Kunst zum Entdecken und Nachdenken
Christine Eberle In der Basilika St. Vitus in Ellwangen gibt es eine Ausstellung mit Werken von Judith Wettemann-Ebert. Foto: Christine Eberle
Die Basilika St. Vitus in Ellwangen wird zum besonderen Ort der Begegnung zwischen zeitgenössischer Kunst und sakralem Raum: In ihrer Ausstellung “Corpus conclusus” lädt die Künstlerin Judith Wettemann-Ebert Besucherinnen und Besucher dazu ein, die Natur, den menschlichen Körper sowie die Themen Werden und Vergehen aus einer neuen Perspektive zu betrachten.
Ausgangspunkt der Ausstellung ist das mittelalterliche Bild des “Hortus conclusus”, des „verschlossenen Gartens“. Die Künstlerin überträgt den Gedanken des Bewahrens und Umschließens auf die Natur und den menschlichen Körper. Dabei greift sie Formen und Prozesse von Zwiebel, Kern und Kokon auf. Sie stehen für Entwicklung, Schutz und die Möglichkeit, dass etwas Neues entstehen kann. Zugleich machen die Werke deutlich: Leben braucht Veränderung und Öffnung. Was dauerhaft abgeschlossen bleibt, kann sich nicht weiterentwickeln.
Eine Vielfalt an Werken und Techniken
Eine besondere Atmosphäre entfaltet die Ausstellung in der Krypta der Basilika. Die dort bewahrten Reliquien verweisen auf den menschlichen Körper und seine Bewahrung über den Tod hinaus. Dadurch wird die Krypta selbst zu einem eindrucksvollen Gegenüber der Kunstwerke.
Die vielseitigen Werke reichen von Zeichnungen und Grafiken über Mischtechniken bis hin zu großformatigen Tafelbildern. Teilweise arbeitet Wettemann-Ebert mit einem von der Freskomalerei abgeleiteten Verfahren. Dabei verbinden sich Kalk und Pigmente zu einer besonderen Oberfläche, die eng mit dem jeweiligen Motiv verbunden ist. Plastiken aus Papier und Stoff ergänzen die Ausstellung.
Künstlerin führt durch die Ausstellung
“Corpus conclusus” knüpft an die Themen der Landesgartenschau und insbesondere an die dortige Blumenschau an. Von der sichtbaren Schönheit der Natur führt die Ausstellung den Blick zu verborgenen Prozessen und Strukturen – und schließlich zum Menschen selbst.
Die Ausstellung ist noch bis zum 4. Oktober täglich von 8 bis 18 Uhr in der Basilika St. Vitus und ihrer Krypta zu sehen. Eine besondere Gelegenheit, die Werke und ihre Hintergründe näher kennenzulernen, bieten zwei persönliche Führungen mit der Künstlerin Judith Wettemann-Ebert. Sie finden am Samstag, 12. September, um 11 Uhr sowie am Sonntag, 27. September, um 15 Uhr statt. Treffpunkt ist jeweils vor dem Südportal der Basilika auf der Seite des Marktplatzes.