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Reisegruppe taucht in Malaysia ins Gemeindeleben ein

Im Rahmen einer ökumenischen Direktpartnerschaft besucht eine Delegation den Bundesstaat Sabah im Norden der Insel Borneo.

Heilbronn
Die deutsche Reisegruppe steht beim Willkommensabend in der Diözese Keningau auf der Bühne mit den Gastgebern.

Die deutsche Reisegruppe wird beim Willkommensabend in der Diözese Keningau gleich ins Programm eingebunden. Foto: Sabah Heilbronn Ecumenical Partnership

Als sehr gastfreundlich, lebendig und engagiert erlebt Miriam Haar christliche Gemeinden auf der Insel Borneo. Die evangelische Pfarrerin leitet derzeit eine Reisegruppe, die den malaysischen Bundesstaat Sabah besucht. Die insgesamt zwölf Christinnen und Christen aus dem evangelischen Kirchenbezirk Heilbronn-Brackenheim und dem katholischen Dekanat Heilbronn-Neckarsulm pflegen damit eine seit Jahrzehnten bestehende Partnerschaft.

Alles ist herzlich vorbereitet: Es gibt Welcome-Banner mit den Fotos der Heilbronner Gäste und es wird geklatscht und gesungen, wenn diese in den Kirchengemeinden ankommen. Dort finden dann Willkommensabende mit Gesang, Musik und Trommeln statt. Das berichtet Haar nach mehr als der Hälfte des insgesamt rund zweiwöchigen Aufenthalts. „Wir werden nicht als Touristen, sondern als Schwestern und Brüder in Christus empfangen“, erklärt Haar.

Austausch über kirchliche Themen

Die Reise verfolgt in der Tat auch keine touristischen Interessen. Die ökumenische Direktpartnerschaft zwischen dem evangelischen Kirchenbezirk sowie dem katholischen Dekanat auf der einen Seite und der Basel Christian Church of Malaysia (BCCM), der Protestant Church in Sabah (PCS) sowie dem Erzbistum Kota Kinabalu und den Bistümern Keningau und Sandakan auf der anderen Seite dient dem religiösen Austausch. Alle paar Jahre finden abwechselnd Begegnungen statt.

Vor zwei Jahren, im September 2023, informierte sich eine Delegation aus Malaysia bei einem Besuch in Heilbronn und Umgebung über aktuelle kirchenpolitische Themen in Deutschland, wie zum Beispiel den Synodalen Weg. Nun wollen die Heilbronner Christinnen und Christen erfahren, wie die malaysischen Kirchengemeinden mit ihren eigenen, aktuellen Herausforderungen umgehen. Zu diesen gehört zum Beispiel die Position als Minderheit, da das südostasiatische Land mehrheitlich muslimisch geprägt ist.

Viele Gespräche und Begegnungen

Viele Gespräche gehören daher zum täglichen Programm. „Ein großer Teil der Gemeindemitglieder gestaltet das Gemeindeleben aktiv mit und nimmt daran teil, auch wenn es zahlenmäßig im Verhältnis zu Deutschland kleinere Gemeinden sind“, hat Haar bei den Begegnungen erlebt. Und Christoph Ernst ergänzt: „Das kirchliche Leben in den Gemeinden ist sehr aktiv und die Gläubigen sind mit hohem Engagement dabei. Die dankbare Erinnerung an das Wirken der Missionare in der Anfangszeit der christlichen Kirchen wird gepflegt und ist sehr präsent. Die von der malaysischen Regierung verfolgte Islamisierung stellt für die christlichen Gemeinden in Malaysia eine sehr große Herausforderung und teilweise auch Bedrohung dar.“

Ernst ist gewählter Vorsitzender der katholischen Kirchengemeinde St. Martinus in Schwaigern. Er gehört nicht nur aus Neugier auf Südostasien zur Delegation, sondern um auch Anregungen für und einen neuen Blick auf das Leben in der eigenen Gemeinde in Deutschland zu bekommen, wie er erklärt.

Aufenthalt bei Gastfamilien

So wie der 62-Jährige sind die anderen Mitreisenden ebenfalls bei sich zuhause kirchlich engagiert. In Malaysia sind alle in Gastfamilien untergebracht. Das soll den Austausch fördern. „Die Verständigung erfolgt auf Englisch, das alle unsere Gesprächspartner sehr gut sprechen“, berichtet Ernst.

„Ich bin beeindruckt, dass so viele Menschen die Partnerschaft mittragen und mitgestalten“, sagt Haar über die malaysischen Gastgemeinden. Für die Pfarrerin werde außerdem deutlich, wie wichtig es sei, dass es sich sowohl auf malaysischer als auch auf deutscher Seite um eine ökumenische Direktpartnerschaft handelt.

Um diese für die Zukunft aufrechtzuerhalten und junge Menschen einzubinden, wurde zuvor vom 8. bis 25. August ein spezielles Workcamp organisiert: Dreizehn junge Erwachsene aus Deutschland im Alter zwischen 18 und 26 Jahren arbeiteten in verschiedenen Projekten in Sabah mit. Sie halfen zum Beispiel in einem Kindergarten bei der Betreuung der Kinder oder bei der Renovierung der Einrichtung und übernahmen Aufgaben in einem landwirtschaftlichen Betrieb.

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