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Pilze mit Botschaft

1000 Glückspilze erzählen von der Würde des Menschen, dass jeder einmalig und wichtig ist. Sie „wachsen" im Kirchengarten auf der Landesgartenschau.

Ellwangen (Jagst)
Martin und seine Betreuerin Elke Hahn inmitten der Glückspilze. Foto: Schwenk

1000 Glückspilze sind auf der Landesgartenschau in Ellwangen „gewachsen"; Menschen mit und ohne Behinderung haben sie gestaltet, zum Beispiel Martin und seine Betreuerin Elke Hahn vom Haus Kamillus der Stiftung Haus Lindenhof. Foto: Schwenk

Es sind schon ganz besondere Pilze, die da im Kirchengarten auf der Landesgartenschau aus dem Boden geschossen sind: Es sind Pilze des Miteinanders, Pilze der Freude – Glückspilze. Menschen mit und ohne Behinderung haben rot-weiße Pilze getont, glasiert und nun auf Stäben in den Boden gesteckt. 1000 Stück. Sie „wachsen“ in schönen Formationen und senden die Botschaft aus: „Wir sind mittendrin, wir bringen euch Glück, wir sind einzigartig“.

Martin zieht an diesem Montagvormittag den Sonnenhut noch ein bisschen tiefer ins Gesicht. Die Schweißtropfen rinnen ihm von der Stirn. „Das Schrauben ist nicht so meins“, lächelt er, und seine Betreuerin Elke Hahn vom Haus Kamillus der Stiftung Haus Lindenhof zieht ihn ein bisschen in den Schatten. Zwei Glückspilze hat Martin getont. „Das hat mir sehr viel Spaß gemacht“, lässt er wissen. Auch das Glasieren mit den Farben war etwas Besonderes für ihn.

1000 Glückspilze - „Wir sind mittendrin“

So wie Martin haben Menschen mit und ohne Behinderung mitgemacht bei der Glückspilz-Aktion. Initiiert wurde sie von Claudia Ebert, Seelsorgerin bei Menschen mit Behinderung aus Stuttgart, und weitergetragen von Schwester Franziska Trögler aus Ellwangen, die im Dekanat Ostalb im gleichen Bereich tätig ist. „Zehn Schulklassen und zahlreiche Einrichtungen aus Ellwangen, Stuttgart, Untermarchtal, Unterschneidheim, Herbrechtingen, Karlsruhe, Tübingen und Bad Mergentheim haben sich beteiligt“, berichtet Claudia Ebert. Die Glückspilze erzählten von der Würde des Lebens, von jedem Menschen, der einmalig und wichtig ist. Denn: „Man sieht den Pilzen ja nicht an, ob sie ein Mensch mit oder ohne Behinderung gemacht hat.“ Auch Schwester Franziska ist so richtig begeistert von der Aktion, die die Menschen hier auf dem Landesgartenschau-Gelände zusammenbringt. „Wir sind mittendrin“, lächelt sie.

Es gibt nur ein Gemeinsam

Inzwischen sind einige Pilze aus dem Boden geschossen. Claudia Ebert erzählt von der Schwierigkeit, in den trockenen Boden Löcher zu bohren. „Da haben wir am Vorabend schon ein bisschen gearbeitet“, schmunzelt sie. Wenn man in die Gruppen, die zusammenarbeiten, hineinschaut wird klar: Jede und jeder hat hier seine Aufgabe. Jemand bringt den Stock, jemand anderes die Schrauben, jemand hält den Pilz, so dass die Kappe möglichst gerade auf dem Stock sitzt. Man berät sich untereinander. Es wird schön. Ab und zu schielt der eine oder die andere zu einer Gruppe rüber und nickt anerkennend. Das Wichtigste dabei: Es gibt kein Ranking, es gibt nur ein Gemeinsam.

Noch bis zum 3. Juli senden die 1000 Glückspilze am Kirchengarten (Richtung LGS-Eingang Rotenbach) ihre besondere Botschaft den Besucherinnen und Besuchern entgegen. Dann können sie erworben werden. Mit dem Erlös möchten die Initiatorinnen eine Fahrt nach Taizé organisieren. 

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