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Runder Tisch zur Armut

Im Dekanat Rems-Murr befassen sich Vertreter von Kirchen, Politik und Verwaltung mit Möglichkeiten, Armut im Landkreis zu mildern.

Waiblingen

Am 3. Februar kam der seit 2001 jährlich stattfindende Runde Tisch Kirche und Politik Rems-Murr im katholischen Gemeindehaus St. Antonius Waiblingen zusammen. Das Austausch- und Begegnungsformat, zu dem die evangelischen und katholischen Kirchen im Landkreis einladen, widmete sich dem Thema „(neue) Armut“ und den möglichen Beiträgen von Kirche und Politik.

Als Referentin konnte Dr. Annette Holuscha-Uhlenbrock, Caritasdirektorin der Diözese Rottenburg-Stuttgart und Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft der öffentlichen und freien Wohlfahrtspflege Baden-Württemberg, gewonnen werden. Neben Vorsitzenden der Kreistagsfraktionen waren auch viele Bundes- und Landtagsabgeordnete aus dem Rems-Murr-Kreis zugegen. Im Austausch mit den Spitzen der evangelischen und katholischen Kirche verdeutlichte sich die Dringlichkeit des Themas (neue) Armut und es wurden viele Möglichkeiten diskutiert, den Missständen zu begegnen. Unter anderem kamen Wohnungsnot, Mietpreisbremse, Mindestlohn, "Energiearmut" und Bildungschancen zur Sprache.

Viele Menschen leben an der Armutsgrenze

Es wurde deutlich, dass zahlreiche Menschen auch im reichen Baden-Württemberg an der Armutsgrenze leben bzw. als einkommensschwach gelten. Darunter auch immer mehr in Vollzeit arbeitende Menschen. Betroffen sind bis zu 25 Prozent der Bevölkerung in unserem Bundesland und jedes fünfte Kind. Dabei wurde unterstrichen, dass man nicht nur über "Arme" sprechen und mögliche Hilfen bedenken sollte. Vielmehr gelte es auch, mit ihnen zu leben und sie an allen Orten zu integrieren. Für Politik und Kirchen ein dauerhafter Auftrag.

Neben Maßnahmen der Bundes- und Landespolitik, die Armut entgegentreten, wurden auch kirchliche Beiträge illustriert, vor allem der Caritas und der Diakonie. Besonders erwähnenswert war auch die Arbeit des Landkreises. So schafft die Kreisbaugruppe jährlich viele Sozialwohnungen, durchmischt das Wohnumfeld und bedenkt auch energie- und damit kostensparende Maßnahmen.

Dekan Wolfgang Kessler und Moderator Dr. Marcel Dagenbach dankten allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Runden Tisches Kirche und Politik für das gute Gespräch.

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