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Lichter der Solidarität

Bei der Solidaritätsaktion „Eine Million Sterne“ von Caritas international leuchteten auch in der Diözese die Kerzen für Jordanien.

Stuttgart

Mehr als 4.200 Kerzenlichten brannten am Samstag in Stuttgart, Regglisweiler-Dietenheim und Ravensburg bei der "Eine Million Sterne"-Aktion der Caritas international. Bundesweit beteiligten sich zehn Städte an der Caritas-Lichteraktion.

Jede der Kerzen leuchtete symbolisch für die Menschen weltweit. Bereits zum 13. Mal wurde der Aktionstag von Caritas international, dem Hilfswerk der deutschen Caritas, durchgeführt.

Im besonderen Blickpunkt der diesjährigen Eine Million Sterne-Aktion standen die Flüchtlinge in Jordanien. Dort ist die Lage acht Jahre nach Ausbruch des Bürgerkrieges in Syrien unverändert dramatisch, berichtet Caritas international. Rund 700.000 Menschen sind von Syrien nach Jordanien geflohen. Hinzu kommen weitere Flüchtlingsgruppen und Migranten aus Westafrika. Der Wettbewerb um Arbeitsplätze und bezahlbaren Wohnraum belastet auch die einheimische Bevölkerung. Die Caritas bietet seit Jahrzehnten sowohl den Flüchtlingen als auch den Einheimischen und Arbeitsmigranten Hilfe.

Am kommenden Christkönigsonntag (24.11.) leuchten in Ulm die Sterne für Jordanien. Die Aktion beginnt um 19 Uhr in und vor der Kirche St. Georg in Ulm. Für musikalische Unterhaltung sorgt der A-Capella-Chor Choriosity.

Weitere Informationen zur Solidaritätsaktion "Eine Million Sterne".

 

Zum Hintergrund:

Über Jahrhunderte war in der römisch-katholischen Kirche die Diakonenweihe nur die Vorstufe zur Priesterweihe. Beim Zweiten Vatikanischen Konzil (1962 bis 1965) wurde das Amt des Ständigen Diakons jedoch wieder eingeführt, erläutert Erik Thouet, Bischöflicher Beauftragter für die Ausbildung zum Ständigen Diakonat in der Diözese Rottenburg-Stuttgart in Altheim-Heiligkreuztal. Der Diakonat besteht somit als eigenständige Stufe der Hierarchie neben dem Bischof und den Priestern. In der Diözese Rottenburg-Stuttgart wurden die ersten Diakone 1968 geweiht. Zurzeit sind 26 Männer in der Ausbildung im Kloster Heiligkreuztal. „Das Interesse am Ständigen Diakonat ist in unserer Diözese ungebrochen. In diesem Jahr haben sieben Männer mit der Ausbildung neu begonnen und acht Männer besuchen das sogenannte Interessentenjahr“, sagt Thouet.

Laut Thouet ist der aufrichtige Dienst am Anderen gewissermaßen die Schlüsselqualifikation für das Amt. „Diakone gehen mit den Menschen durch den Staub der Bedrängnis, sie sind Repräsentanten einer dienenden Kirche“, sagt er. Ständige Diakone sind meist verheiratet und haben sich im Beruf, im Leben und im Glauben bewährt. In der Diözese Rottenburg-Stuttgart sind sie in der Regel neben ihrem Beruf „ehrenamtlich“ tätig.

Thouet bezeichnet ihren Auftrag als „unverzichtbar für eine Kirche der Zukunft“. „Männer, die sich für die Kirche in den Dienst nehmen lassen, sind ein Gewinn für Menschen, Kirche und Gesellschaft. Die entscheidende Grundlegung für eine diakonische Kirche ist, dass sie die Armen, die Bedürftigen und Bedrängten in die Mitte stellt, weil wir in ihnen Christus selbst begegnen. Wie es im Matthäus-Evangelium heißt: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“

Erik Thouet stellt anlässlich der Weihe fest: „Man wird nicht geweiht, um persönlich irgendwie veredelt zu werden oder sich besser zu fühlen. Das wäre ein völliges Missverständnis, sondern es geht eher darum, noch furchtloser, noch konkreter sich in Situationen hineinzutrauen, wo man vielleicht sonst davonlaufen würde.“ Und er sagt: „Es gab vielleicht schon länger keine Zeit mehr, wo es wichtiger war, nicht von Bord zu gehen: bei den Menschen zu bleiben und bei Gott zu bleiben. Auch in dieser Kirche zu bleiben.“

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