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Stärkung von Gott her

Ja, da ist jemand: Gott, der dich stärkt und begleitet. Diesen Zuspruch stellte Bischof Dr. Gebhard Fürst in den Mittelpunkt der Firmung in Wiblingen.

Ulm (Donau)

Beim festlichen Firmgottesdienst in Ulm-Wiblingen rief Bischof Gebhard Fürst den Heiligen Geist auf die Firmbewerber herab. Dekan Ulrich Kloos (rechts) wünschte den Jugendlichen, "dass Gott euch begleitet und in eurem Leben wichtig bleibt". Foto: (c) Konstantin Fischer

Dass die Menschen keine Einzelgänger sind, sondern aufeinander angewiesen bleiben, und wie zerbrechlich das scheinbar so sichere Haus unserer Zivilisation und Kultur ist – das seien zwei wichtige Erfahrungen, die die Corona-Pandemie mit sich brachte oder neu vor Augen führte, sagte der Bischof beim festlichen Firmgottesdienst in der Basilika St. Martin. Vor diesem Hintergrund bekam das Motto „Ist da jemand?“, das das Katecheten-Team um Pastoralreferent Christoph Esser vor einem Jahr, also lange vor Corona, für die diesjährige Firmung in der Seelsorgeeinheit Ulm-Basilika gewählt hatte, weitere Facetten und zusätzliche Brisanz.

Die Menschen seien auf das Du und das Wir verwiesen – das sei das Bild vom Menschen, wie es Christen erfahren und auch im Glauben weitergeben, sagte der Bischof in seiner Predigt. „Wir leben voneinander und miteinander. Deshalb ist die Gestaltung dieses Miteinanders so wichtig.“ Kommunikation, zumal die digitale, dürfe nicht dazu benutzt werden, um etwa andere Schülerinnen und Schüler auszugrenzen oder zu mobben. Kommunikation sei dazu da, „dass das Miteinander gestärkt wird“.

„Kleine Wunder des Alltags“ wirken

In dieser Situation, in der die Gefahr der Vereinsamung und die Zerbrechlichkeit unserer Welt deutlicher zu Tage treten, gehe es aber nicht nur um eine Stärkung des Miteinanders und Füreinanders, sondern um eine Stärkung von Gott her. „Das ist das Geheimnis des Sakramentes, dass Gott sich euch ganz zuwendet“, sagte Bischof Fürst. „Wir sind nicht allein in dieser Welt; wir sind geborgen in diesem großen Gott, der unser Schöpfer ist.“

Das Evangelium berichte davon, wie Jesus erfüllt vom Geist Gottes Wunder wirkt und Menschen stark und mutig macht. Wo dieser Geist lebendig sei, könnten auch Menschen heute in der Schule oder im Freundeskreis „kleine Wunder des Alltags“ wirken: etwa wenn man einander verzeiht und Frieden schafft. „Gottes Geist in Jesus Christus möge in euch lebendig sein“, wünschte der Bischof den Firmlingen.

Viel Engagement abverlangt

Ein Jahr lang hatten sich die Jugendlichen auf die Firmung vorbereitet. Im Mittelpunkt standen „lebendige Glaubenserfahrungen“ in sozialen Projekten, in der Natur und bei einem Besuch im Kloster Untermarchtal. Die Katechese fand vor allem im Rahmen von Jugendgottesdiensten statt. Die Vorbereitung habe den Jugendlichen viel Engagement abverlangt, sagte Pastoralreferent Christoph Esser. Dekan Ulrich Kloos, der den Bischof zur ersten Firmung nach Beginn der Corona-Zeiten willkommen hieß, richtete einen herzlichen Dank an die Katechetinnen und Katecheten, die sich jedes Jahr einsetzen, um den Jugendlichen gute Erfahrungen mit Gott und Kirche zu ermöglichen.

Zum Kyrieruf und in den Fürbitten formulierten die Firmlinge ihre Nöte und Anliegen. Sie baten um Kraft für die vielen Kranken auf der Welt, um Stärkung für Ärzte und Pflegekräfte, um Beistand und Begleitung für sich und ihre Angehörigen, für die Menschen, die unter Krieg und Not zu leiden haben. Als sichtbares Zeichen der Solidarität war die Kollekte – wie schon eines der Projekte in der Firmvorbereitung – für das Schulbau-Projekt in Lekirmuni in Tanzania bestimmt. Pfarrvikar Pater Laurent Mtaroni informierte über den aktuellen Stand des Baus in seiner Heimat.

Der Gottesdienst war eingebettet in einfühlsame und eindrucksvolle Musik. Ein junges Vokalensemble brachte Lieder wie „Ist da jemand“ von Adel Tawil zu Gehör, das mit seinen Fragen das Lebensgefühl vieler Jugendlicher trifft und ähnlich wie ein Klassiker aus dem Film „Sister Act“ zu Herzen ging.

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