„Die Pfeifenorgel soll in der lateinischen Kirche als traditionelles Musikinstrument in hohen Ehren gehalten werden; denn ihr Klang vermag den Glanz der kirchlichen Zeremonien wunderbar zu steigern und die Herzen mächtig zu Gott und zum Himmel emporzuheben“, so formulierte das Zweite Vatikanische Konzil in der Liturgiekonstitution (SC 120). Noch plastischer beschreibt Diözesanmusikdirektor Walter Hirt die einzigartige Vielfalt der Orgel im Gottesdienst: „Im Antwortpsalm ist die Orgel das Instrument jubelnden Festes, beim Gabengebet wirkt sie als Herzen-empor-zu-Gott-Instrument, im Sanctus als Widerhall des kosmischen Gotteslobs, beim Tagesgebet als klingende Oster-Lebensprägung, zum Evangelium wird sie zur Auftrags-Erfüllerin, als Lesungsmusik ist sie Erlauschungs-Gehilfin.“
Kostproben königlicher Vielfalt
In einigen Kirchen, wo Gottesdienste möglich sind, haben die Organisten kleine Kostproben dieser Vielfalt vorbereitet. Ideen und Anregungen dazu hat Reiner Schulte, Regionalkantor in Backnang, in einer Präsentation zusammengestellt. Für Gläubige in Kreisen und Dekanaten mit (zu) hoher Inzidenz bringen Kirchenmusiker liturgische Vertonungen ins heimische Wohnzimmer: Dr. Andreas Weil, Dekanatskirchenmusiker in Ulm, hat zum Beispiel die erste Lesung für den 9. Mai aus der Apostelgeschichte mit der Sprecherin Karin Kiehlneker aufgenommen.