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Nachdenken über Gemeinschaft

Eine Mitmach-Ausstellung im Heinrich-Fries-Haus stellt Kindern und Erwachsenen Fragen zu ihrem Erleben von Miteinander.

Heilbronn
Lioba Diepgen und Elisabeth Ott zeigen eine Bildertafel. Auf ihr steht die Frage: "Wenn du anderen Menschen etwas wünschen dürftest, das sich erfüllt, was wäre das?" Arkadius Guzy

Lioba Diepgen, Dekanatsbeauftragte für Kirche und Schule/Schulpastoral, und Schuldekanin Elisabeth Ott präsentieren die Ausstellung. Foto: DRS/Arkadius Guzy

Was hast du in deinem Leben anderen Menschen zu verdanken? Wann mache ich mich klein, damit andere groß sein können? Was klappt nur, wenn sich viele Menschen zusammentun? – diese und acht weitere Fragen stellt eine Ausstellung im Heinrich-Fries-Haus in Heilbronn. Die Besucherinnen und Besucher sollen nicht nur über Zusammenhalt und das Verhältnis von Individuum und Gemeinschaft nachdenken, sondern in verschiedener Form auch Antworten geben.

Um die eigenen Überlegungen anzuregen, werden die Fragen in Textform und als symbolische Darstellungen auf 50 mal 80 Zentimeter großen Tafeln im Foyer präsentiert. Die Idee zur Ausstellung und die visuelle Umsetzung stammt von Elisabeth Ott. Sie hat die Acryl-Bilder gemalt. Der Künstler Albrecht Breunlin hat sie bei der Schrift unterstützt.

Der Ausgangspunkt sei gewesen, dass der Religionsunterricht zur Demokratiebildung beiträgt, wie Ott sagt. Sie ist Schuldekanin und Leiterin des Religionspädagogischen Instituts Heilbronn (RPI). Die Ausstellung richtet sich allerdings nicht nur an Schülerinnen und Schüler, sondern spricht ebenso Erwachsene an. „Es ist sehr spannend, welche Gedanken Erwachsene zu den Fragen haben“, berichtet Ott von den ersten Erfahrungen.

Verschiedene Mitmachstationen zum Ausprobieren

Die Texte sind daher vom Unterrichtskontext losgelöst formuliert. Die Fragen sind allgemeinverständlich gehalten, ohne religiöses Vokabular. Dennoch fußen sie auf einem theologischen Fundament, auf das Lioba Diepgen hinweist: „Als Gläubige haben wir eine Haltung“, sagt die Dekanatsbeauftragte für Kirche und Schule/Schulpastoral im katholischen Dekanat Heilbronn-Neckarsulm. Der Mensch als Ebenbild Gottes, Nächstenliebe, die Hoffnung auf eine gerechte Welt schwingen als Aspekte der christlichen Haltung in der Ausstellung mit.

Sie wird durch mehrere Mitmachstationen ergänzt, die Diepgen vorbereitet hat. Die Besucherinnen und Besucher können ihre Gedanken in verschiedener Form mitteilen – zum Beispiel sogar auf einer Schreibmaschine tippen – und Beziehungs- und Gruppenkonstellationen mit Miniatur-Stühlen symbolisch veranschaulichen.

Außerdem steht vielfältiges Begleitmaterial für den Unterricht und für Workshops zum Download bereit. Es vertieft und konkretisiert die Auseinandersetzung mit den Fragen. Das Unterrichtsmaterial hat Andreas Weiß mit seinen Schülerinnen und Schülern an der Grundschule Dahenfeld praktisch erprobt. Es gab sogar einen Familiengottesdienst im Schulgarten, bei dem die Bilder und der Austausch über die Fragen im Mittelpunkt standen.

Den Praxisbezug hebt Ott als wesentliche Eigenschaft des Materials heraus. Denn die Ausstellung kann nach der Präsentation im Heinrich-Fries-Haus ausgeliehen werden, damit sie in unterschiedlichen Zusammenhängen zum Einsatz kommt. Die ersten Buchungen für das kommende Jahr gibt es bereits von Einrichtungen und Gemeinden.

Besichtigungsmöglichkeit

Die Ausstellung „Ich im Wir“ ist bis 22. Oktober im Foyer des Heinrich-Fries-Hauses, Bahnhofstraße 13 in Heilbronn, zu sehen. Sie ist montags bis freitags von 9 Uhr bis 14 Uhr zugänglich. Kinder und Jugendliche sowie Schulklassen und Gruppen können unter Tel.: 07131 7411605 beim Religionspädagogischen Institut Heilbronn eine Einführung in die Ausstellung anfragen. Die Bilder und Materialien sowie weitere Informationen gibt es im Internet.

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