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Mit allen Sinnen

Hören. Sehen. Fühlen. Bei den inklusiven Wort-Gottes-Feiern am Zollberg ist das Wort Gottes mit allen Sinnen erfahrbar.

Zollberg

Damit die Feiern trotz Corona und Abstandsregeln stattfinden können, entwirft ein Team der Gemeinde St. Augustinus um Behinderten-Seelsorgerin Claudia Ebert entlang eines Waldwegs jeden Monat einen Stationengottesdienst. Weil die Nachfrage so groß ist, bleiben die Stationen eine Woche lang aufgebaut. So können die Organisatoren nicht nur räumlichen, sondern auch zeitlichen Abstand gewährleisten. Endstation ist an einer großen Feuerschale in der Kirche, wo zum Abschluss ein Licht entzündet werden kann.

Für den jüngsten Stationengottesdienst hatten die Ehrenamtlichen das Leitwort "Ich bin da" aus dem Johannes-Evangelium gewählt. Bei der Auseinandersetzung mit dem Thema kam rasch die Idee auf, ein Labyrinth aufzumalen, durch das man guten Mutes hindurchgehen oder sich vertrauensvoll hindurchleiten lassen kann. Die Idee mit dem Labyrinth ist in St. Augustinus nicht neu - Ehrenamtliche haben im Frühjahr ein Kräuterlabyrinth angepflanzt. Weil das noch wachsen muss, wurde spontan der Farbpinsel geschwungen.

"Schon das Malen war ein Erlebnis", berichtet Claudia Ebert. Zusammen mit ihr haben die Kirchengemeinderätin Gisela Knibbe, die Bildhauerin Anja Schweizer und deren Tochter Lilly (6) die Striche, Bögen und Schwingungen rund um einen Baum gemalt. Er steht fest und Kraft gebend im Zentrum. "Viele Leute sind stehengeblieben und haben gestaunt, was wir da machen." Bei der Malaktion ist ein kleiner Film entstanden.

Viele Menschen seien die Wege inzwischen schon gegangen, berichtet Claudia Ebert. Vor allem Familien nehmen das Angebot der Stationengottesdienste gerne an und verweilen derzeit auch besonders gern am Labyrinth. Auch für behinderte Menschen ist es eine besondere Erfahrung, die Gänge abzugehen. "Ich habe mehrere hindurchbegleitet", erzählt Ebert. "Das war sehr berührend."

Anders als sein wachsendes Kräuterpendant ist das gemalte Labyrinth übrigens nicht von Dauer. Die Farbe, mit der es aufgetragen wurde, hält nur etwa sechs Wochen. Bei der nächsten inklusiven Wort-Gottes-Feier Ende Juni wollen die Organisatorinnen das Labyrinth noch einmal in den Stationengottesdienst miteinbauen. Danach wird die Farbe verblassen und Platz für neue Ideen machen.

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