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Lebendige Kirche in neuen Strukturen

Vertreter:innen aus Stuttgart, Ludwigsburg, Mühlacker und Rems-Murr nutzten die Möglichkeit zum Austausch zur „Kirche der Zukunft“.

Kornwestheim
Pfarrer Matthias Hambücher und Kirchengemeinderatsvorsitzender Franz Scheuermann stehen am Rednerpult und begrüßen die Teilnehmenden, im Hintergrund ist die Startfolie der Präsentation mit dem Titel der Veranstaltung "Mit dem Bischof im Gespräch über die Kirche der Zukunft" zu sehen.

Pfarrer Matthias Hambücher und Kirchengemeinderatsvorsitzender Franz Scheuermann (Kath. Kirchengemeinde St. Martinus Kornwestheim) begrüßten die Anwesenden zur 4. Regionalkonferenz. Foto: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Lea-Theresa Berg

Bei sommerlichen Temperaturen kamen am Freitag Nachmittag rund zweihundert Vertreter:innen der Kirchengemeinden und Dekanate aus den Dekanaten Stuttgart, Ludwigsburg, Mühlacker und Rems-Murr im Gemeindehaus in Kornwestheim zusammen, um sich über den aktuellen Stand im Entwicklungsprozess „Kirche der Zukunft“ zu informieren und ihre Fragen direkt an Bischof Dr. Krämer und Verantwortliche für die verschiedenen Programme des Prozesses zu stellen. 

Bereits bei der Begrüßung sprach der gastgebende Pfarrer Matthias Hambücher der Kirchengemeinde St. Martinus in Kornwestheim aus, was auch im Laufe der Veranstaltung immer wieder seitens der Verantwortlichen aus dem Bischöflichen Ordinariat betont wurde: „Die aktuellen Kirchengemeinden sollen auch in Zukunft lebendige Orte sein“.

Hohe Beteiligung

Bereits im Vorfeld der Veranstaltung waren rund 90 Fragen eingegangen, die zu Themenblöcken zusammengefasst und von Bischof Dr. Krämer in einem Interview beantwortet wurden. Viele Teilnehmenden nutzten anschließend die Gelegenheit, weitere Fragen direkt an Bischof Dr. Krämer und Vertreter:innen der Programme „Seelsorge in neuen Strukturen“, „Verwaltung in neuen Strukturen“ und „Räume für eine Kirche der Zukunft“ zu stellen. Dabei spiegelte sich wider, was bereits die Umfrage „Meine drei Begriffe zur Kirche der Zukunft“ zu Beginn der Veranstaltung gezeigt hatte: Hoffnung und Zuversicht, aber auch Unsicherheit und Sorgen. 

Bischof Dr. Krämer freute sich über die vielen Fragen, Anmerkungen und den konstruktiven Austausch: „Die Qualität unseres Entwicklungsprozesses lebt davon, dass viele mitdenken.“ 

Neue Strukturen für die Seelsorge

Bis 2030 werden aus den aktuell 1.020 Kirchengemeinden 50 bis 80 neue Kirchengemeinden gebildet. „Die Neustrukturierung ist kein Selbstzweck. Sie soll Freiräume schaffen, damit wieder mehr Zeit für den kirchlichen Kernauftrag – die Seelsorge – bleibt“, sagte Barbara Strifler, Teil der Prozessleitung „Kirche der Zukunft“ und Programmleiterin von „Seelsorge in neuen Strukturen“ in ihrer Einführung. Damit reagiert die Diözese Rottenburg-Stuttgart auf die rückläufigen Finanz- und Personalressourcen, aber auch auf die veränderten Anforderungen an die Kirche.

Ziel der größeren Einheiten ist es, Ehrenamtliche und das Pastorale Personal von Verwaltungsaufgaben zu entlasten und in dem entstehenden Netzwerk aus gemeindlichen und thematischen Kirchorten Seelsorge an vielen Orten zu ermöglichen. Der Zusammenschluss biete zugleich die Chance für neue pastorale Akzente, so Barbara Strifler.

Kooperation und Vernetzung statt Zentralisierung

Die aktuellen Kirchengemeinden bleiben in den neuen Kirchengemeinden als Kirchorte zusammen mit anderen kirchlichen Akteur:innen und Orten – etwa muttersprachlichen Gemeinden, Jugendreferaten, Wallfahrtsorten, Verbänden oder caritative Einrichtungen – wichtige Orte des kirchlichen Lebens. „Kooperation ist die Grundidee des gesamten Prozesses“, betonte Bischof Dr. Krämer. Daher sei es ihm ein großes Anliegen, sich zu vernetzen – auch mit den evangelischen Partner:innen vor Ort. Dadurch könnten nicht nur Ressourcen eingespart, sondern auch Potenziale für eine missionarische Pastoral besser genutzt werden.

Felix Kellner, stellvertretender Leiter des Programms „Räume für eine Kirche der Zukunft“, ermutigte die Anwesenden mit Blick auf die notwendigen Reduzierungen von Gebäuden, auch Räume künftig mehr gemeinsam und ökumenisch zu nutzen. Dabei nahm er auch Bezug auf ein erstes Vernetzungstreffen von evangelischen, katholischen und kommunalen Partner:innen, das im Herbst lokal fortgeführt werden soll. 

Nächste Schritte

Einen Tag vor der Regionalkonferenz waren die ersten Vorschläge der Kirchengemeinden beim Studientag der Dekane, Stellvertretenden Dekane, Dekanatsreferent:innen und Leiter:innen der Katholischen Verwaltungszentren vorgestellt und zu einem ersten Zwischenstand zusammengeführt worden. Nun werden die Beratungen in den Kirchengemeinden fortgesetzt. Bis zum 20. September sollen die Kirchengemeinden dann ihr Votum dazu abgeben, mit welchen Kirchengemeinden sie künftig eine neue Kirchengemeinde bilden wollen. 

„Wenn Ende dieses Jahres die neue diözesane Landkarte steht und klar ist, welche aktuellen Kirchengemeinden eine neue Kirchengemeinde bilden werden, wird es ab 2027 darum gehen, der neuen Kirchengemeinde ein neues Gesicht zu geben und ihre pastorale Zukunft zu gestalten“, sagte Bischof Dr. Krämer. 

Auch in der Phase der Bildung der neuen Kirchengemeinden sollen die Kirchengemeinden begleitet und unterstützt werden. Konkrete Arbeitshilfen, unter anderem für die Erarbeitung der Gründungsvereinbarung, werden derzeit erstellt.

Es war bereits die vierte von insgesamt sieben Regionalkonferenzen unter dem Motto „Mit dem Bischof im Gespräch über die Kirche der Zukunft“. Zum Abschluss lud Bischof Dr. Krämer die Anwesenden dazu ein, sich auch weiterhin einzubringen, im Gespräch zu bleiben und so das Gelingen des Prozesses mitzugestalten. 

Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Kornwestheim

Im Vorfeld der Regionalkonferenz hatte sich Bischof Dr. Krämer noch in das Goldene Buch der Stadt Kornwestheim eingetragen und sich mit Oberbürgermeister Nico Lauxmann ausgetauscht.

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