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Licht leuchtet auf Demokratie

Ausstellung „Licht auf Demokratie“ von Kuratorin und Fotokünstlerin Ilonka Czerny im Tagungszentrum Hohenheim der Akademie der Diözese.

Stuttgart

"Licht auf Demokratie" von Ilonka Czerny - Austellung in der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Foto: DRS/ Dr. Ilonka Czerny

Die Ausstellung „Licht auf Demokratie“ wurde am 10. März im Tagungszentrum Hohenheim der Akademie der Diözese mit einem Gespräch zwischen der Kuratorin und Fotokünstlerin Dr. Ilonka Czerny und dem Kunst- und Kulturwissenschaftler Dr. Tobias Wall eröffnet.

Diesmal künstlerische Werke

Monatelang arbeitete Fachbereichsleiterin für Kunst an der Akademie Dr. Ilonka Czerny auf die Eröffnung der Ausstellung hin. Noch nie hatte sie nicht nur ausschließlich kuratorische und organisatorische Tätigkeiten für eine Präsentation zu erledigen, diesmal waren es auch künstlerische. Wie kam das? Es war Tobias Wall, der die Fachbereichsleiterin im gemeinsamen Gespräch danach fragte. Czerny antwortete, dass es leider keine ausdrucksstarken Kunstpositionen zum Thema „Demokratie“ gegeben habe, so die Künstlerin. Die einzige Ausstellung, die zum Jahresthema des Fachbereichs passte heißt „On Democracy“ und wird ab Ende Juni gezeigt. Diese fotografische Präsentation wurde von Kai Loges und Andreas Langen (Name des Duos: „die arge lola“) zusammengestellt. Die Werke verweisen jedoch auf politische Ereignisse von vor 10 bis 15 Jahren.

Fragile Demokratie in den Fokus zu rücken

Um die Aktualität zu wahren und die gegenwärtige gesellschaftliche Stimmung einzufangen, kam Czerny, die seit zwei Jahren Fotografie an der Freien Kunstschule Stuttgart studiert, auf die Idee, eine thematisch passende Ausstellung zu wagen. Ilonka Czerny sagt: "Mir ist es äußerst wichtig, die fragile Demokratie in den Fokus zu rücken und für sie einzutreten!“ Auf die Frage von Wall, wie die Umsetzung dieses konzeptionellen künstlerischen Projektes gewesen sei, antwortete Czerny: „Ich habe einfach viele mir bekannte Menschen gefragt, ob sie mitmachen wollen. Mir war wichtig, Menschen aus der Mitte der Gesellschaft einzubeziehen. Ich wollte möglichst alle Altersgruppen, Nationalitäten, Gesellschaftsschichten, Religionen und Gruppierungen zu ihrem Demokratieverständnis befragen – ganz kurz, etwa eine halbe Minute, persönlich und exemplarisch.“ Czerny und Wall überlegten zusammen Motive, die die Fotokünstlerin schließlich fotografisch umsetzte. Die Künstlerin erklärt, wie die Ausstellung funktioniert: "In der Ausstellung sind die Fotos zu sehen und die Video-Statements sind über QR-Codes hör- und sichtbar.“

Kombination aus Wort- und Bildbeitrag

Zwei Foto- und Videobeiträge wurden auch während des Gespräches am Abend der Vernissage am vergangenen Montag exemplarisch eingespielt, vorgeführt und erläutert. Nach dem offiziellen Teil konnte man die Besucherinnen und Besucher mit Handys in der Hand durch die Ausstellung laufen sehen. Ilonka Czerny ist zufrieden: "Die Videonachrichten wurden interessiert aufgenommen. Die Rückmeldungen zu diesem letztlich künstlerischen Experiment, waren durchweg positiv, vor allem die Kombination zwischen Wort- und Bildbeitrag wurde als gelungen formuliert."

Menschliche Stimmen sind eine Herausforderung

Die musikalische Umrahmung, die stets auch einen bedeutenden Stellenwert bei den Vernissagen einnimmt, wurde auf die Inhalte abgestimmt. Der Stuttgarter Musiker und Komponist für elektronische Musik, Michael Fiedler, bekam von Czerny alle Videos im Vorfeld zugesandt und baute verschiedene Statements in seine innovativen Klangforschungen ein. Die Wortbeiträge hätten durchaus noch intensiver eingesetzt und zu Gehör gebracht werden können, wurde im Nachhinein angemerkt. Das hatte sich der Soundtrack-Kompositeur nicht wirklich zugetraut. Fiedler gesteht: "Mit der menschlichen Stimme zu arbeiten, ist eine Herausforderung und kann auch schnell banal wirken“. Kunst, und natürlich auch die musikalische, ist eben sehr komplex, experimentell, prototypisch, kann aber auch Trends setzen.

Insgesamt ist es der Fachbereichsleiterin für Kunst in der Akademie ein Anliegen zu zeigen: "Auch die Kunst kann einen Beitrag zu diesen politischen Debatten leisten“. Diese Intention wurde durch diese Präsentation auf jeden Fall eingelöst, fast alle befragten Personen haben sich durch ihr Statement erstmals intensiv über ihr eigenes Demokratieverständnis Gedanken gemacht.

Möge das Licht auf die Demokratie niemals erlöschen

Auch die künftigen Besucherinnen und Besucher der Ausstellung können sich zu diesen Überlegungen anregen lassen und gleichfalls ihr persönliches Motiv überlegen. Das ist bei abstrakten Schlagworten wie „Meinungsfreiheit“, „Streitkultur“, „Offenheit“ durchaus herausfordernd. Mit der starken, schwarzen eingesetzten Vignettierung bei den Endmotiven sollte der „Lichtspot“ auf demokratische Prozesse intensiviert werden, so die Intention der Künstlerin, die sich auf Licht-Kunst-Fotografie spezialisiert hat, eigentlich nicht dokumentarisch, sondern „malerisch-experimentell“ mit der Kamera agiert. Aber für die Demokratie geht Czerny auch Umwege. Ilonka Czerny sagt dazu: "Möge das Licht auf die Demokratie niemals erlöschen, denn dann steht nicht nur die freiheitliche Kunstausübung im Dunkeln."

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