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Mut, sich auf freies Feld zu begeben

Bischof Dr. Klaus Krämer beauftragt in Ditzingen acht Frauen und einen Mann als neue Pastoralreferent:innen für die Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Ditzingen
Bischof Dr. Klaus Krämer schüttelt einer neuen Pastoralreferentin die Hand Nelly Swiebocki-Kisling

Bischof Dr. Krämer bei der Feier zur Beauftragung der neuen Pastoralreferent:innen. Foto: Diözese Rottenburg-Stuttgart/ Nelly Swiebocki-Kisling

Warme Sonnenstrahlen fallen durch die Fenster der bis auf den letzten Platz besetzten Kirche St. Maria in Ditzingen. Die berührenden Lieder der Projektband erfüllt den Raum. Die Freude ist den Menschen an diesem feierlichen Sommertag anzusehen: Gemeinsam mit ihren Familien, Freunden, Wegbegleiter:innen und vielen Gästen feierten acht Frauen und ein Mann einen besonderen Meilenstein auf ihrem beruflichen und persönlichen Weg. Im Beauftragungsgottesdienst erhielten sie von Bischof Dr. Klaus Krämer den Auftrag für ihren Dienst als Pastoralreferent:innen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Mitwirkende waren Domkapitular Dr. Uwe Scharfenecker, Ausbildungsleiterin Pastoralassistentin Beate Dettling, Domkapitular Holger Winterholer sowie Dekan Alexander König aus Ditzingen.

Für die acht Theolog:innen endet mit der Beauftragung eine intensive Zeit der Vorbereitung. Nach ihrem Studium der Katholischen Theologie und einer dreijährigen Berufseinführung in Kirchengemeinden, Schulen und weiteren pastoralen Einsatzfeldern beginnen sie nun ihren Dienst in unterschiedlichen Regionen der Diözese. Künftig werden sie in Seelsorgeeinheiten, der Jugendpastoral, im Schuldienst, in der Liturgie oder an weiteren pastoralen Orten Verantwortung übernehmen und gemeinsam mit Priestern, Diakonen sowie Gemeinde- und Pastoralreferent Kirche gestalten.

Eine offenkundig bunte und vielfältige Gemeinschaft

In seiner Predigt erinnerte Bischof Dr. Klaus Krämer an die Kirche als von Anfang an lebendiges Netzwerk von Menschen, „denen ihr Glaube wichtig war, die diesen Glauben gelebt haben und dafür auch bereit waren einiges zu riskieren und zu investieren.“ Diese Gemeinschaft sei, so der Bischof weiter, „ganz offenkundig bunt und vielfältig gewesen: Männer und Frauen, Reiche und Arme, Sklaven und Freigelassene, gutsituierte Bürger und Menschen, die eher am Rand der damaligen Gesellschaft lebten.“ Die Kirche sei schon immer ein Netzwerk von ganz unterschiedlichen Menschen gewesen, „aber auf Augenhöhe zueinander, weil eines sie in all ihrer Verschiedenheit miteinander verbindet: ihr gemeinsamer Glaube und ihr Bekenntnis zu Jesus Christus.“

Weiter ermutigte Bischof Dr. Krämer die neuen Pastoralreferent:innen, Teil dieses globalen Netzwerks der Glaubensbereitschaft zu werden und ihre wichtige Aufgabe in diesem Netzwerk und für dieses Netzwerk zu übernehmen: „Durch Ihre Beauftragung und Sendung werden auch Sie – in gewisser Weise – zu Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Apostel, die das Evangelium in die Welt hinausgetragen haben. Der Dienst, mit dem Sie heute beauftragt werden, dient dem Aufbau des kirchlichen Lebens in unserer Diözese und in unseren Gemeinden.“

Die Marginalisierten nicht aus dem Blick verlieren

Die von den Pastoralreferent:innen gewählte Bibelstelle „Auf freiem Feld“ aus Lukas 2,8 – 20passe gut zum Pastoralen Dienst, der Neubeauftragten, der wörtlich ein „Hirtendienst“ sei, so der Bischof. So seien die Hirten die ersten gewesen, denen in der Geburtsnacht Jesu die frohe Botschaft verkündet wurde: „Und darin liegt schon ein starkes Statement: Denn die Hirten gehörten nicht zu den Etablierten und Angesehenen, sie lebten am Rand der Gesellschaft – ganz buchstäblich auf den freien Feldern jenseits der Dörfer und der Wohnsiedlungen, aber auch in einem übertragenen Sinn.“ Schon Papst Franziskus habe immer wieder betont, dass die Marginalisierten die ersten Adressaten der frohen Botschaft sind. Und auch Papst Leo rücke mit seinem Besuch bei den Flüchtlingen in Lampedusa das Schicksal unzähliger Flüchtlinge in den Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit. Bischof Klaus mahnte in seiner Predigt: „Wir dürfen die Marginalisierten nicht aus dem Blick verlieren und wir können von ihnen lernen.“

Auch Salome Dehner aus dem Dekanat Böblingen erklärte das Motto der Beauftragungsfeier mit dem Bild eines Menschen, der im Alltag oft ungeschützt „auf freiem Feld“ und unter dunklen Himmel steht: „Und genau in diesen dunklen Momenten bricht der Himmel auf! Genau so sehen wir unseren Auftrag als zukünftige Pastoralreferent:innen.“

Den Dienst in Liebe tun

Mit der feierlichen Beauftragung erklärten die Kandidat:innen ihre Bereitschaft, Gottes Wort gemäß dem Evangelium und dem Auftrag der Kirche zu leben und zu verkünden und im Auftrag des Bischofs, gemeinsam mit allen Kolleg:innen, den Dienst am Menschen, in Liebe zu tun.

Mit der Beauftragung beginnt für die neuen Pastoralreferent:innen ein neuer Abschnitt. Ab September werden Antonia Löffler aus dem Dekanat Rottweil, Anamarija Žunabović Juričić aus dem Dekanat Reutlingen-Zwiefalten, Alisa Braun aus dem Dekanat Göppingen-Geislingen, Salome Dehner aus dem Dekanat Böblingen, Sandra Biebl aus dem Dekanat Schwäbisch Hall, Anna Flaith aus dem Dekanat Ludwigsburg, Katharina Jauch aus dem Dekanat Esslingen-Nürtingen, Matthias Maiterth aus dem Dekanat Rottenburg und Tamara Rapp, die bereits im Sommer 2025 als Pastoralreferentin für das Erzbistum Köln beauftragt wurde und ab September einen Auftrag in der Hochschulpastoral in Reutlingen sowie im Schuldienst der Diözese Rottenburg-Stuttgart wahrnehmen wird, ihre Aufgaben in verschiedenen Bereichen der Diözese übernehmen und den Menschen Hoffnung bringen.

Ein sommerliches Familienfest für die neuen Pastis

Mit herzlichem Applaus, guten Wünschen und vielen persönlichen Begegnungen klang der festliche Nachmittag mit einem fröhlichen, bunten Sommerfest im Hof der Kirche St. Maria aus. Für die neuen Pastoralreferent:innen beginnt nun ein neuer Weg – verbunden mit dem Vertrauen der Kirche, den Menschen vor Ort und der gemeinsamen Aufgabe, den Glauben in einer sich wandelnden Gesellschaft lebendig zu bezeugen.

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