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Sei großzügig und gelassen!

Gelassenheit schafft Raum für Geduld, Vertrauen und Großzügigkeit – sie hilft, das Wesentliche zu sehen und Gemeinschaft offen zu gestalten.

Rottenburg am Neckar
Diözese Rottenburg-Stuttgart / Lea-Theresa Berg

Monika Kling-Witzenhausen, Referentin für Junge Erwachsene im Stadtdekanat Stuttgart,mit der Haltung „Sei großzügig und gelassen“ | Foto: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Lea-Theresa Berg

Für mich ist Gelassenheit das A und O – insbesondere, wenn nicht alles so läuft wie erhofft oder geplant, dann ist es wirklich wichtig, mir und anderen zu erlauben, Fehler zu machen. Für mich selbst bedeutet dies auch einen echten Lernprozess… Gerade wenn ich gestresst bin oder wenn ich in Gruppenkontexten merke, „hier besprechen wir jetzt Themen, die so komplex sind, dass wir keine einfachen Lösungen finden können“, kann Gelassenheit einen Freiraum schaffen und dabei helfen, den Blick für das Wesentliche nicht zu verlieren. 

Gelassen sein heißt auch, in schwierigen Situationen und Veränderungsprozessen besonnen zu handeln, statt impulsiv zu reagieren. Geduld und das Vertrauen, dass Dinge ihren richtigen Lauf finden, können da ebenso helfen. Im christlichen Kontext dürfen wir uns da auch vertrauensvoll darauf besinnen, dass Gott bei uns und mit uns auf diesem Weg ist.

Dies kann auch Kraft geben, großzügig zu sein. Und zwar nicht in einem gönnerhaften Sinn, der mich über den bzw. die Andere:n stellt. Gerade in der aktuellen Zeit, in der wir mit vielen Krisen konfrontiert sind – sei es die unsichere Weltlage mit Kriegen, antidemokratischen Machthabern und Parteien, die Menschenrechte mit Füßen treten bis hin zu persönlichen Zukunftsängsten –, fällt es schwer, zu teilen oder abzugeben. 

Großzügigkeit bedeutet dabei mehr als das, was jemand bekommt. Es geht auch nicht nur um (finanzielle) Ressourcen, sondern darum, anderen gegenüber wirklich offen zu sein und ihnen unterstützend zur Seite zu stehen. Geben erfordert ehrliches Interesse an den Bedürfnissen anderer – ohne dies wirkt Großzügigkeit schnell wie Selbstlob. Wer wirklich großzügig lebt, spürt eine Veränderung im Inneren und in der Gemeinschaft. Diese Großzügigkeit auch innerhalb der Gemeinden und innerhalb der Kirche erfahren zu können bzw. erfahrbar zu machen, kann Haltungen verändern: teilen und nicht zurückhalten – auch wenn vermeintlich weniger zur Verfügung steht. Ermutigen und empowern – dem anderen etwas zutrauen, auch das wären schöne Zeichen von Gelassenheit und Großzügigkeit.

Monika Kling-​Witzenhausen, Referentin für Junge Erwachsene im Stadtdekanat Stuttgart

Sei großzügig und gelassen – wenn nicht alles so läuft wie erhofft und geplant – erlaube anderen und dir selbst, Fehler zu machen – trage so bei zum guten Klima eines gemeinsamen Lernprozesses – sei offen beim Klären von Zwischenfällen – weil Langmut und Nachsicht Eigenschaften Gottes sind.
(P. Franz Meures SJ)

Die zehn synodalen Haltungen können Orientierung geben und Impulse setzen, wie in Gremien eine offene und ehrliche Auseinandersetzung stattfinden kann – besonders in den Zeiten der Veränderungen, die vor uns liegen. Daher stellen wir Ihnen in den nächsten Wochen die zehn synodalen Haltungen vor – begleitet von Stimmen aus der gesamten Diözese. 

Lassen Sie sich inspirieren, wie „Haltung zeigen“ unseren gemeinsamen Weg zur Kirche der Zukunft prägen kann. 

Material und Unterstützung finden Sie hier. 

Alle bereits veröffentlichten Synodalen Haltungen und weitere Informationen finden Sie in unserem Dossier „Fastenzeit” sowie auf der Website „Kirche der Zukunft”.

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