Zum Inhalt springen

Mehr Flexibilität und Barrierefreiheit

Das Diözesanmuseum geht neue Wege und schließt ab August für ein Jahr. Neuerungen in der Ausstellungskonzeption und am Gebäude.

Rottenburg am Neckar

Weihbischof Dr. Gerhard Schneider mit Diözesankonservatorin und Leiterin des Diözesanmuseums Rottenburg Dr. phil. Melanie Prange und Federica Viviani, wissenschaftliche Mitarbeiterin, vor dem Diözesanmuseum in Rottenburg (von rechts). Foto: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Nelly Swiebocki Kisling

Das Diözesanmuseum in Rottenburg wird wegen Umbaumaßnahmen ab August 2024 für rund ein Jahr geschlossen. Die Neueröffnung ist für den Herbst 2025 geplant. Während der Schließzeit finden weiterhin Angebote des Museums an dessen Standorten in der Sülchen-Kirche, im Sproll-Gedenkort sowie in der museumspädagogischen Kreativwerkstatt „KunstGasse“ statt. 

Vom Frühen Mittelalter bis in die Gegenwart

Weihbischof Dr. Gerhard Schneider, Leiter der zuständigen Hauptabteilung im Bischöflichen Ordinariat, stellt mit Blick auf das Diözesanmuseum fest: „Seit 1996 ist das Museum ein wichtiger Kulturort inmitten der Stadt Rottenburg, in dem über das Medium Kunst auf religiöse und gesellschaftliche Fragen eingegangen wird.“ In einem ansprechenden architektonischen Rahmen, der das historische Bauwerk der ehemaligen Karmeliterkirche integriert, spanne die Sammlung des Museums den Bogen vom Frühen Mittelalter bis in die Gegenwart und mache so den Wandel an Lebens- und Glaubensvorstellungen durch die Jahrhunderte erlebbar. „Im Fokus der Neukonzeption wird nicht nur die im Museum ausgestellte Kunst stehen, sondern auch das Gebäude selbst.“ Der ehemalige Barockbau, Heimat von Diözesanmuseum und Diözesanbibliothek, werde eine bautechnische Sanierung erfahren, um den wachsenden Anforderungen an Flexibilität und Barrierefreiheit standhalten zu können, kündigt Weihbischof Dr. Schneider an.

Die anstehenden Baumaßnahmen im Rahmen der konzeptionellen Neuerungen haben ein Kostenvolumen von ca. 1,2 Mio Euro. Ein größerer Teil davon kann aus einem Erbe finanziert werden. Dazu Weihbischof Dr. Schneider: „Der Erblasser war über Jahre hinweg regelmäßig bei Veranstaltungen im Diözesanmuseum. Er war begeistert von der dynamischen Entwicklung des Museums und seines kulturellen und wissenschaftlichen Begleitprogramms. Er hat die Auflage gemacht, dass sein Nachlass ausschließlich für die Weiterentwicklung des Diözesanmuseums verwendet wird. Wir sind diesem Freund des Diözesanmuseums sehr dankbar und sehen dieses Erbe auch als große Anerkennung der Arbeit von Frau Dr. Prange und ihrem Team.“ 

Sammlungspräsentation wird neu konzipiert

Zu diesen Aufwendungen kommen weitere notwendige Maßnahmen der Gebäudesanierung und Ertüchtigung, unter anderem zur Sicherstellung der Barrierefreiheit im gesamten Ausstellungskomplex.

Laut Museumsleiterin Dr. Melanie Prange werden „im Zuge eines umfassenden Erneuerungsprozesses die Ausstellungsflächen saniert und die Sammlungspräsentation neu konzipiert“. Ziel sei es, die Vielfalt an Gemälden und Skulpturen, an Glas- und Goldschmiedeobjekten, an Textilkunst und an religiösen Gegenständen als relevanten Beitrag zur Gegenwart erkennbar zu machen und das Museum für ein diverses Publikum zu öffnen. „Die bisherige räumliche Trennung zwischen Dauer- und Sonderausstellung soll zugunsten einer flexiblen Nutzung der Flächen weichen. So inszenieren wir immer wieder neue Blicke in die Sammlung und setzen neue Akzente“ sagt die Museumsleiterin. „Die räumliche Umgestaltung geht Hand in Hand mit der Weiterentwicklung eines zeitgemäßen Vermittlungskonzepts, das die Bildinhalte mit den Erfahrungswelten unterschiedlicher Zielgruppen verknüpft“, setzt Prange hinzu und kündigt mit Blick auf die Neukonzeption des Gebäudes an: „Das Foyer soll in einen multifunktionalen, offenen Raum umgestaltet werden mit Shop und erweitertem Familienbereich. Besucherinnen und Besucher sollen so schon im Eingangsraum Bibliothek und Museum als lebendige Orte der Begegnung mit hoher Aufenthaltsqualität erleben.“ 
 

Der Klostergarten im Diözesanmuseum

Für die Erlebniswoche wurde der Klostergarten neu angelegt

Mehr zur Autorin

Aktuelles

zum Thema

2905 Jahre Ja: Vinzentinerinnen feiern Professjubiläum

Untermarchtal

38 Vinzentinerinnen der Provinz Untermarchtal haben im Mai Professjubiläum gefeiert. Im Juni blicken zehn Schwestern auf ihre lange Ordenszeit zurück.

Looking for Something

Ab Sonntag kann die Collage von Katharina Ganslmeier und Markus Genzwürker betrachtet werden. Wir haben mit ihnen über ihr Fensterobjekt gesprochen.

Aktuelles

aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart

DRS / Annika Werner

Landwirt sein, aus Liebe zur Familie und zur Natur

Rottweil

Der Hof der Sauters ist seit 300 Jahren im Familienbesitz. Damit er weiterbestehen kann, führt ihn der 33-jährige Samuel auf mehreren Standbeinen.

Angelika Sönnichsen

Frieden wächst, wo Menschen einander begegnen

Rottenburg

Bischof Dr. Klaus Krämer besucht Friedens-, Bildungs- und Klimaprojekte in Burundi. Die Reise zeigt, wie langjährige Partnerschaft Zukunft schafft.

Christine Eberle

Kunst zum Entdecken und Nachdenken

Ellwangen (Jagst)

Eine Ausstellung mit Werken von Judith Wettemann-Ebert knüpft an die Themen der Landesgartenschau und besonders an die dortige Blumenschau an.

Markus Waggershauser

Im Storchengang durchs kalte Wasser

Jordanbad

Wassertreten im Kneippbecken ist gut für die Gesundheit und erfrischt im Biberacher Jordanbad und anderswo Körper und Seele - nicht nur im Sommer.

Constanze Stark

Eine Kirche mit außergewöhnlicher Geschichte

Hechingen

Eine alte Legende erzählt, dass Engel die Wallfahrtskirche über Nacht an ihren heutigen Ort getragen haben. Doch was steckt dahinter?