Lothar Schubert neu im Vorstand der Bischof-Moser-Stiftung
Lothar Schubert weiß, dass manches Projekt und manche Anstellung auf diözesaner Ebene ohne die Unterstützung der Bischof-Moser-Stiftung, wie er sagt, nicht möglich gewesen wäre. Vor diesem Hintergrund engagiere er sich nun gerne im Vorstand der Stiftung. Bild: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Gregor Moser
Im Interview berichtet Lothar Schubert über eine Begegnung mit Bischof Moser, die Arbeit der Bischof-Moser-Stiftung, seine Motivation, sich in der Stiftung zu engagieren, und wo er künftige Aufgaben sieht, die auf die Stiftung zukommen.
Was macht für Sie als Vorstand die Bischof-Moser-Stiftung so attraktiv?
Ich kenne die Bischof-Moser-Stiftung schon sehr lange. Da ich viele Jahre im Bischöflichen Ordinariat in der Hauptabteilung Pastorales Personalgearbeitet habe, war es mir von Anfang an sympathisch, dass die Stiftung die pastoralen Dienste auf den verschiedenen Ebenen der Diözese finanziell unterstützt. Manches Projekt und manche Anstellung auf diözesaner Ebene wäre ohne die Unterstützung der Stiftung nicht möglich gewesen. Für dieses Anliegen engagiere ich mich gern ehrenamtlich weiter.
Wer war Bischof Moser für Sie? Sind Sie ihm je begegnet?
Bischof Georg Moser war der Bischof meiner Jugend- und Studienzeit und der ersten Jahre meiner beruflichen Tätigkeit in der Diözese. Kurz vor dem Abitur haben wir mit unserem Religionslehrer eine Exkursion nach Rottenburg und Tübingen gemacht und hatten die Gelegenheit, ein Gespräch mit ihm zu führen. Schon damals war mir seine unkomplizierte, zugewandte Art und seine realistische und vorausschauende Sicht auf die Zukunft der Kirche sympathisch. Ihm war es von Anfang an ein Anliegen, die verschiedenen pastoralen Dienste zu fördern, wo es nur möglich war. Ausdrücklich war ihm auch die Förderung der Laiendienste, also der Gemeinde- und Pastoralreferent:innen, wichtig. Am Ende meiner Zeit der Berufseinführung zum Pastoralreferenten war es dann auch Bischof Moser, der unseren Ausbildungskurs zum Dienst als Pastoralreferentinnen und -referenten beauftragt hat. Und dies trotz seiner schweren Erkrankung. Er hatte Wert darauf gelegt, diese Beauftragung selbst vorzunehmen. Unsere Beauftragung stand unter dem Leitwort “Ein Segen sollst du sein”. Ich erinnere mich noch gut an seine engagierte, Mut machende Predigt.
Wofür steht die Bischof-Moser-Stiftung? Sind das Ziele, mit denen Sie sich identifizieren?
Zweck der Stiftung ist laut Satzung die Förderung der pastoralen Dienste in der Diözese. Das kann auf unterschiedliche Weise geschehen. In den vergangenen Jahren war es vor allem die Förderung von innovativen pastoralen Projekten. Hier konnten und können auch derzeit noch neue Wege in der Seelsorge ausprobiert werden, die auf der Grundlage der diözesanen pastoralen Stellenplanung nicht finanzierbar waren oder sind. Natürlich ist es Aufgabe, die Grunddienste in der Seelsorge anzubieten und zu erfüllen– und damit ist das auf Grund der Stellenplanung vorhandene Personal oft schon mehr als ausgefüllt. Da tut es gut, wenn Neues mit Unterstützung der Stiftung erprobt werden kann.
Warum sind die Ziele der Stiftung gerade in der heutigen Zeit so attraktiv?
Die Kirche insgesamt und mit ihr die Diözese Rottenburg-Stuttgart stehen in einer rasanten Veränderung. Die finanziellen und personellen Mittel werden weniger, bisher bewährte Methoden in der pastoralen Arbeit reichen zuweilen nicht mehr aus, um Menschen anzusprechen. Da es aber Auftrag der Kirche ist, Menschen mit Gott in Berührung zu bringen und diese Berührung spüren zu lassen, müssen wir Wege suchen, wie das in heutiger Zeit möglich ist. Wo können wir möglichst gut für die Menschen da sein und sie die frohe Botschaft erfahren lassen? Dabei ist die Stiftung unterstützend tätig.
Was sind Ihre Visionen und Ideen im Hinblick auf die zukünftige Stiftungsarbeit? Wohin bewegt sich die Stiftung?
Ich denke, die zukünftige Stiftungsarbeit wird sich an den Entwicklungen in der Diözese orientieren. Der derzeitige Entwicklungsprozess in der Seelsorge ist gewaltig und wir werden als Stiftungsvorstand diesen Prozess beobachten und schauen, wo wir uns mit der Stiftung gut einbringen können. Die Stiftungssatzung lässt viele Möglichkeiten zu, zum Beispiel die Finanzierung von Stellen - angesichts zurückgehender Finanzmittel wird dies vermutlich notwendig werden - die Förderung von Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen für pastorale Dienste und die Unterstützung von jungen Menschen in ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung.
Zur Person
Ein Fremder ist Lothar Schubert in der Diözese Rottenburg-Stuttgart nicht. Er studierte Katholische Theologie und absolvierte anschließend die Ausbildung zum Pastoralreferenten. Nach einigen Jahren in der Gemeindeseelsorge wechselte er in das damalige Personalreferat des Bischöflichen Ordinariats der Diözese. Über 20 Jahre war er dort in verschiedenen Aufgabenfeldern der Personalplanung, des Personaleinsatzes und der Personalförderung pastoraler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig. In den letzten gut zehn Jahren seiner Berufstätigkeit arbeitete Schubert in der Stabsstelle Entwicklung des Bischöflichen Ordinariats. Dort lagen seine Schwerpunkte in der Organisations- und Personalentwicklung. Anfang 2023 schied er altersbedingt aus dem aktiven Berufsleben aus. Seine langjährige Erfahrung in der Personal- und Organisationsentwicklung bringt Schubert nun in die Arbeit der Bischof-Moser-Stiftung ein. Gemeinsam mit Gerhard Rauscher und Msgr. Martin Fahrner gestaltet er seit diesem Sommer die Arbeit der Stiftung. Zunächst wird er gemeinsam mit Gerhard Rauscher einzelne laufende Projekte besuchen.