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"So finden wir im Glauben zum Leben aus der Kraft der Auferstehung"

Die Osterbotschaft von Bischof Dr. Gebhard Fürst zum Osterfest 2023.

Rottenburg am Neckar

Liebe Schwestern und Brüder,

wir feiern wieder Ostern: das Fest der Auferstehung aus dem Tod zum neuen Leben.

Aber: nicht allen ist danach zumute, zu feiern und sich zu freuen. Ich verstehe das, liebe Schwestern und Brüder! In den letzten Jahren ist es dunkler geworden in unserer Welt, im Leben von uns und vieler Menschen. Was wir erfahren mussten und noch müssen lastet schwer auf einem jeden. Eine beispiellose Pandemie hat uns heimgesucht:
schwerwiegende Einschränkungen mussten wir über uns ergehen lassen. Menschen sind einsamer geworden,
gereizter und aggressiver. Unser Zusammenleben ist empfindlich gestört. – Dann ist Krieg ausgebrochen mitten in Europa, Tod und Zerstörung stehen uns tagtäglich vor Augen. Wir fürchten, dass da noch mehr auf uns zukommt. – Und immer wieder aufs Neue werden wir konfrontiert mit beunruhigenden, ja, bedrohlichen und höchst beängstigenden Nachrichten zum dramatischen Wandel unseres Klimas - mit all den desaströsen Folgen für unseren Wohlstand, für die Zukunft unserer Kinder.

Statt Freude auf die Zukunft, stirbt unsere Zuversicht. Hoffnungen werden begraben und manchem wird es dunkel vor Augen. Keine guten Aussichten. Und doch ist Ostern da: das Fest der Auferstehung aus dem Tod zum neuen Leben, Das Fest der Überwindung von Hoffnungslosigkeit, von Angst und Schrecken, von Einsamkeit und Trauer

Ostern ist da! Hoffnung, dass der Tod nicht das letzte Wort hat, Hoffnung, dass die Gräber nicht das Ende bleiben,
Hoffnung, dass die Täter böser Taten über ihre Opfer nicht obsiegen. Ostern ist da!

Sie kennen die Geschichte! Eine Frau, Maria von Magdala, kommt in der Frühe des Tages zu dem Grab, wo ihre große Hoffnung begraben liegt. Sie hat alle Freude verloren. Sie trauert einsam dem nach, was war und nicht mehr ist. Jesus wurde getötet und ist begraben worden. --- Da geschieht eigentlich Unvorstellbares. Gott greift ein. Das Grab, vor dem Maria steht, ist leer und Jesus von Nazareth, der Totgeglaubte, steht plötzlich vor ihr. Ihre Hoffnung ist auferstanden. Jesus ruft sie beim Namen: „Maria!“ Da wird sie von Freude erfüllt. Der Auferstandene aber sagt ihr:
„Maria, du hast an mir und durch mich die Auferstehung aus dem Tod zum neuen Leben erfahren. Sag es weiter…“

Und Maria geht zu den geflohenen Anhängern Jesu und sagt, was ihr geschenkt wurde: „Ich habe den Herrn gesehen!“ – Die verstörten Jünger wagen sich wieder vor die Tür ins Freie. Sie verkünden: Jesus ist auferstanden,
die Hoffnung lebt, das Leben hat Zukunft… Mut und Zuversicht wachsen…

Diese frohe Botschaft wird uns heute am Osterfest bezeugt. Die Erfahrung des aus dem Grab auferstandenen Jesus Christus ergreift die Menschen. Daraus wird ein neuer Anfang mit Folgen. Friede, Freude, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung. Wahrlich gute Aussichten!

Diese frohe Botschaft von der Erfahrung des aus dem Grab auferstandenen Jesus Christus und ihre grandiosen Auswirkungen ermutigt uns auch heute zu hoffen und zuversichtlich zu handeln. So finden wir im Glauben zum LEBEN aus der Kraft der Auferstehung.

Aus dieser Kraft können wir die Störungen der Pandemie überwinden. Aus dieser Kraft setzen wir uns für Frieden ein.
Aus dieser Kraft bewahren wir die Schöpfung trotz aller Hiobsbotschaften. Der Glaube an die Auferstehung aus dem Tod zum neuen Leben verwandelt alles!

Liebe Schwestern und Brüder,
ich wünsche Ihnen ein gesegnetes, frohes Osterfest.

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