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Stark vom Judentum her geprägt

Der ehemalige Dekan und Pfarrer im Ruhestand Klaus Sanke erhielt vor 50 Jahren von Bischof Georg Moser die Priesterweihe.

Langenenslingen
Porträtfoto

Seit 50 Jahren Priester: Pfarrer i.R. Klaus Sanke - Foto: Klaus-Jürgen Kauß

Im Jahr 1982 begleitete Klaus Sanke erstmals eine Reisegruppe nach Israel. Der damalige katholische Pfarrer im hohenlohischen Rot am See profitierte bei der ökumenischen Fahrt noch von seinem evangelischen Kollegen, wie er gesteht. Die Wiege der Christenheit faszinierte ihn damals so sehr, dass er Ende des letzten Jahrhunderts selbst zwanzigmal Israel besuchte und vielen Menschen das Heilige Land erschloss. Auch in Deutschland setzte sich der Priester für den jüdisch-christlichen Dialog ein. Dass die Gemeinde Wallhausen aus der ehemaligen Synagoge in Michelbach 1984 ein Museum machte war Sanke zu wenig. "Da haben wir zweimal im Jahr Veranstaltungen auf die Beine gestellt, auch ein Konzert mit Giora Feidman", erzählt er.

"Ich bin stark vom Judentum her geprägt" - das bezieht der Geistliche auch auf sein Verständnis der Bibel und die Auslegung der Heiligen Schrift in der Predigt. Als weitere seiner Wurzeln nennt er das Zweite Vatikanische Konzil. "Es hat die Kirche vom Kopf auf die Füße gestellt", stellt der 78-Jährige fest und verweist auf die aktive Beteiligung der Laien, die ihm immer wichtig war und die auch Papst Franziskus mit der synodalen Kirche verfolge. In Mönchengladbach geboren kam Sanke als Achtjähriger nach Kirchheim unter Teck, wo er später das Abitur machte. Als er nach dem Sprachenjahr im Cannstatter Ambrosianum 1968 in Tübingen mit dem Theologiestudium begann, war das Konzil erst drei Jahre beendet.

Zweimal sein Dekanat aufgelöst

Am 16. März 1975 spendete Bischof Georg Moser Klaus Sanke und weiteren Diakonen in Heilbronn die Priesterweihe. Erst wenige Tage zuvor hatte Moser die Amtsgeschäfte von seinem Vorgänger Carl Joseph Leiprecht übernommen. Nach drei Vikarsjahren in Stuttgart blieb Sanke bis 1999 in Rot am See und wechselte dann nach Langenenslingen - also von der Diaspora ins katholische Oberland, wo er nun seit Ende 2022 auch seinen Ruhestand verbringt. Zuletzt war er in der Seelsorgeeinheit Pfarrer von acht Kirchengemeinden, von denen Langenenslingen und Billafingen zur Erzdiözese Freiburg gehören. Das sei anfangs wegen unterschiedlicher Regelungen nicht so einfach gewesen.

Auf die Frage, wo er lieber gelebt und gewirkt habe, bleibt Klaus Sanke diplomatisch: "Jede Gegend hat ihre Reize." An beiden langjährigen Einsatzorten wurde der Priester jeweils auch zum Dekan gewählt. Und beide Male war er nicht ganz unschuldig, dass seine Dekanate in anderen aufgingen. 1992 wurde Crailsheim mit Schwäbisch Hall zusammengelegt. "Da bin ich noch eine Periode als Dekan geblieben", sagt Sanke. Und bei der diözesanweiten Dekanatsreform zum 1. Januar 2008 kam Riedlingen zum Dekanat Biberach. Als stellvertretender Dekan hatte er danach bis zur Pensionierung besonders die Erwachsenenbildung und die Jugendarbeit im Blick.

Kirche wirkt in der Gesellschaft

Dass sich die katholischen Bischöfe vor den letzten Wahlen klar gegen völkischen Nationalismus positioniert haben, findet Klaus Sanke gut. "Kirche ist Teil der Gesellschaft", betont der Ruhestandsgeistliche. An den Wochenenden hilft er noch gerne in der Nachbarseelsorgeeinheit Ertingen als Zelebrant aus. Taufen und Hochzeiten übernimmt er jedoch nur auf Anfrage. Ansonsten widmet er sich der Lektüre von Büchern und bleibt über die Arbeit im Garten geerdet. Und er bleibt nicht nur in Gedanken mit den Menschen unterwegs. "Ich organisiere jedes Jahr eine Reise", verrät der Priesterjubilar. Im Mai soll es nach Lourdes gehen.

Sein goldenes Priesterjubiläum feiert Pfarrer Klaus Sanke am Sonntagnachmittag mit einem Gottesdienst um 14 Uhr im Langenenslinger Teilort Wilflingen, wo er lebt.

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