamt neugierig. Generaloberin Schwester Maria Hanna Löhlein, die ihn bei einem Treffen in Rottenburg eingeladen hatte, und weitere Schwestern der Ordensleitung begrüßten Krämer mit einem Getränk aus Kräutern und Blumen des klostereigenen Gartens. Dann war es soweit. Helm auf - und der Rundgang durch die Geschichte, die staubige Gegenwart und die in Teilen schon erkennbare Zukunft des Gebäudekomplexes auf dem Klosterberg startete.

Ebenerdig in die Franziskuskapelle, die wieder auf die Originalgröße zurückgebaut wird, dann die Treppe nach oben zum "Bischofszimmer" im alten Teil des Klosters aus dem Jahr 1650, ganz nach unten in einen Gewölbekeller mit Steinen einer Adelsburg an diesem Ort vor etwa 600 Jahren - und wieder hoch in den Festssaal im Bau vom Beginn des 20. Jahrhunderts, in dem auch schon Baustellenkonzerte stattfanden. "Heute gehen wir einen ganz besonderen Weg, weil mir immer wieder was einfällt", rechtfertigte Schwester Maria Hanna die gewählte Route. Der Bischof folgte ihr und ihren Erklärungen interessiert, stellte Rückfragen und staunte über manches Detail.

Die Zukunft des Klosters: einfach, offen und nah

Besonderen Wert legte die Generaloberin gleich am Beginn der Führung auf den neuen Eingangs- und Willkommensbereich. Denn einfach offen zu sein und nah bei den Menschen, darin sehen die Franziskanerinnen ihre Zukunft in der heutigen Zeit. Die Nähe zu den Schwestern und die Gemeinschaft im Haus können auch die künftigen Bewohner:innen der zwölf Apartments erleben, deren Konzeption Schwester Maria Hanna dem Bischof vorstellte. Damit reagieren die Schwestern auf den Wohnraummangel. Auch ein Teil der 41 Schwesternzimmer könnte später in Apartments umgewandelt werden. Das ist bei den aktuellen Zahlen aber kein Thema. "Die ältesten Schwestern wollen alle noch erleben, dass wir einziehen können", mutmaßt die Generaloberin.

Nach den verschlungenen Wegen durch die Gebäude führte der Weg des Labyrinths inmitten von üppig blühenden Grabstellen die Oberin und den Bischof klar zur Mitte. Wie die neue Aussegnungshalle aus Stampflehm ist der Friedhof bereits fertiggestellt. Bischof Krämer lobte am Ende des Rundgangs den Innovationsgeist der Ordensgemeinschaft beim Klosterbergprojekt. "Es zeigt, dass man, wenn man gute Ideen und Vertrauen in die Zukunft hat, auch ganz neue Dinge angehen kann und Kirche öffnen kann für Menschen, die die Nähe und den Kontakt zu spirituellen Zentren suchen", freute sich der Gast aus Rottenburg. So habe das Kloster Reute Modellcharakter für andere Orte in der Diözese, die gerade verschiedene Zukunftsprozesse anstößt.

Der Bischof dankt den Schwestern für ihr Gebet

Der Besuch des Bischofs galt aber nicht in erster Linie den Steinen, sondern den in Reute lebenden Ordensfrauen. So unterhielt sich Krämer gleich zu Beginn mit indonesischen Schwestern, die derzeit in Reute zu Gast sind, schüttelte bei Begegnungen auf dem Rundweg viele Hände und aß mit der Gemeinschaft zu Mittag. Berührt zeigte sich der Bischof vom Lebenswerk und Wirken der teils hochbetagten Schwestern, die er im Gut-Betha-Haus aufsuchte. Er danke ihnen für ihr Gebet, für die Kirche in der Welt und der Diözese, aber auch für ihn persönlich. Nach dem Gottesdienst, dem Krämer zusammen mit Klosterpfarrer Ulrich Steck und dem früheren Superior Martin Neckermann vorstand, reihte er sich beim Gruppenfoto mitten in die zukuftsorientierte Ordensgemeinschaft ein.

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