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Menschen, die zuhören, mitdenken und trösten

Elf Frauen und Männer sind für die Mitarbeit in der Ökumenischen TelefonSeelsorge Ulm/Neu-Ulm beauftragt worden.

Ulm (Donau)

Johannes legt seinen Kopf an das Herz Jesu - die Skulptur der Johannesminne drückt aus, was Seelsorge bedeutet. Die Frauen und Männer, die neu für die Telefonseelsorge beauftragt wurden, sollen aus diesem Geist Jesu zuhören und ein Stück Geborgenheit vermitteln. Foto: drs/Jerabek

In einer kleinen Feier in der Ulmer Sankt-Georgs-Kirche segnete Dekan Ulrich Kloos die neuen Telefonseelsogerinnen und -seelsorger „für diesen wichtigen und kostbaren Dienst“. Kolleginnen und Kollegen, die dieses Angebot rund um die Uhr ehrenamtlich sicherstellen, hießen sie in ihrem Kreis willkommen und wünschten ihnen viel Gelassenheit, Neugier, innere Stärke und Geborgenheit. Als „mutige Menschen, die sich in ihrer Eigenart für andere Menschen engagieren, die sich hinterfragen, die aber auch mutig voranschreiten“, würdigten Claudia Köpf und Miriam Sommer, Leiterinnen der TelefonSeelsorge Ulm/Neu-Ulm, die neuen Seelsorgenden, die mit einer qualifizierenden Ausbildung auf ihre Tätigkeit vorbereitet wurden.

In seiner Predigt erinnerte der Dekan an die jahrtausendealte Erfahrung, „dass Menschen jemanden brauchen, der ihnen zuhört, der sich Zeit für sie nimmt“. So wie der alttestamentliche Hiob, der in seiner Not ausruft: „Gäbe es doch einen, der mich hört! (…) Ist einer, der dir Antwort gibt?“ Wohltuend sei da die Skulptur der Johannesminne, jene berühmte Darstellung, in der Johannes, der Lieblingsjünger Jesu, am Herzen Christi, seines Meisters, ruht. „Gottseidank gibt es heute viele Menschen, die aus diesem Geist Jesu handeln, die genau das tun: zuhören, sich Dinge zu Herzen nehmen, ein Stück Geborgenheit vermitteln, aus der unmittelbaren Angst befreien“, sagte Kloos.

Vorurteilsfrei, offen und anonym

„Das fängt an mit einem offenen Ohr, einem wirklich offenen Ohr, das aktiv zuhört, das behutsam einen Rat gibt. Das geschieht tagtäglich, das geschieht Tag und Nacht in der ökumenischen Telefonseelsorge“, so der Dekan weiter. Aufgrund der ständigen Erreichbarkeit sei die Telefonseelsorge ein sehr wichtiges seelsorgerliches Angebot.

Vorurteilsfrei, offen und anonym erhalten hilfesuchenden Menschen qualifizierte und vertrauliche Seelsorge und Beratung, können sie sich Sorgen von der Seele reden – dazu zählen Schwierigkeiten in der Partnerschaft, der Familie, im Beruf oder in der Schule, Krankheit, Einsamkeit, etwa nach dem Verlust eines nahestehenden Menschen oder andere Schicksalsschläge, Ängste, Mobbing, Sinnkrisen bis hin zu suizidalen Gedanken. Das Gespräch kann helfen, die Gedanken zu sortieren, zur Ruhe zu kommen, Mut zu fassen und neue Wege zu erkennen. Es kann per Telefon oder online per Chat und Mail geführt werden.

Eindrückliche Lieder, am Klavier einfühlsam gespielt von Sarah Scharpf, unterstrichen während der Feier, worum es bei der Telefonseelsorge geht: etwa „You Raise Me Up“ von Josh Groban oder „Ist da jemand“ von Adel Tawil. An die Seelsorgenden gewandt sagte Dekan Kloos: „Sie beantworten die Frage mit Ihrem Dienst: Ja, da ist jemand.“

TelefonSeelsorge®

Die TelefonSeelsorge ist Tag und Nacht erreichbar, auch an Wochenenden und Feiertagen, unter diesen Nummern:

0800-1110111, 0800-1110222 und 116 123

Das Angebot gilt für alle, egal ob alt oder jung, ob Berufstätiger, Hausfrau, Auszubildende oder Rentner, ob evangelisch, katholisch, Angehörige einer anderen Glaubensgemeinschaft oder ohne Kirchenzugehörigkeit, und ist offen für alle Problembereiche und für alle Anrufenden in ihrer jeweiligen Situation.

Die TelefonSeelsorge wird von den beiden großen Kirchen in Deutschland getragen. Bundesweit besteht ein Netzwerk von 104 Stellen, die im Dachverband „TelefonSeelsorge® Deutschland e.V." zusammengeschlossen sind. In diesen Stellen arbeiten fast 300 festangestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und über 7700 ausgebildete Ehrenamtliche. Die anfallenden Gesprächsgebühren aus dem Festnetz übernimmt die Deutsche Telekom AG. Das Einzugsgebiet der TelefonSeelsorge Ulm/Neu-Ulm umfasst neben den genannten Städten auch die Landkreise Alb-Donau, Günzburg, Heidenheim, Neu-Ulm und Ostalb.

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