Zum Inhalt springen

Kreative Feiertage

Kirchenfeste feiern ohne großen Aufwand: Vier Stuttgarter Theologinnen haben Impulskarten zu 20 Kirchenfesten gestaltet.

Stuttgart
V.l.: Andrea Neininger, Claudia Ebert, Julia Willers, Angelika Klug. Foto: Stadtdekanat Stuttgart

V.l.: Andrea Neininger, Claudia Ebert, Julia Willers, Angelika Klug. Foto: Stadtdekanat Stuttgart

Das Wissen über kirchliche Feiertage geht verloren. Für vier Stuttgarter Theologinnen kein Grund zu jammern, sondern einer, sich aufzumachen. Die vier Frauen haben sich  zusammengesetzt und Karten entworfen, in denen sie einfach, kurz und knapp den jeweiligen Tag erklären und Tipps geben, wie dieser im Alltag gelebt und gestaltet werden kann. „Wichtig war es uns, immer auch Vorschläge zu machen, wie Menschen zuhause das Kirchenfest für sich auf kreative Weise begehen können, ohne großen Aufwand zu haben und vorher noch etwas besorgen zu müssen“, sagt die Gemeindereferentin Julia Willers. Der nächste Feiertag ist Maria Himmelfahrt am 15. August, für den die vier Theologinnen empfehlen: rausgehen, einen Spaziergang machen, Kräuter sammeln und einen kleinen Strauß für zuhause binden.

Auch wenn Maria Himmelfahrt in Bayern ein gesetzlicher Feiertag ist, wissen viele Menschen nicht mehr, was sich dahinter verbirgt. Deshalb erzählen die vier Stuttgarter Frauen auf der Impulskarte die Geschichte von Maria, die nach ihrem Tod ins Grab gelegt worden war. „Als die Freunde das Grab Mariens noch einmal öffnen, finden sie ihren Leichnam nicht. Sie finden wunderschöne Blumen und Kräuter, die herrlich duften.“ Auf der Karte zu finden ist außerdem der Tipp mit dem Kräuterstrauß, ein kleines Kräuterquiz, ein Impuls und ein Lied, das über einen QR-Code angehört werden kann. „Uns ist es wichtig, unterschiedliche Menschen anzusprechen, Familien genauso wie Singles, junge Menschen genauso wie Senioren“, sagt Julia Willers.

Coronakrise war der Auslöser

Ohne Corona aber würde es die Impulskarten nicht geben, die Pandemie hat den Anstoß für die Impulskarten und die Zusammenarbeit gegeben. Wegen des Lockdowns konnte Ostern nicht gemeinsam in den Kirchen gefeiert werden. „Wir wollten den Menschen aber etwas in die Hand geben können, mit dem sie die Karwoche und Ostern dennoch auf eine gute Weise begehen können“, erzählt Claudia Ebert von der Seelsorge für Familien mit behinderten Kindern. „Ich wollte die Familien nicht alleine lassen“, so die 46-Jährige. Auch Julia Willers war es ein Bedürfnis, mit den Menschen aus ihrer Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-Nordstern in Kontakt zu bleiben, ihnen etwas mitgeben zu können. Also haben sich die zwei mit der Gemeindereferentin Angelika Klug aus der Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-Süd zusammengetan und angefangen, Karten zu Gründonnerstag, Karfreitag, Karsamstag, Ostersonntag und Ostermontag zu entwerfen. Die Resonanz war für die Frauen überraschend groß, aus der ganzen Region kamen Anfragen nach den Karten.

Die ersten Karten müssen schon nachgedruckt werden

Also haben die Frauen weitergedacht, weitergemacht und sich vorgenommen, zu allen wichtigen Feiertagen im kirchlichen Jahreskreis Impulskarten im DINA 5-Format zu entwerfen. Dazugesellt hat sich Andrea Neininger, die Dekanatsbeauftragte für Schulpastoral, die die Karten an die Religionslehrer weitergegeben hat. „Das ist auch eine gute Möglichkeit, den Schülerinnen und Schülern Glauben zu vermitteln“, sagt Andrea Neininger. Inzwischen gibt es Karten zu Erntedank, Allerheiligen, Allerseelen, Advent, Heiligabend, Weihnachten, Silvester, Dreikönig und die ersten Impulskarten müssen auch schon nachgedruckt werden, weil die 3000 gedruckten Exemplare vergriffen sind. Dazu zählt auch die Impulskarte zu Maria Himmelfahrt und die zum Schutzengelfest am 2. Oktober, auf der gezeigt wird, wie man auf einfache Weise einen kleinen Engel für die Hosentasche machen kann. Die Empfehlung für diesen Tag: „Verschenke den Engel an jemanden, der Kraft vom Himmel braucht.“

Überall, wo ich Menschen besuche, habe ich Karten dabei.

Die vier Stuttgarter Theologinnen haben alle ihre Lieblingskarte. Bei Angelika Klug ist es der Karsamstag: „Wir haben den Tag sehr reduziert und sehr meditativ mit einem Körpergebet gestaltet. Immer wenn ich zur Ruhe kommen möchte, kann ich mir diese Karte hervorholen.“ Bei Julia Willers ist es die eine Karte für den gesamten Advent: „Wir schlagen ein Ritual vor, das mich durch die Adventszeit trägt. Diese Reduzierung, weg von den 24 Türchen, hinter denen sich immer etwas Neues verbirgt, ist für mich das besondere“. Und Claudia Ebert freut sich schon auf das Verteilen der Impulskarte zu Silvester. „Da knallen keine Korken, stattdessen lasse ich das Jahr Revue passieren.“ Auf der Karte wird das Wort Mut zu lesen sein und zwar in Blindenschrift. „Damit Menschen das Wort fühlen können, mit dem sie in das neue Jahr starten“, so Claudia Ebert. Die Seelsorgerin für Familien mit behinderten Kindern verteilt die Karten seit Monaten auch in Behinderteneinrichtungen, Krankenhäusern und Pflegeheimen. „Überall, wo ich Menschen besuche, habe ich Karten dabei.“

Die Karten können kostenlos über die Bestellplattform der Diözese Rottenburg-Stuttgart bezogen werden. Dort finden sich immer nur die Impulskarten für die anstehenden Feste, das sind im Moment Maria Himmelfahrt, der Schutzengeltag sowie Erntedank.

Hinweis

Aufgrund der hohen Nachfrage sind die Impulskarten zu Mariä Himmelfahrt und Erntedank derzeit im Shop vergriffen. Die Karten werden nachgedruckt.

Die Impulskarten zum Schutzengelfest und Erntedank können Sie als PDF-Datei hier herunterladen.

Katholische Kirche in Stuttgart

Dies ist ein Text der Katholischen Kirche in Stuttgart.
Weitere Nachrichten aus dem Stadtdekanat lesen Sie hier.

Mehr zur Autorin

Aktuelles

zum Thema

SE Schwäbisch Gmünd-Mitte

Gmünder Münster feiert 100. Geburtstag

Schwäbisch Gmünd

Zum Patrozinium feierte die Heilig-Kreuz-Gemeinde die Münstererhebung vor 100 Jahren und ehrte Bischof Paul Wilhelm von Keppler; er stammte aus Gmünd.

Niklas Heck

Junge Kirche St. Nikolaus feiert Wiedereröffnung

Stuttgart

Zwei Jahre Umbau haben eine flexible Kirche mit vielen Möglichkeiten entstehen lassen. Wiedereröffnung am 20. September mit Bischof Dr. Klaus Krämer.

Aktuelles

aus der Region

Marcel Krämer

Demokratie ist bunt und vielfältig

Esslingen am Neckar

Ein Fest mit Ausstellungseröffnung erwartete die Besucher:innen der Langen Nacht der Demokratie im neu renovierten Haus der Katholischen Kirche.

Ines Szuck

Im Gespräch bleiben – Dr. Johannes Warmbrunn im Porträt

Esslingen am Neckar

Fast ein Vierteljahrhundert hat Dr. Johannes Warmbrunn den Diözesanrat mitgestaltet. Nun beginnt für ihn ein neuer Abschnitt mit mehr Zeit.

Aktuelles

aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Iris Müller-Nowack

Improvisationstheater zur Langen Nacht der Demokratie

Horb am Neckar

Rund 100 Interessierte folgen Einladung der Katholischen Erwachsenenbildung im Kreis Freudenstadt und auch über ernste Themen darf gelacht werden.

Matthias Häußler - Film und Bild

Auf die Blumen kommt es an, nicht auf den Zaun

Hohenheim

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart nimmt bei einer Tagung die theologischen Grundlagen ihres Zukunftsprozesses in den Blick und erarbeitet Perspektiven.

istock / Walt41

800 Jahre heiliger Franziskus

Am 4. Oktober ist der Todestag des heiligen Franz von Assisi. Das Leben des Schutzpatrons der Schöpfung wirkt bis heute nach.

Arkadius Guzy

Die Kirche im Demokratiedorf

Heilbronn

Bei der Langen Nacht der Demokratie setzen kirchliche Einrichtungen kreative und spielerische Akzente für Würde, Vielfalt und Zusammenhalt.

Dankbar, (bissle) wehmütig und neugierig, was kommt

Ellwangen (Jagst)

Rappelvolle Gottesdienste, viele herzliche Begegnungen und eine Ökumene im Aufbruch - auch für die Kirche ist die Landesgartenschau ein großer Erfolg.