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„Schmerzlicher Verlust für die katholische Kirche“

Bischof Gebhard Fürst würdigt den am Samstag nach einem Unfall verstorbenen Moraltheologen Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff.

Rottenburg am Neckar
Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff. Bild: Harald Oppitz/KNA

Archivbild: Harald Oppitz/KNA

„Mit großer Bestürzung“ hat Bischof Dr. Gebhard Fürst auf die Nachricht vom Unfalltod von Professor Dr. Eberhard Schockenhoff am Wochenende reagiert. Mit ihm verliere die katholische Kirche nicht nur einen Priester und geschätzten Seelsorger, sondern auch einen ihrer profiliertesten Moraltheologen und Sozialethiker, der den gesamtgesellschaftlichen Diskurs speziell in bio- und medizinethischen Fragen gestaltet und beeinflusst habe. Vor allem in den Fragen zum Lebensanfang und Lebensende sei Eberhard Schockenhoff „eine wichtige Stimme“ im interdisziplinären Austausch gewesen, der von Wissenschaftlern vieler Disziplinen gehört und geachtet war.

In seinem Kondolenzschreiben an die Angehörigen verwies der Rottenburg-Stuttgarter Bischof auf seine jahrzehntelange Verbundenheit mit dem Verstorbenen. Der gebürtige Stuttgarter war 1978 zum Priester geweiht worden. Nach seinem Vikariat, das er in der Kirchengemeinden Sankt Vitus in Ellwangen und Sankt Fidelis in Stuttgart verbrachte, war er Repetent im Wilhelmstift in Tübingen, promovierte 1986 im Fach Moraltheologie bei Alfons Auer.

Nach seiner Zeit als Wissenschaftlicher Assistent bei Walter Kasper wirkte Eberhard Schockenhoff in Regensburg und anschließend seit 1994 in Freiburg als Professor für Moraltheologie. Von 2001 bis 2008 war er Mitglied im Nationalen Ethikrat und von 2008 bis 2016 Mitglied im Deutschen Ethikrat, sowie langjähriges Mitglied der Unterkommission Bioethik unter der Leitung von Bischof Fürst. „Besonders dankbar“ sei er dem Verstorbenen für seine Stellungnahmen im Rahmen der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Kleriker und seine Bereitschaft zur Mitwirkung am Synodalen Weg: „Gerade in dieser schwierigen Zeit ist sein Tod für die katholische Kirche besonders schmerzlich.“

Eberhard Schockenhoff, so der Bischof in seinem Schreiben weiter, werde allen als Priester und Wissenschaftler in Erinnerung bleiben, der in seinem gesamten Wirken stets aus dem Fundament des christlichen Glaubens heraus argumentierte, und für den Ehrlichkeit und Authentizität und die Frage des Gewissens immer Vorrang vor wirtschaftlichen oder politischen Interessen hatten.

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