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Mal ehrlich!

In Bonn diskutieren Medienschaffende in der Kirche über digitale Kommunikation und Glaubwürdigkeit. Die Diözese präsentiert sich als "Martinsland".

Bonn

Constanze Stark, Crossmedia-Redakteurin bei der Diözese Rottenburg-Stuttgart, mit Dalila Cataldi und Ines Lengauer von "Artivive" am "Martinsland"-Stand der Diözese. Bild: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Patricia Mello Borja

"Let’s face it! – Authentizität und Kommunikation", so ist der 4. Katholische Medienkongress samt EXPO vom 2. bis 4. November in Bonn überschrieben. "Seien wir mal ehrlich zu uns und unserer digitalen Kommunikation." Uns, das sind die Bistümer der Katholischen Kirche in Deutschland, Gläubige und Interessierte. Drei Tage lang wird über Glaubenskommunikation innerhalb der katholischen Kirche gesprochen und diskutiert.

Fünf Jahre sind seit dem vergangenen Medienkongress ins Land gezogen, umso größer ist das Interesse. Mehr als 340 Medienschaffende haben sich diesmal in Bonn zusammengefunden. 67 Speakerinnen und Speaker beteiligen sich mit Keynotes und Impulsen. In so genannten "Deep Dives" und "Masterclasses" geht es thematisch auch in die Tiefe. Mehr als 20 Aussteller präsentieren sich mit verschiedenen Schwerpunkten, darunter auch die Diözese Rottenburg-Stuttgart mit ihrem "Martinsland".

Kommunikation und Glaubwürdigkeit

Mehr denn je stehen in Bonn die Kommunikation und Glaubwürdigkeit der Kirche im Fokus. "Glaubwürdigkeit ist die zentrale Währung. Die Kommunikation in der Kirche ist gerade schwierig, weil die katholische Kirche gerade nicht glaubwürdig ist", sagte Dr. Beate Gilles, Generalsekretärin der Deutschen Bischofskonferenz, bei ihrer Eröffnungsrede. Nachhaltige Veränderungen seien notwendig, um wieder Glaubwürdigkeit zu gewinnen. "Wir müssen uns neu aufstellen in den Bistümern und auf Bundesebene. Die Digitalisierung schreitet voran, Transformationsprozesse bei säkularen Medien und auch bei uns", so Gilles weiter.

Eindrücke von Medienkongress und Martinsland

Podien und Keynotes

Starthilfe für solche Transformationsprozesse sollen während des Kongresses spannende Podien, Keynotes und viele Gespräche und Begegnungen geben. Es wird über Vertrauen gesprochen, über digitale Formate der Zukunft und darüber, wie wichtig Glaubwürdigkeit in der digitalen Welt ist. Um auch Input von außerhalb zu bekommen und die  "katholische Blase" zu verlassen, sprechen und diskutieren Medienschaffende aus verschiedenen Medien über ihre Erfahrungen. 

Weil aber auch in der "katholischen Blase" vieles bereits gut läuft, gibt es auch "Best Practice"-Workshops. Projekte, die zeigen, dass Digitalität, Innovation und Zeitgeist mit Kirche Hand in Hand gehen. Als Beispiel dafür steht auch das "Martinsland" der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Gemeinsam mit dem österreichischen Unternehmen "Artivive"präsentiert sich die Diözese auf der EXPO mit einer Augmented-Reality-Ausstellung. Augmented Reality (AR) steht für erweiterte oder auch angereicherte Realität. Digitale Elemente werden in reale Dinge integriert.

Martinsland und Medienpreis

Wie bereits während des 102. Katholikentags im Mai in Stuttgart zeigt die Ausstellung Schwerpunkte der kirchlichen Arbeit im Geiste des Heiligen Martin.Umgesetzt von internationalen Künstlern, die sich mit den Schwerpunkten der Diözese wie dem Diözesanpatron Martin von Tours, dem "Rottenburger Modell" oder auch dem Klimaschutz frei auseinandergesetzt haben - mit dem Blick von außen. Am Stand der Diözese können Interessierte das digitale Konzept selbst ausprobieren und Inspiration für ihre Arbeit sammeln. Mitarbeiterinnen von "Artivive" erklären Interessierten in Workshops, wie Augmented Reality funktioniert und wie sich kirchliche Themen damit umsetzen lassen.

Authentizität steht besonders am Donnerstagabend im Vordergrund. Die Deutsche Bischofskonferenz verleiht in Kooperation mit dem Katholischen Medienverband e. V. (KM) und der Gesellschaft Katholischer Publizisten Deutschlands e. V. (GKP) zum 20. Mal den Katholischen Medienpreis. Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, übereicht mit dem Jury-Vorsitzenden, dem Rottenburger Weihbischof Matthäus Karrer, den mit 5.000 Euro dotierten Hauptpreis in der Kategorie "Fernsehen" an das Autoren-Team der Dokumentation "Wie Gott uns schuf – Coming-out in der Katholischen Kirche".

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