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Leuchtturmprojekt für das Zusammenleben

Die Siedlungswerk GmbH realisiert vorbildhaftes Projekt für Nachbarschaft, Integration und Vielfalt. Erste Wohnungen im Frühsommer 2021 beziehbar.

Stuttgart-Birkach
Vorort-Termin in Birkach: Architekt Freimut Jacobi, Siedlungswerk-Geschäftsführer Norbert Tobisch, Bischof Gebhard Fürst und Filmregisseur Dominik Wessely (v.l.). Foto: DRS

Vorort-Termin in Birkach: Architekt Freimut Jacobi, Siedlungswerk-Geschäftsführer Norbert Tobisch, Bischof Gebhard Fürst und Filmregisseur Dominik Wessely (v.l.). Foto: DRS

Wo bis Oktober 2018 die St. Vinzenz-Pallotti-Kirche stand, ist derzeit ein Leuchtturmprojekt weit über die Diözese Rottenburg-Stuttgart hinaus im Werden. Die Siedlungswerk GmbH realisiert an der Aulendorfer Straße im Stadtteil Birkach ein inklusives Wohnbauvorhaben mit 60 Eigentumswohnungen, einer viergruppigen Kindertagesstätte, sieben Mietwohnungen, fünf Wohngruppen für insgesamt 35 Geflüchtete, zwei Wohngruppen für Studenten, einem Gemeinderaum der katholischen Kirchengemeinde St. Antonius, einem Quartiersraum für die Begegnung der Menschen und einem kleinen Konvent der Franziskanerinnen von Sießen. Bischof Gebhard Fürst machte sich am Wochenende ein Bild vom Baufortschritt – und zeigte sich sehr beeindruckt: „Das wird wirklich ein vorbildhaftes Projekt für Nachbarschaft, Integration und Vielfalt. Mit seinen nachhaltigen Baustandards steht es zudem auch für eine schöpfungsfreundliche Kirche.“

Bezahlbarer Wohnraum, Nachbarschaft und Integration steht im Mittelpunkt.

Ähnlich wie beim St. Anna-Quartier im oberschwäbischen Tettnang, wo die katholische Kirchengemeinde St. Gallus gemeinsam mit der Stadt, der Stiftung Liebenau und weiteren Projektpartnern an der Entstehung von 127 genossenschaftlichen Mietwohnungen auch für Obdachlose und Flüchtlinge rings um die Kirche St. Anna herum beteiligt ist, steht auch in Stuttgart-Birkach die Schaffung bezahlbaren Wohnraumes im Zeichen von Nachbarschaft und Integration im Mittelpunkt. Dabei arbeitet das Siedlungswerk mit dem Bistum Rottenburg-Stuttgart, der Kirchengemeinde St. Antonius, dem Stadtdekanat Stuttgart und der Kommune als Projektpartner zusammen.

Die in München ansässige TELLUX-Film wird die beiden Projekte in einem Film vorstellen, der im kommenden Frühjahr voraussichtlich in Tettnang Premiere haben soll. Regisseur Dominik Wessely, auch als Autor des unlängst in Rottenburg vorgestellten Filmes über die Geschichte der dortigen Sülchenkirche und ihre spektakulären Grabungsfunde bekannt, nutzte den Bischofsbesuch im Pallotti-Quartier gleich für Dreharbeiten und ein Interview. Arbeitstitel des inhaltlich bis in die Nachkriegszeit mit seiner Wohnungsnot speziell für Flüchtlinge zurück reichenden Werkes: „Der Kirche ein Dorf geben“.

Erste Wohnräume schon im Frühsommer 2021 beziehbar.

Auf dem gut 80 Ar großen Grundstück der früheren St.-Vinzenz-Pallotti-Kirche am Ortsrandrand von Stuttgart-Birkach entstehen seit Herbst 2018 insgesamt acht unterschiedliche Baukörper. Dazwischen gibt es großzügige Freibereiche und Quartiersplätze sowie einen Quartiersraum, der von einem eigenen Manager verwaltet wird und allen Bewohnerinnen und Bewohnern im Sinne einer lebendigen Nachbarschaft zur Begegnung über Generationen und Herkünfte hinweg zur Verfügung stehen wird. Der Caritasverband Stuttgart will von seinem Büro im Pallotti-Quartier aus Menschen mit Fluchterfahrung im Asylverfahren betreuen. Die Arbeiten liegen laut Architekt Freimut Jacobi „wunderbar im Zeitplan“, so dass die ersten Mieter und auch die Kleinen in der Kindertagesstätte im Frühsommer nächsten Jahres einziehen können.

95 Prozent der Wohnungen dort bereits verkauft und belegt.

Dass das Konzept des Pallotti-Quartieres mit seinen 30 Millionen Euro Investitionsaufwand offenbar sehr stimmig ist, belegt für Siedlungswerk-Geschäftsführer Norbert Tobisch die Tatsache, dass „95 Prozent unserer Wohnungen dort bereits verkauft und belegt sind“. Ganz besonders freue ihn, dass drei Sießener Franziskanerinnen mit einziehen werden in das Quartier – und dass als Reminiszenz an das Frühere die Glasfenster der Taufkapelle der einstigen Kirche im neuen Gemeinderaum als Kunstwerk neu arrangiert werden. So schließt sich der Kreis.

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