Zum Inhalt springen

Spende nur bei Zustimmung

Neuregelung der Organspende: Der Deutsche Bundestag hat am Donnerstag für die Zustimmungslösung gestimmt. Dafür hatte auch Bischof Fürst plädiert.

Rottenburg/Stuttgart

Symbolbild: pixabay.com

Bischof Dr. Gebhard Fürst, in der Deutschen Bischofskonferenz unter anderem für medizinethische Fragen zuständig, hatte im Vorfeld bereits klar Stellung gegen die Widerspruchslösung bezogen und twitterte: "Menschen, die sich zur Organspende bereit erklären, um anderen in lebensbedrohlicher Not zu helfen, sind wir zu großem Dank verpflichtet. Diese Hilfsbereitschaft per Gesetz vorauszusetzen ist eine Entwertung der Solidarität, die unsere Gesellschaft trägt."

Der Deutsche Bundestag beriet am Donnerstag über zwei konkurrierende Gesetzesentwürfe: die Einführung der doppelten Widerspruchslösung und die Weiterentwicklung der bestehenden Zustimmungslösung.

Widerspruchslösung abgelehnt

Die Widerspruchslösung, die Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erarbeitet hatte, wurde abgelehnt. Nach dieser wäre jeder automatisch zum Organspender geworden, der nicht zu Lebzeiten widersprochen hätte.

Bei der nun vom Bundestag beschlossenen Zustimmungslösung ist ein bundesweites Onlineregister für Erklärungen zur Organ- und Gewebespende vorgesehen. Beim Abholen von Ausweispapieren soll es regelmäßige Befragungen der Bürger sowie Hinweise auf die Registriermöglichkeit geben. (...)

Nähere Informationen über die Gesetzesentwürfe finden Sie auf der Internetseite www.organspende-info.deder Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Bischofskonferenz begrüßt Entscheidung

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, sagte am Donnerstag: „Der Deutsche Bundestag hat heute mit einer deutlichen Mehrheit ein Gesetz zur Stärkung der Entscheidungsbereitschaft bei der Organspende beschlossen. Die Deutsche Bischofskonferenz unterstützt nachdrücklich das mit dem Gesetz verfolgte Anliegen, in Deutschland die Zahl der Organspenden wirksam zu erhöhen.
 
Wir glauben, dass das heute beschlossene Gesetz geeignet ist, die erfreulich große Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung praktikabel und nachhaltig in eine individuelle Bereitschaft zur Organspende zu überführen. Das Gesetz gewährt weiterhin eine möglichst große Entscheidungsfreiheit bei der Organspende und trifft dennoch Maßnahmen, die dazu führen, dass die Menschen sich verstärkt mit der Frage der Organspende befassen.
 
Zudem hält das Gesetz praktische Regelungen bereit, wie z. B. die Einführung eines Organspenderegisters, die die Abläufe und Strukturen bei der Organspende weiter verbessern werden. Die Verabschiedung dieses Gesetzes setzt ein wichtiges Zeichen für den Erhalt und Schutz grundlegender (medizin)ethischer und grundrechtlicher Prinzipien, auf denen das Wertefundament unserer Gesellschaft fußt. Wir begrüßen die Entscheidung des Deutschen Bundestages deshalb sehr.“
 

Mehr zur Autorin

Aktuelles

zum Thema

Markus Waggershauser

Im Storchengang durchs kalte Wasser

Jordanbad

Wassertreten im Kneippbecken ist gut für die Gesundheit und erfrischt im Biberacher Jordanbad und anderswo Körper und Seele - nicht nur im Sommer.

Anita Wenger

Handgeschriebene Corona-Bibel unterwegs

Wolpertswende

Die Kirche St. Gangolf in Wolpertswende beherbergt im Oktober ein Druckexemplar der St. Galler Bibel mit vielfältigen Illustrationen.

Aktuelles

aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart

DRS / Annika Werner

Landwirt sein, aus Liebe zur Familie und zur Natur

Rottweil

Der Hof der Sauters ist seit 300 Jahren im Familienbesitz. Damit er weiterbestehen kann, führt ihn der 33-jährige Samuel auf mehreren Standbeinen.

Angelika Sönnichsen

Frieden wächst, wo Menschen einander begegnen

Rottenburg

Bischof Dr. Klaus Krämer besucht Friedens-, Bildungs- und Klimaprojekte in Burundi. Die Reise zeigt, wie langjährige Partnerschaft Zukunft schafft.

Christine Eberle

Kunst zum Entdecken und Nachdenken

Ellwangen (Jagst)

Eine Ausstellung mit Werken von Judith Wettemann-Ebert knüpft an die Themen der Landesgartenschau und besonders an die dortige Blumenschau an.

Constanze Stark

Eine Kirche mit außergewöhnlicher Geschichte

Hechingen

Eine alte Legende erzählt, dass Engel die Wallfahrtskirche über Nacht an ihren heutigen Ort getragen haben. Doch was steckt dahinter?

Markus Waggershauser

Friedensglocken verbinden Deutsche und Tschechen

Aichtal

Gegenbesuch von Pilgern aus Grötzingen und Lustnau in Pìst‘ stärkt die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Gemeinden der beiden Länder.