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Netzwerk unterstützt Trauernde

Seit 10 Jahren begleitet die "Kontaktstelle Trauer" Hinterbliebene und schafft Raum für Austausch.

Biberach

Magdalena Ruf (Mitte) wurde bei der Jubiläumsfeier der "Kontaktstelle Trauer" in den Ruhestand verabschiedet - Foto: Philipp Friedel

In einer Jubiläumsfeier blickten die Caritas Biberach-Saulgau und die beiden Dekanate am Montagabend auf zehn Jahre "Kontaktstelle Trauer" zurück und verabschiedeten deren Gründungsmitglied Magdalena Ruf in den Ruhestand. Zum Gottesdienst mit Dekan Sigmund F.J. Schänzle in der Biberacher Kirche St. Martin und zum anschließenden Umtrunk mit Abstand waren in coronakonformer Anzahl haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Weggefährten Rufs geladen.

Renate Fuchs , Referentin des Dekanats für Trauerseelsorge, brachte einen Tonkrug zum Altar. "In ihm haben Menschen ihre Trauer abgelegt und ihre Tränen gesammelt", erklärte Pastoralreferentin Stefanie Brüggemann. Sie stellte einen zweiten Krug daneben, der während der Coronazeit in einer der Biberacher Kirchen stand. Dazu die Einladung, alles Belastende aufzuschreiben und hineinzuwerfen. Auf dem Altar sollen die Anliegen in Hoffnung gewandelt werden, ergänzte die Theologin.

Menschen mit Trauererfahrung zusammenzubringen und mit ihnen "Visionen der Hoffnung entwickeln", wie es der Biberacher Dekan Sigmund F.J. Schänzle zu Beginn des Gottesdienstes formulierte, war auch eines der Ziele, weshalb Caritas und Dekanat vor zehn Jahren die "Kontaktstelle Trauer" gründeten. Hospizdienste und Trauernde selbst machten auf eine Mangelsituation aufmerksam, dass die intensive Begleitung mit dem Tod der Angehörigen ende. Caritas-Regionalleiter Peter Grundler betonte, dass ganz bewusst eine Kooperation von Sozialarbeit und Seelsorge für die ganze Region beabsichtigt war, um die Hinterbliebenen zu unterstützen.

Gott ist mit den Menschen

Zusammen mit Dekanatsreferent Wolfgang Preiss-John baute Diplomsozialpädagogin Magdalena Ruf damals die "Kontaktstelle Trauer" auf. In wenigen Wochen tritt sie in die passive Phase der Altersteilzeit und wurde bei der Feier mit lobenden Worten, Geschenken und Standing Ovations in den Ruhestand verabschiedet. Wenn von den 753 letztes Jahr in der Stadt Biberach Verstorbenen jeder nur zwei bis vier nähere Angehörige hatte, zeige das die Relevanz des Themas Trauer. Ruf ermutigte dazu, den Betroffenen nicht auszuweichen und geduldig mit ihnen zu sein. "Wir vertrauen darauf, dass da einer ist, der mit uns geht", benannte sie ihre Motivation aus dem christlichen Glauben.

Rufs Nachfolgerinnen Renate Fuchs und Silke Jones sowie Dekanatsreferent Björn Held, seit vier Jahren ihr pastorales Pendant, führen die "Kontaktstelle Trauer" weiter und halten die Zusammenarbeit mit vielen Einrichtungen und Gruppen in Kirche, Stadt und Kreis aufrecht. Nach den Fürbitten für Menschen in Trauer dankt Caritas-Leiter Peter Grundler zuerst denen, die in Einzelgesprächen und in Gruppen ihr Herz öffnen, dann auch allen haupt- und ehrenamtlichen Mitwirkenden in der Kontaktstelle und in den Trauerkreisen. Der Gesang der Frauen von der Vokalgruppe Anima hatte es ihm besonders angetan. "Es war mehr als eine Umrahmung, es war eine musikalische Umarmung" - die Anwesenden bestätigten das mit großem Applaus.

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