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KsM-Vorsitz: Dr. Monika Stolz blickt zurück

Dr. Bernhard Sven Anuth und Theresia Werner zollen seitens der Kommission sexueller Missbrauch ihren Respekt gegenüber der langjährigen Vorsitzenden.

Rottenburg am Neckar
Das Foto zeigt eine Frau, die in die Kamera blickt. Gregor Moser

Im Rückblick auf ihre Tätigkeit als Vorsitzende der Kommission sexueller Missbrauch dankt Dr. Monika Stolz allen Mitgliedern der Kommission für das, wie sie sagt, "konstruktive, offene und engagierte Miteinander". Bild: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Gregor Moser

Dr. Monika Stolz, die frühere Arbeits- und Sozialministerin des Landes Baden-Württemberg, engagierte sich von 2014 bis dieses Jahr ehrenamtlich in der diözesanen Kommission sexueller Missbrauch (KsM) als deren Vorsitzende. Ende März gab sie dieses Amt ab. Am vergangenen Dienstag verlieh ihr Bischof Dr. Klaus Krämer – auch mit Blick auf die Tätigkeit für die KsM – im Namen von Papst Leo XIV. anlässlich einer Feierstundeim Bischofshaus in Rottenburg die Würde einer Dame vom Orden des heiligen Papstes Silvester.

Rückblick auf 12 Jahre als KsM-Vorsitzende

Im Rückblick auf ihre Tätigkeit in der KsM und auf die vergangenen rund zwölf Jahre hält Dr. Stolz selbst fest: „Kinder und Jugendliche vor sexuellem Missbrauch zu schützen, ist eine wichtige Aufgabe in allen gesellschaftlichen Bereichen, denn die Häufigkeit des Geschehens ist erschreckend hoch. Daran mitzuarbeiten, dass unsere Kinder im Bereich der Kirche mit größerer Sicherheit aufwachsen, war mir Ehre und Herausforderung zugleich.“

Betroffenen-Vertreter bereichert Arbeit der KsM

Die von dem früheren Bischof Dr. Gebhard Fürst im Jahr 2002 gegründete „Kommission sexueller Missbrauch“ habe sie immer als äußerst sinnvoll empfunden. „Die intensive Diskussion im Kreis juristischer, kirchenrechtlicher, kinderpsychiatrischer, präventiver und beratungserfahrener Kompetenz war sehr hilfreich, um dem Bischof zum Vorgehen in gemeldeten Fällen den geforderten Rat zu geben“, sagt Dr. Stolz. Nach Etablierung des Betroffenenbeiratssei auch die Entsendung eines Vertreters der Betroffenen eine wertvolle Bereicherung in der Arbeit der KsM gewesen, die der Betroffenensicht noch mehr Gewicht gegeben hat, stellt Dr. Stolz fest und fügt hinzu: „Ich danke allen Mitgliedern der Kommission für das konstruktive, offene und engagierte Miteinander, ohne das diese schwierige Aufgabe auch nicht zu meistern ist. Die intensive Präventionsarbeit der Diözese hat erfreulicherweise im Verlauf der Jahre zu einer höheren Sensibilität für nicht zu akzeptierendes Verhalten in den Strukturen geführt, was bei den Meldungen an die Kommission deutlich wurde.“ Und mit dem Blick in die Zukunft gerichtet, schließt sie an: „Die Aufgabe bleibt unvermindert in ihrer Wichtigkeit bestehen und muss in den Köpfen aller Mitarbeitenden der Diözese verankert sein. Ich wünsche der Kommission und allen Engagierten weiterhin viel Mut und Erfolg – im Interesse unserer Kinder und Jugendlichen.“

Stolz leitete KsM mit hohem Engagement und Herzblut

Prof. Dr. Bernhard Sven Anuth, Kirchenrechtler an der Universität Tübingen und stellvertretender Vorsitzender der KsM, sowie Theresia Werner, Geschäftsführung der KsM, danken Dr. Stolz für deren Engagement. Dr. Stolz habe die KsM stets mit hohem Engagement und spürbarem Herzblut nach innen geleitet und nach außen repräsentiert. Dabei sei sie immer eine ausgesprochene Team-Playerin gewesen, die im Ringen um möglichst gute und gerechte Lösungen stets auch andere Meinungen gehört und eingefordert habe, zollen sie ihr übereinstimmend ihren Respekt. „Danke für die zwölf Jahre Ihres durchgängig höchst engagierten Einsatzes für den Kinderschutz und für Betroffene sexuellen Missbrauchs in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Danke auch für Ihre niemals nur geschäftsmäßige, sondern stets persönlich engagierte Leitung unserer Sitzungen und Ihr dabei immer spürbares, ehrliches Ringen um Gerechtigkeit für die Betroffenen einer- und die Wiedergewinnung von Glaubwürdigkeit der Kirche andererseits“, stellen Dr. Anuth und Werner unisono fest und wünschen der ehemaligen Vorsitzenden das Beste für die Zukunft im Kreise der Familie.

 

 

 

Zum Hintergrund:

  • Dr. Monika Stolz war von 2001 bis 2016 CDU-Landtagsabgeordnete und von 2006 bis 2011 Ministerin für Arbeit und Soziales und Kinderbeauftragte der Landesregierung Baden-Württemberg. Als Mutter von vier Kindern und als mehrfache Großmutter liegt ihr der Kinderschutz sehr am Herzen. Die Ärztin lebt mit ihrer Familie in Ulm.
  • Die Kommission sexueller Missbrauch (KsM) ist ein Beratungsgremium des Bischofs der Diözese Rottenburg-Stuttgart und begleitet in dieser Funktion das gesamte Verfahren im Umgang mit Vorwürfen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger sowie schutz- oder hilfebedürftiger Erwachsener im Verantwortungsbereich der Diözese. Zu ihren Aufgaben zählt es, Vorfälle sexuellen Missbrauchs durch Geistliche oder Laien im Dienst der Diözese sorgfältig zu ermitteln und Empfehlungen für den Bischof zu erarbeiten.

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