Es wird bunt. Es wird lebendig. Es wird überraschend. „Wengenkirche im Farbrausch“ – das bedeutet, Kirche zu öffnen, auch als Raum der kreativen Suche und Entfaltung, als Raum der Begegnung, als Ort der Teilhabe an etwas Großem. „Wir möchten einen Begegnungsrahmen schaffen und Menschen einladen, auch die, die sonst vielleicht nicht kommen würden“, sagt Gemeindereferentin Margarete Lobenhofer über ein ungewöhnliches Projekt, das in der Ulmer Citykirche gerade Gestalt annimmt: Zusammen mit der Ulmer Künstlerin und Bühnenbildnerin Marianne Hollenstein verwandelt sie den Chorraum der Wengenkirche in eine „offene Malwerkstatt für alle, die Lust haben, sich mit Pinsel und Farbe auszudrücken, oder es gerne ausprobieren möchten“. Der Boden ist mit Papierbahnen bedeckt, auf denen sich ein „Farbrausch“ entfalten darf.
Kirche als Denkraum und Experimentierfeld
Den Impuls gab Pfarrer Dr. Michael Estler: Die Idee eines Museumsprojekts in München, wo Kinder den Boden bemalten und sich auf diese Weise in ihrer Spontaneität und Unberechenbarkeit schöpferisch Räume erschließen konnten, wollte er für die Wengenkirche und ihren Wandlungsprozess nutzbar machen. „Das Farbrausch-Projekt bietet die Chance, den Raum in der Veränderung wahrzunehmen, also das Gespür für den historischen Raum in der Wengenkirche und für die anstehende Transformation zu schärfen", sagte Estler zur Eröffnung. „Schon seit Jahren beschäftigt sich die Wengengemeinde damit, neue Blickwinkel einzunehmen, damit die Kirche weiterhin oder immer mehr eine 'bewohnbare Kirche' ist, in der Menschen Sinn finden, Hoffnung schöpfen und Beheimatung erfahren können." Zusammen mit Lobenhofer und Hollenstein entspann sich ein Projekt, das künstlerische und spirituelle Anliegen zusammenbringt: Kirche als Denkraum und Experimentierfeld, wo Fantasie und Bewegung wertgeschätzt wird.