Der Wald ist für Marios Pergialis so etwas wie ein spiritueller Anker, Rückzugsort, kreative Spielwiese – und unerschöpfliche Fundgrube. Aus Tannenzapfen und Blättern ein Wandmandala zu legen oder eben Äste in Nestform aufzuschichten und sich mit der kleinen Tochter daran zu freuen, klinge vielleicht erstmal eher banal, aber „das hat etwas sehr Meditatives, eine beruhigende und erdende Art“. Es ist Landart, eine Form künstlerischen Gestaltens, bei der ausschließlich das verwendet wird, was man in der Natur vorfindet. Aus Steinen und Ästen Männchen legen, mit einem dünnen Ast eine Figur in die Erde kratzen, aus Kastanien einen Smiley gestalten – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Sich ausprobieren und erleben
„Ich guck mal, was auf mich wirkt, und folge dem kreativen Impuls – intuitiv, spielerisch“, sagt Marios Pergialis. Das Spielerische, das mache Landart und Landart-Spielen aus. „Mich erdet das total. Ich freu mich daran und habe das Gefühl: Ich habe etwas mit meinen Händen gemacht. Und es ist für niemanden wichtig, nur für mich.“ In dem Waldstück von Vordersteinenberg, einem Ortsteil von Alfdorf am westlichen Ende des Dekanats Ostalb, kommen wohl auch nur wenige vorbei, mit denen er seine Kunst teilen muss, „aber wenn jemand weitermacht, ist es auch okay“. Dieses Freie, ja Lyrische, das in dem Gestalten liege, seien „Räume, die wir als Erwachsene zu selten nutzen: dass wir in so ein Spiel kommen, experimentieren“.
Um Spielräume geht es für Marios Pergialis auch in seiner Tätigkeit als Jugendreferent. „In der Jugendarbeit geht es darum, junge Menschen darin zu unterstützen, dass sie sich selbstständig entwickeln, dass sie sich ausprobieren und erleben können – mit einem christlichen Geist verbunden“, erklärt er. „Das Experimentelle ist das, was die Jugendarbeit auch trägt.“