Neue Strukturen für die Seelsorge
Bis 2030 werden aus den aktuell 1.020 Kirchengemeinden 50 bis 80 neue Kirchengemeinden gebildet. „Die Neustrukturierung ist kein Selbstzweck. Sie soll Freiräume schaffen, damit wieder mehr Zeit für den kirchlichen Kernauftrag – die Seelsorge – bleibt“, sagte Barbara Strifler, Teil der Prozessleitung „Kirche der Zukunft“ und Programmleiterin von „Seelsorge in neuen Strukturen“ in ihrer Einführung. Damit reagiert die Diözese Rottenburg-Stuttgart auf die rückläufigen Finanz- und Personalressourcen, aber auch auf die veränderten Anforderungen an die Kirche.
Ziel der größeren Einheiten ist es, Ehrenamtliche und das Pastorale Personal von Verwaltungsaufgaben zu entlasten und in dem entstehenden Netzwerk aus gemeindlichen und thematischen Kirchorten Seelsorge an vielen Orten zu ermöglichen. Der Zusammenschluss biete zugleich die Chance für neue pastorale Akzente, so Barbara Strifler.
Kooperation und Vernetzung statt Zentralisierung
Die aktuellen Kirchengemeinden bleiben in den neuen Kirchengemeinden als Kirchorte zusammen mit anderen kirchlichen Akteur:innen und Orten – etwa muttersprachlichen Gemeinden, Jugendreferaten, Wallfahrtsorten, Verbänden oder caritative Einrichtungen – wichtige Orte des kirchlichen Lebens. „Kooperation ist die Grundidee des gesamten Prozesses“, betonte Bischof Dr. Krämer. Daher sei es ihm ein großes Anliegen, sich zu vernetzen – auch mit den evangelischen Partner:innen vor Ort. Dadurch könnten nicht nur Ressourcen eingespart, sondern auch Potenziale für eine missionarische Pastoral besser genutzt werden.
Felix Kellner, stellvertretender Leiter des Programms „Räume für eine Kirche der Zukunft“, ermutigte die Anwesenden mit Blick auf die notwendigen Reduzierungen von Gebäuden, auch Räume künftig mehr gemeinsam und ökumenisch zu nutzen. Dabei nahm er auch Bezug auf ein erstes Vernetzungstreffen von evangelischen, katholischen und kommunalen Partner:innen, das im Herbst lokal fortgeführt werden soll.