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"Jeder Mensch hat das Recht auf angemessenen Wohnraum"

Diakonie und Caritas in Baden-Württemberg fordern, die ordnungsrechtliche Unterbringung flächendeckend menschenwürdig zu gestalten.

Stuttgart
Symbolbild aus einer Notübernachtung für wohnungslose Jugendliche.

Symbolbild aus einer Notübernachtung für wohnungslose Jugendliche. Bild: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Wird eine Person unfreiwillig wohnungslos, ist die Kommune verpflichtet, sie vorübergehend unterzubringen. Viele Unterkünfte sind nach Erfahrung der kirchlichen Wohlfahrtsverbände schlecht ausgestattet und unter Hygienegesichtspunkten unzumutbar. Deshalb fordern die Verbände eine menschenwürdige Ausstattung und Unterhaltung der Obdächer durch die Kommunen. „Jeder Mensch hat das Recht auf angemessenen Wohnraum, auch bei einer kurzfristigen Unterbringung in einem Obdach“, sagen deren Vorstandsvorsitzenden.

Wohnungslosigkeit betreffe die gesamte Gesellschaft. Der Wohnungsverlust stehe oft am Ende einer langen Verkettung ungünstiger Lebensumstände. „Wir müssen uns von dem Bild des ‚typischen Obdachlosen‘ als älteren alleinstehenden Mann mit langem Bart verabschieden. Schon länger ist das Problem der Wohnungs- und Obdachlosigkeit auch in der Mitte der Gesellschaft angekommen“, so Diakonie und Caritas weiter.

Frauen sind häufig gefährdeter als Männer

Insbesondere wohnungslose Frauen neigten dazu, sich auch aus Scham zu verstecken. Dabei seien sie häufig noch gefährdeter als Männer und würden Opfer von körperlichen Übergriffen und Diebstahl. Die Ordnungsrechtliche Unterbringung müsse gerade auch für Frauen Sicherheit gewährleisten: Etwa durch abschließbare Einzelzimmer. Daneben sei durch die Pandemie deutlich geworden, wie wichtig die Einzelunterbringung zur Einhaltung von Hygienemaßnahmen ist. 

Besonders wenn Kinder mit ihren Eltern vom Wohnungsverlust betroffen sind, müssen geeignete Unterbringungen zur Verfügung gestellt werden, fordern die Verantwortlichen. Dazu gehöre auch eine digitale Grundausstattung. Immer mehr junge Erwachsene seien wohnungs- bzw. obdachlos. „Sie kämpfen häufig mit Suchterkrankungen und anderen psychischen Belastungen, können oder wollen nicht mehr durch die Jugendhilfe betreut werden und landen deshalb auf der Straße. Gerade die jungen Obdachlosen sind eine große Herausforderung für Kommunen.“

Die Diakonie und die Caritas in Baden-Württemberg setzen sich für ein größeres Engagement der Kommunen ein, damit das bestehende ausdifferenzierte Hilfeangebot in der Öffentlichkeit bekannter wird und mehr Menschen davon profitieren können. 

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