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Trauer um Prof. Dr. Peter Hünermann

Der Theologe, Seelsorger und Vordenker der katholischen Theologie ist am 21. Dezember im Alter von 96 Jahren gestorben.

Tübingen
Das Foto zeigt Peter Hünermann bei einem Besuch in Rottenburg im Jahr 2024.

Peter Hünermann ist gestorben. Das Foto zeigt ihn bei einem Besuch in Rottenburg im Jahr 2024. Foto: Rudi Hönle/KNA

Mit großer Anteilnahme nehmen wir Abschied von Prof. Dr. Peter Hünermann, einem herausragenden Theologen, engagierten Seelsorger und Vordenker der katholischen Theologie. Prof. em. Dr. Dr. h.c. Peter Hünermann ist am 21. Dezember im Alter von 96 Jahren verstorben.

Geboren am 8. März 1929 in Berlin, prägte Peter Hünermann über Jahrzehnte die katholische Dogmatik in Deutschland und weltweit. Nach dem Theologiestudium in Rom, seiner Weihe zum Priester des Bistums Aachen 1955 und dem Einsatz in Pastoral und Religionsunterricht, denen er ein Leben lang verbunden blieb, begann er seine akademische Laufbahn 1965 als Wissenschaftlicher Assistent und Dozent an der Universität Freiburg im Breisgau, bevor er 1971 einem Ruf als Professor für Dogmatik nach Münster folgte. Von dort wechselte er 1982 an die Katholisch-Theologische Fakultät Tübingen, wo er bis zu seiner Emeritierung 1997 lehrte.

Bedeutende theologische Werke

Seine wissenschaftliche Arbeit war getragen von tiefem Glauben und dem Willen, theologische Tradition und Herausforderungen der Gegenwart in einen fruchtbaren Dialog zu bringen. 1989 bis 1995 war er Gründungspräsident der Europäischen Gesellschaft für Katholische Theologie, deren Zielen er durch die Gründung der Peter Hünermann Foundation for the Advancement of Catholic Theology in Europe Dauer verliehen hat.

Peter Hünermann gehörte zu den prägenden Stimmen in seinem Fach. Er verfasste theologische Werke von bleibender Bedeutung und erwarb sich große Verdienste um die Kommentierung der Dokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils. Im Bewusstsein bleiben wird er auch als Herausgeber des Denzinger-Hünermann, der zweisprachigen Ausgabe der kirchlichen Lehrentscheidungen, die ein unersetzliches Hilfsmittel für Studium, Lehre und Pastoral ist.

Vielfältiges Wirken

Nachhaltig beeinflusste er Reformdebatten in der Kirche, in denen er kritische und zugleich konstruktive Akzente setzte, nicht zuletzt im Blick auf die Rolle der Frau in der Kirche, synodale Prozesse und den Umgang mit sexuellem Missbrauch. 
Neben seiner akademischen Tätigkeit engagierte sich Peter Hünermann über viele Jahre als Präsident des Katholischen Akademischen Ausländerdienstes (KAAD), förderte den weltweiten theologischen Austausch und unterstützte junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. In den letzten Jahren spiegelte sich sein weltweites Engagement in der Herausgabe eines internationalen Kommentars zum Zweiten Vatikanum, für den er Gelehrte aus der ganzen Welt gewinnen konnte.

Peter Hünermanns Denken war von der Überzeugung geprägt, dass theologisches Forschen und kirchliche Erneuerung Hand in Hand gehen müssen. Für viele Studierende, Kolleginnen und Kollegen war er Mentor, Gesprächspartner und Ideengeber.

Wir gedenken seiner in Dankbarkeit für sein geistliches und intellektuelles Vermächtnis. Seine Stimme wird in der theologischen Debatte und im kirchlichen Leben lange nachklingen.

 

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