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Päpstliche Ehrenzeichen für herausragende Verdienste

Bischof Dr. Krämer verleiht Auszeichnungen an Veronika Rais-Wehrstein aus Nagold, Dr. Monika Stolz aus Ulm und Dr. Johannes Warmbrunn aus Esslingen.

Rottenburg am Neckar
Das Bild zeigt einen Bischof, der gemeinsam mit zwei Frauen und einem Mann in einer Reihe steht. Sie alle blicken lächelnd in die Kamera und die zwei Frauen und der Mann halten Urkunden und Orden in den Händen und zeigen sie in die Kamera. Gregor Moser

Bischof Dr. Klaus Krämer (zweiter von rechts) beim Festakt zur Verleihung von Päpstlichen Auszeichnungen im Bischofshaus Rottenburg gemeinsam mit den Geehrten (von links): Dr. Johannes Warmbrunn, Veronika Rais-Wehrstein und Dr. Monika Stolz. Bild: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Gregor Moser

Bei einer Feierstunde in Rottenburg verlieh Bischof Dr. Klaus Krämer am Dienstagabend Päpstliche Ehrenzeichen an drei Persönlichkeiten aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart für ihre herausragenden Verdienste: Veronika Rais-Wehrstein aus Nagold erhielt das Päpstliche Ehrenzeichen Bene merenti, Dr. Monika Stolz aus Ulm erhielt die Würde einer Dame vom Orden des heiligen Papstes Silvester und an Dr. Johannes Warmbrunn aus Esslingen verlieh der Bischof im Namen des Heiligen Vaters Leo XIV. die Würde eines Ritters vom Orden des heiligen Papstes Silvester.

In seinen Laudationes beschrieb Bischof Dr. Krämer das Engagement der ausgezeichneten Persönlichkeiten der Reihe nach wie folgt:

Veronika Rais-Wehrstein erhalte das Päpstliche Ehrenzeichen „Bene merenti“ für ihr langjähriges Engagement in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, sowohl auf der Ebene der Kirchengemeinde und des Dekanats, als auch in Organisationen, Kommissionen und Gremien, die diözesanweit aufgestellt sind. Seit ihrer Jugend engagiere sie sich bei der Erstkommunion- und Firmkatechese und sei bis heute Mitglied im Kirchengemeinde- und im Dekanatsrat. Beispielhaft für ihre Initiativen nannte Bischof Dr. Krämer die Vesperkirche in Nagold, die sie mit aufgebaut habe. 

Rais-Wehrstein fördert den Dialog

In den pastoralen Herausforderungen zeige sie Mut, Klarheit und Empathie und baue Brücken. So fördere Rais-Wehrstein den Dialog und schaffe Räume der Beteiligung. „Ihre Arbeit wird von vielen Seiten anerkannt und geschätzt, weil sie Vertrauen aufbaut, Verlässlichkeit schenkt und Möglichkeiten zur Mitgestaltung eröffnet. Der intensive Kontakt zu den Kirchengemeinden, insbesondere auch zu den muttersprachlichen Gemeinden, war und ist ihr ein Herzensanliegen“, sagte der Bischof. 
Das diözesanweite Engagement von Rais-Wehrstein drücke sich in erster Linie durch die langjährige Mitwirkung im Diözesanrat aus – dem obersten synodalen Gremium in der Diözese – dessen Präsidium sie angehörte, sagte der Bischof weiter. „Rais-Wehrstein hat den Diözesanrat in den vergangenen Jahrzehnten maßgeblich mitgestaltet und ihm ihr Gesicht gegeben.“ Dabei sei ihr die synodale Kirche ein Herzensanliegen: Als Mitglied im Synodenteam der Diözese setze sie die Anliegen der Weltsynode zielgerichtet um und setze damit sichtbare Impulse für Veränderungen und Beteiligung“, betonte Bischof Dr. Krämer. 

Sehr gut in der Diözese vernetzt

Durch diese vielfältigen Aktivitäten sei Rais-Wehrstein sehr gut in der Diözese vernetzt. Ihr Engagement entfalte sich dabei auf allen Feldern: sachkundig, zielorientiert und mit Blick auf die Menschen hin, mit denen sie und für die sie arbeitet. „Sie spürt Unstimmigkeiten früh auf, führt Gespräche mit Klarheit und Direktheit, und scheut sich nicht, anzusprechen, was gesagt werden muss, und dies stets in einem charmanten und liebenswerten Ton.“

Rais-Wehrstein sei für viele ein Vorbild und stärke die Glaubwürdigkeit der Diözese, fördere die Mitgestaltung und inspiriere viele Gläubige zu aktivem Engagement, betonte der Bischof und hielt fest: „Ihre fortwährende Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, macht sie zu einer tragenden Säule der Diözese.“

Dr. Monika Stolz erhalte die Würde einer Dame vom Orden des heiligen Papstes Silvester aufgrund ihrer herausragenden Verdienste für Kirche und Gesellschaft – insbesondere für ihr Engagement in dem überaus schwierigen Themenfeld des sexuellen Missbrauchs innerhalb der Kirche, sagte Bischof Dr. Krämer.

Schutz von Kindern und Jugendlichen als Herzensanliegen

Dr. Stolz‘ besonderes Herzensanliegen sei der Schutz von Kindern und Jugendlichen und die Sorge darum, dass Kinder und Jugendliche in allen Lebensbereichen und vor allem innerhalb der Kirche ein sicheres und förderndes Umfeld erleben, hielt der Bischof fest. Er erinnerte daran, dass Dr. Stolz im Jahr 2014 auf Bitten des früheren Bischofs Dr. Gebhard Fürst den Vorsitz der Kommission sexueller Missbrauch (KsM) in der Diözese Rottenburg-Stuttgart übernahm. Diese Kommission sei im Jahr 2002 durch Bischof em. Dr. Fürst gegründet worden. Ihr Ziel und Auftrag sei es, als Beratergremium des Bischofs alle Vorwürfe von sexuellem Missbrauch und sexualisierter Gewalt, die im Verantwortungsbereich der Diözese Rottenburg-Stuttgart erhoben wurden und werden, zu prüfen und den Bischof hinsichtlich des Umgangs mit diesen Vorwürfen zu beraten. „Dr. Stolz war es während der zwölf Jahre als Vorsitzende der Kommission sexueller Missbrauch ein überaus großes Anliegen, dass kirchliches Handeln gerade in diesem Feld glaubwürdig wird, glaubwürdig ist und glaubwürdig bleibt. Die Wichtigkeit von Aufklärungswillen und größtmöglicher Transparenz der Kirche und der Diözese Rottenburg-Stuttgart konkret vor Ort hat sie immer wieder betont. In souveräner Unabhängigkeit und mit höchstem Verantwortungsbewusstsein hat sie diese Kommission geleitet. Mit standhafter Konsequenz stand sie für die Aufgabe der Kommission, dem Bischof Empfehlungen auszusprechen, und mahnte die Verantwortungsübernahme im Handeln der Diözese an. „Oberstes Ziel von Frau Dr. Stolz war es, dass Betroffene Gerechtigkeit erfahren“, sagte der Bischof und setzte hinzu: „Ihr hohes Maß an Differenziertheit, ihre stete Anregung zur Professionalisierung im Umgang mit Betroffenen, Beschuldigten und auch mit allen, die mit Betroffenen und Beschuldigten verbunden sind, und ihre klare Haltung, haben maßgeblich dazu beigetragen, dass die Arbeit der Kommission innerhalb und außerhalb der Diözese hohes Ansehen genießt.“ 

Zahlreiche Ehrenämter prägen das Wirken der früheren Ministerin

Das Wirken von Dr. Stolz, die von 2006 bis 2011 Landesministerin für Arbeit und Soziales und Kinderbeauftragte der Landesregierung Baden-Württemberg war, sei darüber hinaus von zahlreichen Ehrenämtern innerhalb der katholischen Kirche und darüber hinaus geprägt, sagte der Bischof und führte beispielhaft ihre Tätigkeit als stellvertretende Vorsitzende des Rundfunkrats des Südwestrundfunks und ihre Mitgliedschaft im Zentralkomitee der deutschen Katholiken an. Hierbei sprach der Bischof die „gute Zusammenarbeit“ mit Dr. Stolz im Leitungsgremium zur Vorbereitung des Katholikentags in Stuttgart im Jahr 2022 an, an die er sich sehr gerne erinnere. 

Weiter sei Dr. Stolz zwölf Jahre Vorsitzende der Stiftung Kinderland des Landes Baden-Württemberg, acht Jahre Beiratsvorsitzende der Stiftung „Singen mit Kindern“ und von 2011 bis 2020 Vorsitzende des Bundesverbands katholischer Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen für Kinder und Jugendliche gewesen. „Sie hat sich dort in herausragender Weise für die Verbesserung von Strukturen und Rahmenbedingungen eingesetzt, um erkrankten Kindern und Jugendlichen schnell und bedarfsgerecht die Hilfen zu ermöglichen, die sie zum Gesundwerden brauchen“, sagte Bischof Dr. Krämer. 
In weiteren Ehrenämtern habe sich Dr. Stolz nachhaltig für Menschen eingesetzt, die sich in äußerst zerbrechlichen Lebenssituationen befinden: ganz zu Beginn des Lebens und ganz am Ende des Lebens. Seit 2013 sei sie so Mitglied des Kuratoriums der Hospiz-Stiftung Ulm, seit 2018 Mitglied des Landesvorstands von Donum Vitae, seit 2011 Mitglied des Aufsichtsrats der diözesanen Veronikastiftung, seit 2013 Mitglied des Stiftungsrats der Stiftung St. Elisabeth und seit 2019 Vorsitzende des Diözesancaritasrats der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Christliche Werteorientierung wird sichtbar

In allen Ehrenämtern, welche die vierfache Mutter und Großmutter von zehn Enkelkindern ausgeübt habe, werde ihre christliche Werteorientierung sichtbar, betonte der Bischof: „Die Zuwendung zu den Menschen sowie die Förderung einer Kultur der Nächstenliebe und des achtsamen Miteinanders“. Dabei sei Dr. Stolz in ihrem herausragenden kirchlichen und gesellschaftlichen Engagement vor allem für diejenigen da, die besonderer Hilfe bedürfen.

Dr. Johannes Warmbrunn erhalte im Namen von Papst Leo XIV. die Würde eines Ritters vom Orden des heiligen Papstes Silvester aufgrund seiner herausragenden Verdienste für Kirche und Gesellschaft, sagte Bischof Dr. Klaus Krämer.

Maßgeblich den Diözesanrat mitgeprägt

Der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie habe im Sozialministerium Baden-Württemberg die Stabsstelle Bürgerengagement und Freiwilligendienste geleitet, wo er sich mit beeindruckendem Weitblick für eine engagementfreundliche und bürgernahe Politik einsetzte, sagte der Bischof. Schon in jungen Jahren habe sich Dr. Warmbrunn auch in der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit seiner Heimatgemeinde engagiert. Sein kirchliches und gesellschaftspolitisches Wirken zeige sich in vielen Ämtern: Im Kirchengemeinderat St. Augustinus Esslingen-Zollberg, im Gesamtkirchengemeinderat Esslingen, im Dekanatsrat Esslingen-Nürtingen und im Diözesanrat Rottenburg-Stuttgart, dessen gewählter Sprecher er von 2007 bis März 2026 gewesen sei. Aus pastoraler Verantwortung und gesellschaftspolitischem Engagement heraus habe er den Diözesanrat maßgeblich mitgeprägt“, sagte der Bischof und setzte hinzu: „Dr. Warmbrunn steht in einzigartiger Weise für ein Aggiornamento auch in unserer Diözese: Die tief verwurzelte Verbundenheit mit der Kirche, die Verantwortung für Mitmenschen und der unermüdliche Wille, Brücken zu bauen. Sein Engagement ist geprägt von einer authentischen Offenheit, einer klaren Orientierung an christlichen Werten und deren praktischen Umsetzung im Alltag.“

Eine lebendige synodale Gemeinschaft

Durch die Haltung von Dr. Warmbrunn werde deutlich, dass die Kirche in der Diözese Rottenburg-Stuttgart nicht nur eine Institution sei, sondern eine lebendige synodale Gemeinschaft, die Menschen zusammenführt, Vertrauen ermöglicht und Hoffnung schenke. „Er verbindet fachliche Expertise mit pastoralem Feingefühl, hört aufmerksam zu, trägt Verantwortung und begleitet Veränderungen mit Weisheit und Vertrauen. Damit stärkt er die Glaubwürdigkeit und Relevanz der Kirche in einer sich wandelnden Gesellschaft. Seine Verlässlichkeit, sein Weitblick und seine Leidenschaft für eine synodale Kirche sind beispielhaft“, betonte Bischof Dr. Krämer.

Geehrte bringt sich auch außerhalb der Diözese ein

Weiter hielt der Bischof in seiner Laudatio fest, dass sich Dr. Warmbrunn regelmäßig auch auf überdiözesaner Ebene einbringe und so beispielsweise im Februar 2023 die deutsche Kirche auf der Konferenz der Präsidenten und Berichterstatter der Bischofskommissionen für die Laien unter dem Titel „Pastors and Lay Faithful Called to Walk Together“ vertrat, zu der das Dikasterium für Laien, Familie und das Leben der römischen Kurie eingeladen hatte. Nicht unerwähnt ließ der Bischof auch, dass sich Warmbrunn in seinem Buch „Gott unfassbar groß denken – Geborgenheit im ganzheitlichen Glauben“ intensiv mit der Gottesfrage der Gegenwart auseinandersetzt und ihm diese Fragen Halt und Ausrichtung für sein christliches Wirken geben.

Aus dem Diözesanrat

Willy Braun, Sprecher des Diözesanrats, und Marita Walz, Mitglied des Präsidiums, äußern stellvertretend für den Diözesanrat ihre große Wertschätzung für das langjährige ehrenamtliche Engagement von Dr. Johannes Warmbrunn und Veronika Rais-Wehrstein. Beide haben Dr. Warmbrunn und Rais-Wehrstein über viele Jahre im Diözesanrat erlebt und mit ihnen gemeinsam in dem obersten synodalen Gremium der Diözese Verantwortung übernommen. Braun und Walz halten übereinstimmend fest: „Johannes Warmbrunn und Veronika Rais-Wehrstein ist es gelungen, ihre Begabungen und Charismen auf ihre jeweils unverwechselbare Art und Weise uneigennützig einzubringen. Ihr Engagement war prägend, bereichernd und wirksam für die Diözese und die Menschen in ihr. Sie haben überzeugend und mit großer Selbstverständlichkeit das Rottenburger Modell gelebt und die Zukunft der Diözese maßgeblich mitgestaltet.“

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