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Mehr als Pauken und Trompeten

Vergangenen Mittwoch stellte der Katholikentag das Kulturprogramm mit mehr als 200 Veranstaltungen vor.

Stuttgart

Foto (v.l.n.r.): Paul Magino, Prof. Jörg-Hannes Hahn, Eberhard Schwarz, Dr. Melanie Prange, Akkordeon: Nepomuk Golding. Foto: Katholikentag

Konzerte, Kino, Tanz, Kunst und Literatur, Ausstellungen, Kabarett und Theater - mehr als 200 kulturelle Veranstaltungen laden auf dem Katholikentag in Stuttgart zum Erleben und Staunen ein. Im Haus der Geschichte in Stuttgart stellten die Veranstalter diese Fülle heute vor. "Mit unserem Kulturangebot wollen wir fünf Tage lang die Atmosphäre des Katholikentags in die Stadt transportieren", betont der Vorsitzende des Arbeitskreises Kultur des Katholikentags, Paul Magino. Eigens dafür wurden in einem Bewerbungsverfahren über 100 Bands, Chöre und Einzelkünstler:innen ausgewählt, die einen Großteil des Kulturprogramms gestalten werden.

Kooperationen mit den Kultureinrichtungen der Stadt Stuttgart

Und: "Wir arbeiten mit vielen Kultureinrichtungen in der Stadt Stuttgart zusammen, etwa dem Linden-Museum, der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, dem Haus der Musik, der Staatsgalerie und dem Alte Schauspielhaus und werden die Stuttgarter Kulturszene für diese Zeit des Katholikentags deutlich bereichern." Einige Orte sind beim Katholikentag fest mit einer Sparte verknüpft: So werden sich etwa im Renitenztheater und im Gustav-Siegle-Haus Kabarettfreunde tummeln. Wer an Autorenlesungen interessiert ist, merke sich am besten den Wanner-Saal im Linden-Museum mit Lesungen von Anna-Katharina Hahn, Nora Bossong und Josef Haslinger.

Ausstellung  des Diözesanmuseums "Vulnerable - Verletzlich" in St. Maria

Ausstellungen ermöglichen ganz eigene Einblicke, etwa "Unter die Haut - Mein Tattoo, meine Geschichte" im Akademiegarten (unter freiem Himmel). Das umfangreichste und höchst aktuelle Projekt des Diözesanmuseums ist die Ausstellung "Vulnerable - Verletzlich" in St. Maria, in der die prämierten Arbeiten des gleichnamigen Kunstwettbewerbs der Diözese Rottenburg-Stuttgart - in Auswahl - präsentiert werden. Der Hintergrund: Die Corona-Pandemie und jüngst die kriegerischen Handlungen in der Ukraine führten uns unsere Verletzlichkeit deutlich vor Augen. Vulnerabilität ist ein wesentliches Moment des menschlichen Daseins, das schwächt, jedoch auch stärken kann. Bei der Aufgabenstellung hatte sich die Diözese bewusst dazu entschieden, die Frage nach Verletzlichkeit offen zu formulieren und sich von den Antworten junger Kreativer herausfordern zu lassen - sich also selbst verletzlich und offen zu machen. Ganz besonders vor dem Hintergrund, dass Kirche für schlimmste psychologische und körperliche Verwundungen an Kindern, Jugendlichen und queeren Menschen verantwortlich ist, wie jüngste Studien und Enthüllungen auf schockierende Weise verdeutlichten. Auf die Ausschreibung bewarben sich rund 600 Künstler:innen. Eingereicht wurden zeitgenössische Kunstformen wie Installationen, Video- und Soundarbeiten, Projektionen und Performances sowie Objekte der klassischen Bildkünste wie Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen.

Buntes Musik- und Filmprogramm

Das umfangreichste Segment des Kulturprogramms auf de Katholikentag stellt die Musik dar - und diese wird an ganz verschiedenen Stellen in der Stadt erklingen. Hörgenuss bieten Gospelkonzerte, Pop und Rock, Neues Geistliches Lied, Orgelmusik und zeitgenössische Orchesterwerke. Ein besonderes Werk, das zudem zur Mitwirkung einlädt, ist die #coronation mass. Im Zentrum der Uraufführung steht Mozarts Krönungsmesse KV 317 als Sinnbild für Lebensfreude und Zuversicht. Darüber hinaus lässt die eigens entwickelte Klanginstallation jeden einzelnen Besucher schon vorab Teil des Ganzen werden - mit Hilfe seiner mit dem Smartphone individuell eingesungenen Voicemessage über die kurze musikalische Phrase "Dona nobis pacem". Einfach nachsingen, +49 711 20 70 31 70 anrufen und auf die Mailbox singen oder als Sprachmemo aufnehmen und per Nachricht an coronation@katholikentag.de senden. Der Einsendeschluss für die Sprachnachrichten ist der 10. Mai.

Das umfangreiche Filmprogramm des Katholikentags richtet sich mit seinen Gesprächen nicht nur an interessierte Cineasten, sondern auch an Schüler:innen und Studierende und thematisiert aktuelle gesellschaftlich relevante Fragen. Etwa in dem Film mit Gespräch "Das unbekannte Mädchen", in dem moralische Integrität und gesellschaftliche Gerechtigkeit thematisiert werden.

Hintergrund

Seit 2003 wird der Katholische Medienpreis jährlich von der Deutschen Bischofskonferenz zusammen mit der Gesellschaft Katholischer Publizisten e. V. (GKP) und dem Katholischen Medienverband e. V. (KM.) ausgeschrieben. „Ausgezeichnet werden Beiträge, die die Orientierung an christlichen Werten sowie das Verständnis für Menschen und gesellschaftliche Zusammenhänge fördern, das humanitäre und soziale Verantwortungsbewusstsein stärken und zum Zusammenleben unterschiedlicher Gemeinschaften, Religionen, Kulturen und Einzelpersonen beitragen“, so heißt es in der Ausschreibung.

Zur Jury unter dem Vorsitz von Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart) gehören: Katja Auer (Teamleiterin der Bayernredaktion der Süddeutschen Zeitung, München), Andrea Groß-Schulte (Chefredakteurin der Liborius Verlagsgruppe, Hamm), Albert Herchenbach (ehemaliger Chefredakteur stadtgottes, Nettetal), Wolfgang Küpper (ehemaliger Redaktionsleiter Bayerischer Rundfunk, Religion und Orientierung, München), Andreas Kuschbert (Chefredakteur Heinrichsblatt, Bamberg), Michaela Pilters (ehemalige Leiterin der ZDF-Redaktion „Kirche und Leben“, Mainz), Dagmar Reim (ehemalige Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg, Berlin) und Katharina Zeckau (Hörfunk Bayerischer Rundfunk, München).

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