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Pilgertag zur Guten Beth

Kloster und Kirchengemeinde Reute gestalten die Wallfahrt zur Seligen, mit der auf dem Hügel klösterliches Leben begann, erneut coronakonform.

Reute
Im Zentrum des Bildes ist die Silhouette des Klosters Reute zwischen Bäumen zu sehen. Am unteren Bildrand plltert eine Gruppe mit Mützen und Rucksäcken sowie dem Rücken zur Kamera auf das Kloster zu.

Wenn das Wallfahrtsziel am Horizont auftaucht, schlägt das Pilgerherz höher - Archivfoto 2015: Sr. M. Leonie Voitenleitner

Der erste Samstag im Juli ist in Reute traditionell der Wallfahrtstag zur Guten Beth. Junge und ältere Menschen kommen aus allen Himmelsrichtungen meist zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf den oberschwäbischen Klosterhügel, feiern Gottesdienst und begegnen einander. Bereits im vergangenen Jahr überlegten sich die Franziskanerinnen und die Kirchengemeinde St. Peter und Paul eine pandemiegerechte Variante als Pilgertag. Dieses Konzept hat sich bewährt und soll auch in diesem Jahr gelten.

Zwei Gottesdienste im Freien

Unter dem Motto "Von Gottes Liebe entzündet, bewegt, gesegnet" organisieren Einzelpersonen, Familien und den Coronaregeln entsprechende kleine Gruppen mit Impulsen aus dem Pilgerheft oder eigenen Ideen ihren Weg zum Kloster selbst. Nach dem Gottesdienst im Freien um 13 Uhr beim Tauwerk gibt es unterschiedliche Führungen. Dabei stehen der Kräutergarten, das Kloster und die Kirche auf dem Programm. Außerdem besteht die Möglichkeit für Einzel- und Beichtgespräche.

Der Outdoor-Gottesdienst um 18 Uhr soll besonders Kinder, Familien und Jugendliche ansprechen. Am Feuer lässt sich anschließend das mitgebrachte Fleich oder die Tofuwurst grillen. Der Teig fürs Stockbrotbacken sowie die Getränke den ganzen Tag über stellen die Organisatoren bereit. Wer einen Shuttleservice zum Bahnhof benötigt, sollte sich bis spätestens am Donnerstag um 12 Uhr im Pfarrbüro Reute melden.

Die selige Gute Beth von Reute

Mit vier anderen jungen Frauen zog die erst 17-jährige Elisabeth Achler 1403 auf Rat ihres geistlichen Begleiters in die neu erbaute Klause nach Reute. Sie lebte mit ihnen nach der Regel des Heiligen Franziskus und kümmerte sich neben dem Gebet um die Armen, die an die Tür klopften. Die "Gute Beth", wie die Ordensfrau schon bald genannt wurde, trug mit ihrer mystischen Spiritualität zur Erneuerung des kirchlich-religiösen Lebens bei und war als Ratgeberin gefragt.

Als Zeichen ihrer innigen Verbindung zu Jesus Christus soll sie auch dessen Wundmale getragen haben. Im Jahre 1766 sprach Papst Clemens XIII. die Gute Beth selig. Nachdem die klösterliche Tradition 1784 im Zuge der Säkularisation abbrach, besiedelten vor 150 Jahren erneut Franziskanerinnen den Klosterberg, wo sich bis heute ihr Mutterhaus befindet.

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