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Schreiben statt Absagen

Für ihr Offline-Corona-Format geht der 3. Platz des Innovationspreises für ethische Weiterbildung an die keb Kreis Ravensburg.

Ravensburg
Hinter einem Stehtisch reihen sich die Preisträger vor der Bühne auf.

Annabel Munding von der keb Kreis Ravensburg (r.) nimmt die Auszeichnung entgegen - Foto: KiLAG/Matthias Ihlein

Mit Beginn der Pandemie wanderten die Veranstaltungen der Katholischen Erwachsenenbildung (keb) Kreis Ravensburg größtenteils ins Internet. Die Referentinnen und Referenten, deren Kurse zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden sollen, verfassten einen digitalen Kurzbeitrag als Appetitanreger, den die keb als "Kursgruß" verbreitete. Was ist aber mit den Menschen, die nicht mit dem Internet umgehen - entweder aus mangelnder digitaler Kompetenz oder weil sie kein Interesse daran haben -, fragten sich die Verantwortlichen.

Für diese Menschen entwickelte die keb das Format "Schreiben statt Absagen". Ein Kurs dauerte vier bis fünf Wochen. Wöchentlich wurde an Teilnehmer ein thematischer Brief auf dem Postweg verschickt. Teilnehmer konnten ihre Gedanken und Ideen zum Lehrbrief zurückschreiben und mit dem Referenten Kontakt halten. Der Kursleiter nahm die Anregungen mit in seine Briefe auf. So entstand ein fachlicher Austausch auf dem Postweg. Themen waren "Briefe zur Philosophie", "Das Leben - ein Gedicht" sowie "Mensch und Architektur" mit insgesamt 125 Teilnehmenden.

Preisverleihung beim KiLAG-Jubiläum

Diese kreative Idee zeichnete die KiLAG, die Kirchliche Landesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung, nun zusammen mit der Karl-Schlecht-Stiftung aus. Der 3. Platz des Innovationspreises für ethische Weiterbildung ist mit 500 Euro dotiert. Zur KiLAG gehört auch die Katholische Erwachsenenbildung in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. "Wir freuen uns sehr für diese Auszeichnung, weil wir uns viele Gedanken über eine Alternative zu den Online-Kursen gemacht haben", erklärt Annabel Munding, Geschäftsführerin und Bildungsreferentin der Ravensburger Einrichtung.

Munding konnte die Auszeichnung in der vergangenen Woche im Rahmen des 50-Jahr-Jubiläums der KiLAG in Empfang nehmen. Ordinariatsrat Joachim Drumm, Leiter der diözesanen Hauptabteilung Kirche und Gesellschaft, hielt beim Festakt im Beisein des stellvertretenden Ministerpräsidenten Thomas Strobl die Laudatio. Der 1. Platz ging an die Evangelische Erwachsenenbildung Hochrhein-Markgräflerland und das Evangelische Kreisbildungswerk Ludwigsburg für ihr gemeinsames Projekt „Ethik im Fokus“. Den 2. Platz machte ein Projekt gegen Rechtspopulismus des ökumenischen Bildungszentrums sanctclara in Mannheim.

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