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Mehr gute Gedanken – um das wahre „Mehr“ zu finden

„Gebete aus dem Alltag – für den Alltag“ bietet ein Gebetbuch im Rahmen der Kampagne „Mehr als du denkst!“ im Dekanat Ostalb.

Aalen (Württemberg)

„Mehr gute Gedanken“ haben (von links) Martin Keßler (Profilstelle „Seelsorge für Menschen in Not“), die Dekanatsreferenten Simone Moninger und Tobias Kriegisch, Öffentlichkeitsreferentin und Initiatorin Sibylle Schwenk, Dekanatsreferent Romanus Kreilinger, Dekan Robert Kloker, Benedikt Lang (Profilstelle „Neresheimer Programm“), Andreas Ruiner (Profilstelle „Junge Erwachsene“), Dorothee Schäffler (Profilstelle „Seelenraum“/KiTa-Seelsorge) sowie (nicht im Bild) Isabella Weber (Profilstelle „MEHR“) und Ronja Pergialis (Profilstelle „Pastorale Stadtteilentwicklung“) in einem sympathischen Gebetbuch zusammengetragen. Foto: drs/Jerabek

Wenn sich Gedanken im Kreis drehen, wie ein Karussell, das man nicht stoppen kann, wenn man so in eine Arbeit „gefesselt“ ist, dass gute Gedanken nicht mehr fließen können, wenn gar am Ende des Tages die Worte fehlen, weil so viel, was man tat, nicht wirklich sinnvoll war – dann, ja dann hilft vielleicht ein kleines Buch, gute Gedanken kommen zu lassen und sie in ein Gebet zu fassen. Handlich, sympathisch und immer wieder überraschend ist das Büchlein, das Sibylle Schwenk, Öffentlichkeitsreferentin im Dekanat Ostalb, auf der jüngsten Dekanatsratssitzung vorgestellt hat.

Auf unterschiedliche Weise formulierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Dekanats Gebete, die aus den Erfahrungen ihrer Arbeit „fließen“, etwa in der Seelsorge für Menschen in Not, mit Suchenden, mit jungen Erwachsenen oder als Dekanatsreferent. Es sind ganz persönliche Gedanken, „aber vielleicht passen sie auch zu Dir“, schreibt Dekan Robert Kloker im Vorwort. Denn egal wie alt man ist, „immer geht es irgendwie darum, dass man richtige Worte findet, um mit Gott in den Dialog zu kommen“, sagt Initiatorin Sibylle Schwenk.

Mehr als du denkst!

Die gut 50 Seiten starke Publikation ist Teil der Kampagne „Katholische Kirche – mehr als du denkst!“, mit der das Dekanat das Bewusstsein dafür schärfen will, warum der christliche Glaube es wert ist, (neu) entdeckt zu werden, und warum „unsere Kirche es wert ist, dass andere gut von ihr denken“. „In einer ersten Plakat- und Postkartenserie sind wir Mitte letzten Jahres an den Start gegangen“, erklärt Sibylle Schwenk. Unter den Titeln „Mehr Stille“, „Mehr Gemeinschaft“ und „Mehr gute Gedanken“ wurden drei (erste) Aspekte aufgegriffen, die einen „Mehrwert“ von Glaube und Kirche darstellen. Das dritte „Mehr“ erhält jetzt eine Vertiefung.

Da ist die Bitte um Mut, wie Isabella Weber (Profilstelle „MEHR“) sie formuliert: „Mut, ehrlich zu sein, zu mir, und zu anderen, auch wenn es schwierig sein kann. (…) Mut, Menschen zu vertrauen, auch wenn diese mich schon so oft verletzt haben. (…) Mut, Ja zu dir [Gott] zu sagen, denn ich weiß, mit dir kann ich mutig sein!“

Bitte um Hirn und Herz

Unter dem Titel „Kontur“ spricht Dekanatsreferent Romanus Kreilinger Leserinen und Leser an, wenn er den Vorschlag macht, zu „sein wie der Rahmen in einem Kirchenfenster. Halt sein und Kontur geben, für das bunte Glas. Dort hindurch lässt Gott sein Licht scheinen. (…)“ – Mit der schwäbischen Bitte „Herr wirf Hirn ond Herz ra“ zeigt Martin Keßler, Seelsorger für Menschen in Not, was man Gott sagen kann, wenn einem wieder viel zu viele Menschen mit ideologischen Scheuklappen oder ohne Barmherzigkeit begegnen und wenn man „beim Aufregen darüber“ sich zufällig im Spiegel sieht und den eigenen Anteil erkennt…

Es ist die Rede vom Lieblingsort, den jeder Mensch wohl hat. Aber hat er auch ein Gebet dafür? Um in Worte zu legen, wie gut die Stille und die Weite tut? Um danke zu sagen? In einem ihrer Gebete bittet Sibylle Schwenk Gott darum, dass er „an dem Platz, an dem ich bin, den nötigen Weit-Blick, den nötigen Über-Blick und die Gelassenheit“ geben möge, um mit seiner Hilfe „einen guten Weg zu wählen“.

Achtsam und auch mal mit wenigen Worten

Wie man Beten mit bewusstem Atmen und mit Bewegungen unterstützen kann, zeigt Dorothee Schäffler (Profilstelle „Seelenraum“ – KiTa-Seelsorge). Und mit wie wenigen Worten ganz viel Wichtiges sagen kann, wer Kindern Mut zuspricht und für sie betet: „Du bist wertvoll, so wie du bist. Hab Mut, du selbst zu sein.“

Dass er oft erstaunt sei, wie viele Schülerinnen und Schüler in anonymen Umfragen angeben, dass sie morgens und abends beten, berichtete Andreas Ruiner (Profilstelle „Junge Erwachsene“) bei einer kurzen Autorenvorstellung in der Dekanatsratssitzung. Weil die Sehnsucht der Menschen „nach dem Höheren“ manchmal verschüttet sei und weil das Streben nach „mehr besitzen, mehr sehen, mehr erleben“ das Leben ärmer statt reicher macht, hat er ein Gebet formuliert mit der Bitte um einen „guten Sinn für das ›Mehr‹, das wirklich zählt“.

An ein paar Stellen im Buch finden sich leere Seiten – Platz für eigene gute Gedanken. „Fass‘ sie in Worte, schreib‘ sie auf“, schreibt Dekan Kloker. „Du kannst Dir sicher sein, dass sie gehört werden.“

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