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Sozialstation in neuer Struktur

In Friedrichshafen übernimmt eine gemeinnützige GmbH die expandierende Einrichtung mit christlichem Profil - in der Diözese sollen weitere folgen.

Friedrichshafen
Blick auf das blaue Auto mit dem Smiley.

Mit einem Smiley auf der Motorhaube besuchen Mitarbeitende der Sozialstation Friedrichshafen ihre Kundschaft - Foto: Sozialstation Friedrichshafen gGmbH

Sicher hat sie jeder schon mal in Friedrichshafen, Oberteuringen oder Immenstaad fahren sehen, die hellblauen kleinen Flitzer der Katholischen Sozialstation Friedrichshafen mit dem weißen Smiley-Gesicht. Die Einrichtung bietet jedoch mehr als die Pflege von kranken und alten Menschen zu Hause. Die Mitarbeitenden liefern auch Essen auf Rädern, helfen im Haushalt und organisieren Nachbarschaftshilfe.

Außerdem geben sie ihr Wissen und ihre Erfahrung in Kursen an pflegende Angehörige weiter und entlasten diese durch Betreuungsgruppen. An diesem in den letzten Jahren gewachsenen Angebot des christlich motivierten Dienstes am Nächsten soll sich auch nichts ändern. Neu ist seit Ende Januar die Struktur im Hintergrund. Die Trägerschaft ging von der Gesamtkirchengemeinde auf eine gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung (gGmbH) über.

Wie alles begann …

Blaue Flitzer gab es vor 160 Jahren noch nicht. Im Jahr 1866 waren die ersten Ordensfrauen in Friedrichshafen vermutlich mit dem Fahrrad unterwegs zu den Kranken und Hilfsbedürftigen. Anfangs kamen die Vinzentinerinnen aus Untermarchtal im Haus einer vermögenden Witwe unter und zogen zwei Jahre später ins damalige Spital direkt am Bodensee um. Die Schwestern wirkten ab 1882 auch im neuen Karl-Olga-Krankenhaus. Weitere Ortswechsel in der Stadt folgten, bis 1995 die letzte Ordensschwester aus dem Friedrichshafener Pflegedienst ausschied.

Schon immer musste sich die organisierte Form christlicher Nächstenliebe den sich ändernden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen anpassen. So entstand 1977 aus den drei sozialen Diensten Kranken-, Familien-, und Altenpflege in Friedrichshafen die Sozialstation mit staatlicher Anerkennung. Heute erfordern gestiegene qualitative Ansprüche und der Personalmangel neue Strukturen. Die Überführung in gGmbHs soll nach einem Strategiepapier der Diözese und des Caritasverbandes die Sozialstationen erhalten.

Die Gesamtkirchengemeinde bleibt im Boot

"Wir sind in Friedrichshafen die Ersten", betont Dekan Bernd Herbinger. Er leitet die Gesamtkirchengemeinde Friedrichshafen mit zehn Kirchengemeinden, die bisherige Trägerin der Sozialstation. Er hält den Zeitpunkt des Übergangs für gut, da sich im Moment auch die Kirche in größeren Einheiten organisiert. Die Gesamtkirchengemeinde bleibt aber im Boot und stellt künftig die Gesellschafterversammlung, die den Aufsichtsrat wählt. Der bisherige Geschäftsführer Klaus Stuhlmüller behält diese Aufgabe.

Seit er 2020 eingestiegen ist, hat sich die katholische Sozialstation deutlich vergrößert. Heute betreut sie 1128 Kunden an den drei Standorten Stadt, Oberteuringen und Manzell. Durch die gute Atmosphäre im Team und die Bezahlung nach kirchlichem Tarif ist die Einrichtung mit 74 festen Mitarbeitenden und 17 Ehrenamtlichen gut aufgestellt. 800 Mitglieder fördern die Sozialstation, die zum diözesanen Caritasverband gehört, weiterhin. Die blauen Flitzer mit dem Smiley bleiben also dem Stadtbild erhalten.

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