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Nachtwallfahrt auf dem Hohenrechberg

Zur Nachtwallfahrt pilgern Menschen aus nah und fern auf den Hohenrechberg. Am 8. August soll es erstmals wieder eine Lichterprozession geben.

Rechberg

Von Mai bis Oktober findet immer am 8. eines Monats die Nachtwallfahrt auf den Hohenrechberg statt. Wenn möglich, feiert Pfarrer Dr. Horst Walter die Marienmesse im Freien. Foto: Schwenk

Wie eine Prinzessin thront sie auf dem Gipfel des Rechbergs: die Wallfahrtskirche St. Maria. Doch ist es nicht nur der majestätische Anblick, der diese Kirche zu einem besonderen Anziehungspunkt macht. Es sind die Wallfahrten dort oben, das gemeinsame Beten des Rosenkranzes, die Eucharistiefeier unter freiem Himmel. „Die Menschen suchen Ruhe und Einkehr nach einem langen Arbeitstag“, beschreibt Pfarrer Dr. Horst Walter. Gemeinsam mit Pfarrer Andreas Braun hat er unter anderem diese Nachtwallfahrt vor vier Jahren ins Leben gerufen, nach einem Vorbild aus Tirol in Österreich.

Mehrere Elemente machen die Nachtwallfahrten, die von Mai bis Oktober immer am 8. eines Monats stattfinden, zu einem sehr prägenden und emotionalen Erlebnis. Das beginnt bereits mit dem steilen Anstieg von Rechberg aus auf 707 über den Meeresspiegel. Der Fußweg führt durch schöne Wiesen und dichten Wald hinauf und gibt nach ca. 600 Metern den Blick frei auf die Marienwallfahrtskirche. Traumhaft. Weniger steil, dafür etwas länger ist der Fahrweg, der die Pilgerinnen und Pilger vorbei an der Burgruine Hohenrechberg zur Kirche bringt. „Wir bieten auch immer einen Shuttle-Service an“, erklärt Pfarrer Walter. Und den nehmen auch an diesem Donnerstag einige Menschen in Anspruch.

Von Maria angesehen

Es ist ein regnerischer Tag. Doch noch hält das Wetter. Bierbänke sind aufgebaut im Halbrund um den Freiluft-Altar. Es ist eine tolle Atmosphäre. „Sie sind da, wir sind da, die Mutter Gottes ist da – was soll also passieren?“ lächelt Pfarrer Walter ins Mikrofon für die rund 150 Gäste. Dafür, dass das Wetter so wechselhaft und eher kalt ist, ist das eine beachtliche Anzahl. „An schönen Tagen“, so berichtet der Pfarrer, „haben wir bei den Nachtwallfahrten 300 bis 400 Pilgerinnen und Pilger.“

An diesem Donnerstag sitzen Frauen, Männer und Kinder mit wetterfester Kleidung da, viele haben Regenschirme mitgebracht. Nette Helferinnen und Helfer versorgen diejenigen „ohne“. Die Pilgerinnen und Pilger sind in sich gekehrt, sie beten und bitten innerlich, sie bitten um die Fürsprache und die Fürsorge der Gottesmutter. Pfr. Walter hat ein Bild der Heiligen Maria, Mutter von der immerwährenden Hilfe, deren Ikone auch auf dem Schönenberg zu sehen ist, mitgebracht.

Bei der Bildbetrachtung intensiviert sich das Gefühl, von dieser Maria angesehen zu werden, und auf ihre Hilfe vertrauen zu können. In einer schönen Interpretation rät Pfr. Walter, dieses Marienbild doch neben das Telefon zu legen. Und wenn man Hilfe benötige, von einem Freund, von einem Arzt oder irgendeinem anderen Dienst, dann könne man zusätzlich um die Hilfe der Muttergottes bitten. „Rufen Sie Maria an, sie wird sie erhören!“

Besonders schön im August und September

Normalerweise schließt sich an die Eucharistiefeier eine Lichterprozession an. Durch die Pandemie konnte diese im letzten Jahr und die ersten Male auch in diesem Jahr nicht stattfinden. Aber: Besonders schön seien die Nachtwallfahrten im August und im September, lässt Elisabeth Heilig, Pfarramtssekretärin in Rechberg, wissen. Dann nämlich ist es um 21 Uhr schon dunkel und das Erlebnis der Nähe einer schützenden Muttergottes noch intensiver und emotionaler.

Im Weg nach unten zum Parkplatz in Rechberg können die Gedanken und das Erlebte verarbeitet werden. Sie sinken ein und begleiten alle Pilgerinnen und Pilger in die nächsten Tage. Begleitet und beschützt von Maria.

INFO

Für die Nachtwallfahrt am 8. August ist der traditionelle Ablauf geplant: 19.30 Uhr Rosenkranz, 20 Uhr feierliche Marienmesse (voraussichtlich im Freien), anschließend Lichterprozession. Ein Fahrdienst ist ab 19 Uhr eingerichtet.

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