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Maria und Josef wieder im „Gleichklang“

Ein sichtbares Etappenziel bei der Renovierung der Schönenbergkirche ist die Rückkehr der Wetterfahnen auf die Doppeltürme.

Ellwangen (Jagst)

Weithin sichtbar ist die Schönenbergkirche oberhalb von Ellwangen. Im Zuge von Renovierungsarbeiten hat die Muttergottes, die als Wetterfahne vom Nordturm aus über die Region wacht, ein goldenes "Kleid" bekommen. Foto: drs/Jerabek

Maria und Josef haben sich versöhnt, so könnte man augenzwinkernd sagen. Denn die überlebensgroßen Wetterfahnen, die die Mutter und den Nährvater Jesu darstellen, drehen sich jetzt wieder, wie es sein soll, im Gleichklang im Wind. Vor der Restaurierung der 80 bis 90 Kilo schweren Fahnen blickten sie aufgrund blockierter Lager wie ein verstrittenes Paar in verschiedene Richtungen. Und dass sie jetzt weithin golden leuchten, wenn Sonnenstrahlen auf sie treffen, ist quasi das Sahnehäubchen des ersten Sanierungsabschnitts. Dieser hatte vor allem die Aufgabe, durch Reparatur- und Pflegearbeiten an Putz und Gesimsen der Doppeltürme und der Westfassade eine mögliche Gefährdung von Kirchenbesuchern durch herabfallende Putzteile oder Dachziegel abzuwenden. Die Baugerüste rund um die beiden Türme der Schönenbergkirche werden jetzt wieder abgebaut.

Spannend wurde es Mitte November, als die Zeitkapseln neu befüllt und in die vergoldeten Turmzierkugeln eingesetzt wurden. Außer den Dokumenten aus früheren Renovierungsprojekten enthalten die nunmehr drei Kapseln auch Zeitungsartikel, Infos und Gegenstände aus dem derzeitigen Pfarrei- und Vereinsleben und ein Friedensgebet mit den Unterschriften von Gemeindemitgliedern.

Pressevertreter konnten dann dabei sein, als die Wetterfahnen in luftiger Höhe von über 60 Metern wieder auf die Türme montiert wurden. Auf einem drei Meter langen Stahldorn, der in einem sogenannten Gusskopf ruht, sind Turmkugel und Wetterfahne „aufgespießt". Architekt Christoph Romer, der mit drei weiteren Männern die Wetterfahnen aufsetzte, zeigte sich beeindruckt von der eleganten Konstruktion, die enorme Windangriffskräfte aushalten muss, und von der Präzision, mit der der Stahldorn rundgeschmiedet wurde. „Dass das in den 1770er-Jahren in dieser Präzision möglich war, ist für mich schon ein Faszinosum", schwärmte er.

Nach Abschluss der ersten Sanierungsetappe kann jetzt der Kirchengemeinderat über die weiteren Maßnahmen entscheiden. Das vorgeschlagene zweite Arbeitspaket sieht einen kompletten Pflegeanstrich an der Süd-, Nord- und Ostseite unterhalb der Traufzone, Arbeiten zur Behebung von Schäden am Außenputz und Nachbesserungen an einigen Metallabdeckungen vor. Für die auf mehrere Jahre verteilten Arbeiten sind insgesamt rund 1,2 Millionen Euro veranschlagt. Damit die Kirchengemeinde ihren Eigenanteil an den Kosten stemmen kann, wirbt sie mit verschiedenen Aktionen um Spenden.

Infos zur Kirchenrenovierung und zu Unterstützungsmöglichkeiten gibt es hier.

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